Als Dienstleister Lösungen anbieten: Bürgermeister zieht erste Bilanz

Von: Franz Windelen
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Vor gut einem halben Jahr zog Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch ins Ubach-Palenberger Rathaus ein. Die von ihm formulierten „Visionen 2022” will er von hier aus in die Realität umsetzen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Strukturüberlegungen” sind ihm nicht fremd. Diese haben sein bisheriges Berufsleben geprägt. Sagt er. Nun, als Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg, sieht Wolfgang Jungnitsch sich wieder vor einer solchen Herausforderung.

Er ist seit gut sechs Monaten „Chef” im Rathaus und hat den Blick nach innen, in die Verwaltung, tun können und stellt fest: „Es ist wichtig, Prozessabläufe bei der Organisation zu berücksichtigen.” Die Verwaltung muss, so betont er, ein moderner Dienstleistungsbetrieb sein, der ausschließlich für die Bürger da ist.

„Die Antworten auf Fragen und Probleme der Bürger, egal auf welcher behördlichen Ebene sie anzusiedeln sind, muss es hier im Hause geben. Zumindest muss sich des Themas angenommen werden. Siehe Bürgerbüro. Hier ist ein wichtiger und guter Anfang gemacht.”

Wolfgang Jungnitsch denkt darüber nach, die über die Jahre entstandenen Strukturen im Rathaus unter anderem auch mal von externen Experten unter die Lupe nehmen zu lassen: „Die Verwaltung muss direkt und kompetent funktionieren, da können verbesserte Abläufe hilfreich sein.” Auf seine Verwaltungsmannschaft könne er sich verlassen: „Die Mitarbeiter sind hoch motiviert, loyal sowie kompetent, und sie unterstützen mich freundlich. Kurzum: ein vernünftiges Arbeiten ist im Rathaus möglich.”

Auf einem solch fruchtbaren Nährboden könnte denn auch in nächster Zeit ein üppiges Projekt heranwachsen: das Einkaufszentrum, das EKZ. Wir erinnern uns: Die ITG Düsseldorf hatte Ende des vergangenen Jahres Interesse an einem EKZ auf der Carolus-Magnus-Brache zwischen Übach und Palenberg - die im Eigentum der NRW Urban ist - bekundet. Doch dann sollte das Vorhaben, Ende Dezember, auf Zuruf übergeordneter Instanzen europaweit ausgeschrieben werden.

Diese rechtliche Hürde, die die Stadt im Gespräch mit Landesbehörden vergeblich zu kippen versuchte, ist nun durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Weg geräumt. „Das Gericht hat im März in einem ähnlich gelagerten Fall entschieden, dass nicht europaweit ausgeschrieben werden muss, wenn ein Investor vorhanden ist und die öffentliche Hand ein Grundstück verkaufen will, um diese Investition zu realisieren.”

NRW Urban hat, wie Jungnitsch es nennt, ein „Interessenbekundungsverfahren” initiiert. „Mit der erfreulichen Folge, dass sich weitere Interessenten gemeldet haben und sich wohl noch mehr melden werden. Ich hoffe, dass der Rat in einer Sitzung im Juli über einen geeigneten Investor beraten kann”, zeigt sich Jungnitsch zuversichtlich.

Und da wartet noch eine weitere Baustelle auf den Bürgermeister: die Waschkaue, die eigentlich im Eigentum der AWO Service eGmbH ist, die aber der Stadt, über die die Landeszuschüsse für die Sanierung gelaufen sind, Kopfzerbrechen bereitet: „Uns liegt sehr daran, dass die Waschkaue endlich einer vernünftigen Nutzung zugeführt wird.” Gespräche mit dem Land würden geführt, das Ergebnis sei noch offen.

Die Situation im angrenzenden Carolus Magnus Centrum (CMC) indes lässt den Verwaltungschef zufrieden dreinschauen: Hier wird die Hauptverwaltung des Maschinenbauers Oerlikon-Schlafhorst, der mit 300 Beschäftigten von Mönchengladbach nach Übach-Palenberg wechselt, einen neuen Sitz erhalten. Der Theatersaal wurde deshalb großzügig umgebaut.

Und im Herbst, so lenkt Jungnitsch den Blick auf einen weiteren Silberstreif, wird die Schokofabrik ihre Produktion aufnehmen. Bauplanerisch tut sich also einiges.

Vor einem halben Jahr ist der Bürgermeister angetreten mit dem Programm „Vision 2022”. Dort hat Jungnitsch sich jene Themenfelder reingeschrieben, die er in zwei Legislaturperioden vollendet haben möchte. „Tourismus” ist dabei ein Begriff in diesem Aufgabenkatalog. „Wir haben eine schöne Natur, zwei Schlösser, zahlreiche Denkmäler, das CMC, die Klangbrücke, einen renaturierten Wurmlauf und viele Möglichkeiten, uns touristisch attraktiv zu verkaufen”, benennt der Verwaltungschef jene Pfunde, mit denen sich in Übach-Palenberg komfortabel wuchern lasse.

Zudem schwebt ihm die Errichtung eines „höher klassigen Hotels” vor: „Wir haben durch die großen Unternehmen in unserer Stadt genügend Reisende, die dann nicht mehr in anderen Kommunen Quartiere suchen müssen.” „Stadtentwicklung” zählt Jungnitsch auch zu seinen Visionen 2022. Der demografische Wandel sei eine der zentralen Herausforderungen: Mit der auf den Weg gebrachten Untersuchung zur demografischen Entwicklung gewinne die Stadt aufschlussreiche Erkenntnisse, auf deren Grundlage die Stadtentwicklungsplanung skizziert und künftige Ziele definiert werden können.

„Trotz aller Anforderungen und Herausforderungen” ist sich Wolfgang Jungnitsch abschließend sicher: „Bürgermeister - das ist für mich eine Tätigkeit, die ich mit Freude und Leidenschaft ausübe und als Berufung sehe.” Da er „sein ganzes Augenmerk und seine ganze Kraft” ausschließlich auf das hohe Amt konzentrieren will, kandidiert er bei der morgigen Mitgliederversammlung der Übach-Palenberger CDU nicht erneut als deren Stadtverbandsvorsitzender.
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