Gangelt - Alte Stallung am Dounen-Haus gibt Kanonenkugel frei

Alte Stallung am Dounen-Haus gibt Kanonenkugel frei

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:

Gangelt. Ganz geschichtsträchtig wohnt Ulrich Servas mit seiner Familie am Heinsberger Tor. Den alten Dounen-Bauernhof und die Stallungen haben er und seine Frau Christa erworben, über Jahre mit viel Eigenleistung und Sinn für das Ursprüngliche wohnlich hergerichtet.

„Schätze haben wir leider keine gefunden”, lacht Ulrich Servas in Erinnerung daran, wie viele Kubikmeter an Schutt und Müll sie eigenhändig in Container geladen und abtransportiert haben. Das Staunen wie auch die Freude waren allerdings groß, als er im hinteren Teil der ehemaligen Stallungen etwas fand, was auf den ersten Blick aussah wie eine Kanonenkugel.

Allerdings weist der Eisenkörper eine Besonderheit auf, die ihre wirkliche Bestimmung fraglich macht. Am vermutlichen Boden ist sie etwas abgeflacht und man kann nicht genau feststellen, wie weit die Mulde in die Kugel hineinreicht. Hohl wird sie nicht sein, denn dafür ist ihr Gewicht mit rund sechs Kilogramm offenbar zu hoch.

Gefunden wurde sie in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Stadtmauer am Heinsberger Tor. „Es kann ja vielleicht auch sein, dass es eine Sträflingskugel war, deren Kette abgerostet ist”, bringt Ulrich Servas eine weitere Variante ins Spiel, denn im Heinsberger Tor haben die Gangelter auch ihre Gefangen untergebracht.

Behörden befragt

Um eine scharfe Granate oder Ähnliches handelt es sich aber nicht, wie Ulrich Servas sicherheitshalber in Absprache mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Gangelt mit einem Fachmann vom Kampfmittelräumdienst klären ließ.

Da die Familie Servas außer Glas- und Tonscherben nichts Wertvolles beim Umbau der Stallungen und des ehemaligen Bauernhauses gefunden haben, soll die Kugel einen besondern Platz im Haus finden. Stall und Haus wurden um das Jahr 1900 gebaut. Es hat aber auch vorher dort schon eine Besiedlung gegeben, wie zum Beispiel diverse Mauerreste belegen. Von Heinsberg kommend, sah man dieses Haus das erstes Gebäude nach Passieren des Stadttors.

„Wir haben auch eine größere Brandschicht freigelegt”, berichtet Ulrich Servas. Denn wie auch die Chroniken belegen, hat es im Mittelalter auch einige verheerende Brände gegeben.

Auch in dem ehemaligen Bauernhof der Familie Dounen, der von der Servas-Tochter mit ihrer Familie bewohnt wird, gibt es Interessantes zu sehen. Mit Ausgaben der Geilenkirchener Zeitung aus der Zeit um die vorvorige Jahrhundertwende hat man offenbar die Schalungen für den Keller unterlegt, um die Bretter problemloser wieder benutzen zu können.

Der Lauf der Zeit hat zwar vieles verwittern lassen. Aber man liest auf einem Blatt von königlichem Besuch in dieser Zeit. Und mit der Ausgabe vom 17. Mai 1902 gibt es nicht nur als Beilage das „Organ für christliche Leser”, sondern auch einen ausführlichen Artikel mit einem Thema, das sich über das Lokale weit hinausbewegt - mit dem Heiligen Geist.
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