Abgestorbene Olivenbäume dienen jetzt dem guten Zweck

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Friederike Heidenhof (links) u
Friederike Heidenhof (links) und Johannes Heinrichs von „Partnerschaft für Afrika”, freuen sich zusammen mit Brele Scholz über das große Projekt im September. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Kreuzrath. Das Geschäft mit den Olivenbäumen hat nicht ganz geklappt. Nur wenige der einigen hundert aus Portugal importierten Bäume haben den strengen Winter an der alten Ziegelei in Kreuzrath überlebt.

Trotzdem geht Johannes Heinrichs mit einem Lächeln durch die Reihen der rund 200 abgestorbenen knorrigen, uralten Prachtstücke. Jetzt sollen sie zum einen HIV-positiven Kindern in Tansania helfen, zum andern Grundlage für die größte Kunstveranstaltung werden, die die Region je gesehen hat.

„Sculpture Network”

Über das internationale Kunstforum „Sculpture Network”, das bildende Künstler auf der ganzen Welt vereint, wurde eine Ausschreibung gestartet, die zehn Bildhauer im September dazu einlädt, sich eine Woche lang mit einem der Olivenbäume auseinanderzusetzen und eine Skulptur zu schaffen. Bis jetzt haben sich 150 Künstler aus 32 Ländern beworben. „Künstler aus ganz Europa, aus den USA, Australien und sogar Neuseeland wollen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen”, sagt Johannes Heinrichs, der seit fast 20 Jahren die Heinrichs-Gruppe in der Region Aachen-Düsseldorf-Köln zu einem der führenden Anbieter von Pflegedienstleistungen gemacht hat. Die Kosten für das große Projekt trägt er.

Dem in Kreuzrath lebenden Bildhauer Andreas Joerissen war der Wald mit den abgestorbenen Olivenbäumen immer wieder aufgefallen und zusammen mit seiner Dozentin Brele Scholz reifte die Idee: „Daraus kann man doch was machen!” Brele Scholz fand in Johannes Heinrichs einen ebenso interessierten wie engagierten Ansprechpartner. Während Heinrichs sich um den geschäftlichen Teil kümmert, ist Brele Scholz mit der Ausschreibung und den künstlerischen Aspekten beschäftigt. Johannes Heinrichs will am Ende „hochkarätige Prominenz aus Kunst und Wirtschaft” zusammenbringen, um die Objekte so teuer wie möglich zu verkaufen.

Stark engagiert

Davon profitiert nämlich bei entsprechendem Erfolg die Organisation „Partnerschaft für Afrika”, in der der Geschäftsmann Heinrichs zusammen mit Friederike Heidenhof stark engagiert ist.

Das, was für die Kunst in Kreuzrath dauerhaft entstehen soll, sei für die HIV-Kinder in dem aktuellen Projekt die Chance, zu überleben und mit einer Perspektive in das Erwachsenwerden zu starten.

„Zehn Tage sind gar nicht soviel”, schaut Brele Scholz nach vorne und erinnert daran, dass die Veranstaltung öffentlich sein soll: „Jeder ist jederzeit zum Zuschauen willkommen!” Dabei soll allerdings den Künstlern nur über die Schulter geschaut werden. Bei Führungen geht es dann auch um den Austausch zwischen den Gästen und denen, die hart arbeiten. „Hart wird es”, sagt Johannes Heinrichs und erzählt, was er im Internet recherchiert hat: „Olivenholz ist 60 Prozent härter als das der Eiche.” Jetzt geht es daran, die zehn Künstler auszuwählen, die nach Kreuzrath eingeladen und rund um den Kreuzrather Hof wohnen und arbeiten werden. Am Ende wird eine der Arbeiten prämiert. Passend zum Rahmen, zu dem Johannes Heinrichs zur Abschlussveranstaltung einladen will, wird Professor Dr. Wolfgang Becker, langjähriger Leiter des Ludwig-Forums in Aachen, der Jury angehören. Sollte die Veranstaltung die Erwartung erfüllen, ist eine Fortsetzung angedacht. „Einige hundert Bäume stehen noch in Portugal”, sagt Johannes Heinrichs.
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