Übach-Palenberg - Alf-Ingo Pickartz ist neuer Stadtverbandsvorsitzender der SPD

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Alf-Ingo Pickartz ist neuer Stadtverbandsvorsitzender der SPD

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Mehr als 25 Jahre in der SPD. Jetzt übernimmt Alf-Ingo Pickartz Verantwortung als Stadtverbandsvorsitzender.

Übach-Palenberg. Alf-Ingo Pickartz ist zurück. Nach Übach-Palenberg, wo er aufgewachsen ist, schon seit längerem. Und auf der politischen Bühne, die der Sozialdemokratie, hat er jüngst einen zen­tralen Platz eingenommen. Der 51-Jährige ist Vorsitzender im SPD-Stadtverband.

Der Weg zu den Sozialdemokraten verlief nicht in gerader Linie. Sein Elternhaus, sagt Alf-Ingo Pickartz im Rückblick, war nicht ur-sozialdemokratisch, eher liberal. Ein weites Feld für den gebürtigen Würselener. Der zog nach dem Abitur am Carolus Magnus Gymnasium in Übach-Palenberg und Aufnahme des Wirtschaftsstudiums in Aachen erst einmal nach Herzogenrath, wegen der Nähe zur Uni. Seinen Zivildienst leistete er in der Jugendeinrichtung des „Streiffelder Hofs“ in Merkstein.

Es war die Zeit, in der Alf-Ingo Pickartz „gerne in das Arbeitsleben hineingeschaut“ hat. Bei den Jobs gab es natürlich was zu verdienen, aber „auch viel zu lernen“. Er engagierte sich als freier Journalist, nahm aber auch Kontakt zu Autohäusern auf, ob es für die Zeit der Semesterferien etwas zu tun gebe. Ausgerechnet die Nobelmarke Jaguar gab dem Studenten eine Chance als Verkäufer in Aachen. Was dann geschah, bezeichnet Alf-Ingo Pickartz heute noch als „absoluten Erfolgslauf“. Rund zehn Jahre gehörte er zum Team des Familienunternehmens am Europaplatz. 1998 gründete er sein eigenes Autohaus; in Alsdorf-Schaufenberg handelte er auch mit englischen Marken, diesmal Rover, Mini und MG. Sein Unternehmen wuchs auf 15 Mitarbeiter, die Verkaufszahlen hoben seine Firma in die zehn besten Niederlassungen dieser Marken in Deutschland. Alf-Ingo Pickartz expandierte, gründete mit einem Geschäftspartner im Jahr 2000 eine weitere Niederlassung englischer Fahrzeuge in Düren. Um 2002, als die Automarken beider Häuser von Übernahmen durch Mitwettbewerber geschüttelt wurden, musste Alf-Ingo Pickartz für sein Alsdorfer Unternehmen die Insolvenz anmelden. Die Dürener Liegenschaft fand einen Käufer – der Familienbetrieb vom Aachener Europaplatz.

Es war 1996, als Alf-Ingo Pickartz wieder nach Übach-Palenberg fand. Das hatte auch mit seiner Heirat zu tun. Mit Ehefrau Andrea, Sohn Paul und Tochter Eva wohnt er nun am Ortsrand von Palenberg. Aus der Automobilbranche hat er sich, auch krankheitsbedingt, im Jahr 2012 zurückgezogen. In welche Richtung zieht es den Kaufmann Pickartz? „Über meine Pläne möchte ich noch nicht sprechen. Die reifen noch.“

Im Jahr seines vorläufigen beruflichen Rückzugs hat Alf-Ingo Pickart eine Urkunde bekommen. Sie weist aus, dass er Silberjubilar seiner Partei ist. Die Annäherung an die SPD geschah vorsichtig. „Ich war als Student politisch hoch interessiert“, sagt Alf-Ingo Pickartz. „Ich war auch in den Herzogenrather Ortsvereinen der FDP und der Grünen zu Besuch. Programmatisch passte es aber am besten mit der SPD.“ Über die Funktion des Bildungsreferenten hinaus ging der jetzt 51-Jährige in der Roda-Stadt aber nicht.

Auch nach dem Umzug in die Palenberger Heimat hielt sich Alf-Ingo Pickartz zurück. Bis 2009. „Der Kontakt mit Heiner Weißborn, damals Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzender, war das Entscheidende. Er schlug vor, ich solle in meinem Wohnbezirk als Kandidat für den Stadtrat antreten. Von der Idee war ich begeistert, und zwar mit der Leidenschaft, mit der ich alles im Leben angepackt habe.“ Der heutige Stadtverbandsvorsitzende erinnert sich an einen „intensiven Wahlkampf“ vor jeder Haustür, für den er zwei Wochen Urlaub opferte, der ihm nach eigenem Empfinden aber auch viel Sympathie eingetragen hatte. „Ich habe den Wahlbezirk nur mit rund zehn Stimmen hinter der CDU verloren.“

Die kommunale Politik ist für Alf-Ingo Pickartz jetzt Tagesgeschäft. Er arbeitet im (neuen) Ausschuss für Stadtentwicklung; die Reduzierung der Gremien auf zwei findet bei ihm Unterstützung. Für ihn bleibt es vorrangig, dass die SPD den Herausforderungen gewachsen bleibt, dass die „Tür für alle offen ist“. Denn er sieht die SPD als „Scharnier für viele, Leistungen für die Gesellschaft auch in kleinem Umfang einzubringen“. Sicher gibt es das Problem der Finanzierungen, denn „Sparzwänge werden von oben nach unter weitergereicht“. Dass nur zuletzt an Gemeinschaftsaufgaben gespart werden darf, sei Pflicht für alle politischen Gremien, appelliert Pickartz. Und das den Bürgern deutlich zu machen, wäre die andere Aufgabe. Der Effekt, den er sich wünscht, sei, dass die Menschen noch stärker in die praktische Politik eingreifen.

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