7,5 Millionen Euro für Brandschutz in den Schulen

Von: Udo Stüßer
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Die Kabel werden abgeschottet, die Decken teilweise erneuert: Thomas Fiedler und Andreas Eickhoff informieren sich vor Ort. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Während Schüler und Lehrer ihre Ferien genießen, sind viele fleißige Handwerker in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule bei der Arbeit. „Die Gesamtschule wird in diesem Jahr brandschutztechnisch gesehen Top-Niveau erreichen. In den vergangenen Jahren wurde der Brandschutz vom Keller bis zum Dachboden optimiert“, sagt Bürgermeister Thomas Fiedler.

Brandschutz war in Schulen schon immer ein Thema. Nach dem Großbrand im Düsseldorfer Flughafen im Jahre 1996 geriet dieses Thema aber verstärkt in den Blickpunkt der Politik. 1998 wurde das Gesetz über Feuerschutz und die Hilfeleistung neu gefasst, im Jahre 2001 gab es mit den Hinweisen zum vorbeugenden Brandschutz neue gesetzliche Regelungen. Auch die Stadt Geilenkirchen ließ von einem Mönchengladbacher Ingenieurbüro ein Brandschutzkonzept für die städtischen Schulen erstellen, das mit der Brandschutzdienststelle des Kreises Heinsberg abgestimmt wurde.

Im Jahre 2004 wurde eine Prioritätenliste erarbeitet. „2005 haben wir in der Gesamtschule begonnen. Jetzt, nach acht Jahren, wurde die letzte Maßnahme in Angriff genommen“, erklärt Fiedler. Andreas Eickhoff, im Stadtentwicklungs- und Umweltamt für das Gebäudemanagement verantwortlich, zieht eine eindrucksvolle Bilanz. Feuerwiderstandsfähige Türen wurden eingebaut, die im Brandfall 30 Minuten den Flammen widerstehen. „Damit hätten die Menschen 30 Minuten Zeit zu fliehen“, sagt Eickhoff.

In weiten Teilen des Gebäudes, in dem rund 1000 Schüler unterrichtet werden, wurden die Decken demontiert und durch nicht brennbare Materialien ersetzt. In den Treppenhäusern wurden Entrauchungsanlagen installiert. „Im Brandfall sorgen Ventilatoren für rauchfreie Flure und Treppenhäuser“, erläutert der Gebäudemanager. Alle Stromkabel im Haus wurden mit nicht brennbaren Materialien abgeschottet. Die Löscheinrichtungen wurden vom Feuerlöscher bis zur Schlauchrolle überprüft. „In diesem Jahr werden noch letzte Schottungsarbeiten in den Decken vorgenommen. Dabei wird ein schmelzbares Material eingesetzt, das sich selbst wieder verschließt, wenn ein Loch entsteht.

So kann sich das Feuer nicht durch die Decke ins nächste Stockwerk fressen“, erklärt Eickhoff. Ebenfalls installiert wurde eine neue Sicherheitsbeleuchtung. Falls der Strom ausfällt, haben die Fluchtwege immer noch eine ausreichende Beleuchtung. Überarbeitet wurde die Brandmeldeanlage, die im Notfall direkt die Feuerwehr alarmiert. „Diese Arbeiten werden überwiegend in den Schulferien und an den Wochenenden ausgeführt, damit kein Unterricht ausfällt oder gestört wird“, erklärt Fiedler.

2,5 Millionen Euro wurden in den vergangenen acht Jahren alleine in die Gesamtschule für Brandschutzmaßnahmen investiert. Eickhoff nennt weitere Zahlen: Für den Erhalt der städtischen Gebäude hat er im Jahr 650.000 Euro zur Verfügung, davon 350.000 Euro für die Bildungseinrichtungen der Stadt. Damit müssen alle Reparatur- und Sanierungsarbeiten, vom tropfenden Wasserhahn über die defekte Heizung bis zum undichten Fenster, bezahlt werden.

Zusätzlich werden in jedem Jahr zwischen 250.000 bis 1 Million Euro in Brandschutzmaßnahmen in Bildungseinrichtungen investiert. Seit dem Jahr 2004 sind es insgesamt 7,5 Millionen Euro. Zuschüsse sind keine geflossen. „Jetzt können wir die Investitionen ein wenig zurückfahren, weil alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind“, weiß Fiedler. Was er natürlich nicht vorhersehen kann, sind weitere Vorschriften der Landesregierung.

Natürlich wurde nicht nur in die Gesamtschule investiert. Die Realschule wurde in den vergangenen Jahren brandschutztechnisch überarbeitet. Im nächsten Jahr wird die Aula in Angriff genommen. Saniert wurden auch die GGS Gillrath, die KGS Teveren, die KGS Würm und die KGS Immendorf. Die KGS und GGS sind in den nächsten Jahren vorgesehen.

„Diese beiden Schulen standen ganz unten auf der Prioritätenliste, hier lagen die Dinge nicht so sehr im Argen. Schließlich hat es Brandschutz schon immer gegeben“, sagt Fiedler. Und. „Es erfüllt mich mit Zufriedenheit, sagen zu können. Unsere Kinder gehen in Schulen, die ein Höchstmaß an Sicherheit bieten.“ Gebrannt hat es Gott sei Dank bisher in keiner Schule.

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