Übach-Palenberg - Aktuelles Projekt der Schülervertretung: Rassismus hat keine Chance

Aktuelles Projekt der Schülervertretung: Rassismus hat keine Chance

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Mit Plakaten machen die Schül
Mit Plakaten machen die Schülervertreter auf die Unterschriftenaktion aufmerksam. Die Beteiligung der Gruppen werden an einem Diagramm nachgezeichnet, erläutern Lucia Pomareda und Henning Schmitz (knieend). In der zweiten Reihe v.r. die SV-Lehrer Holger Heß und Christoph Schlagenhof.

Übach-Palenberg. Wenn Henning Schmitz an den drei hellblauen Streifen zupft, kann er auf gelbem Grund ein einfaches Diagramm herstellen. Das Ergebnis soll zeigen, wie stark sich welche Gruppe an dem gemeinsamen Ziel beteiligt.

Und hohe Beteiligung, wenn möglich 100 Prozent, ist erwünscht für die Auszeichnung des Carolus-Magnus-Gymnasiums als eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage”. „Es geht um den Einsatz gegen jede Form von Rassismus”, beschreibt Henning Schmitz, Sprecher der Schülervertretung (SV), den Kern des Projekts, das seit Schuljahresbeginn ausgearbeitet wird und am kommenden Montag im CMG als Teil einer bundesweiten Offensive gestartet wird.

Die Schülervertretung setzt fort, was sie sich im vorigen Jahr zur Aufgabe gemacht hatte, nachdem sie für den Bundeswettberwerb „Bündnis für Demokratie und Toleranz” nach Berlin eingeladen worden war. Die Erfahrungen daraus empfanden die SV-Delegierten als einen Auftrag, auf dieser Linie weiterzumachen. Der Schwerpunkt „Schule ohne Rassismus” wird in diesem Jahr gesetzt, bleibt allerdings ständige Pflicht für das CMG, woran auch mindestens eine couragierte Veranstaltung im Jahr erinnern soll.

Die Bundesausschreibung für das begehrte Label, das auch als plakatives Schild für das Entree der Schule ausgelobt wird, setzt vor aus, dass sich wenigstens 70 Prozent aller an der Schule tätigen Menschen durch Unterschrift zu eindeutig formulierten Absichten bekennen. Auch muss ein „Pate” (oder eine Personengruppe) benannt werden, der die Aktion begleitet.

Auf all diese Aufgaben hat sich das rund 20-köpfige Aktivistenteam aus der ersten bis zur letzten Jahrgangsstufe, die meisten von der SV, eingerichtet. Diese klare Zuordnung ist auch Holger Heß, einem der SV-Lehrer, wichtig: „Die Schüler tragen das Projekt, nicht die Lehrer.” Den Einstieg in das Thema fanden die SVler über ein Buch des senegalesischen Autors Wilfried NSondé, der nach Paris ging und dort ein Buch über seine Erfahrungen mit der Migration schrieb, erzählt Schülerin Mareen Katz.

Im Übach-Palenberger Gymnasium wurde daraus ein Hörbuch, entstanden im Französischkurs der 9. Klasse. Als es dafür einen Preis gab, besuchte der auch deutschsprechende Autor in der Vorjahrsweihnachtszeit das CMG. Was er den Schülern zum Abschied sagte, berührte sie tief: „Ich habe noch keine Schule erlebt, wo ich nicht blöd angemacht wurde. Außer hier!” Das, sagt Marleen Katz, sei der richtige Anspron zum Weitermachen gewesen.

Das Übach-Palenberger Gymnasium will sich nachhaltig beweisen als weltoffene Schule, tolerant, interkulturell und bunt. Dass dies in einem großen Netzwerk geschehen kann, freut auch Oberstufensprecherin Janina Schmitz. Herkunft oder Religion ihrer Mitschüler/innen sollen keiner Bewertung unterliegen. Und, wie es in einer Schülerratssitzung hieß, jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung habe hier keine Chance.

Was auch auf Mobbing und Gewalt auszudehnen wäre, wie Janina Schmitz betont. Damit umreißt sie den Themenkreis für die schulinterne „Lesenacht” am 23. November. Dann gibt es in der Zeit von 18 bis 21 Uhr Bücher und Theater rund um den Begriff Rassismus, vorbereitet vom Literaturkurs für die 5. und 6. Klassen am CMG. „An unserer Schule stellt sich gar nicht die Frage, wer ausländischer Mitbürger ist”, sagt der betreuende SV-Lehrer Christoph Schlagenhof. „Die Schüler unterscheiden das ja für sich selbst nicht mehr.”

Infos und Vortrag zur Startveranstaltung

Die Startveranstaltung zu „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” wird am Montag, 12. November, um 19.30 Uhr im Carolus-Magnus-Gymnasium eröffnet. Darin wird das Projekt vorgestellt und erläutert.
Zudem hält Helmut Landscheidt einen Vortrag mit historischem Hintergrund aus seiner Dokumentation „Die nationalsozialistische Zeit in Übach-Palenberg.” Zu dem Infoabend sind auch außerschulische Gäste willkommen, Wegweiser gibt es im Foyer.

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