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35-Jähriger muss zwei Jahre ins Gefängnis

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz einen 35-jährigen Angeklagten aus Geilenkirchen.

Der aus Kasachstan stammende Angeklagte hatte sich des Betruges, der Urkundenfälschung, des Diebstahls und des Drogenbesitzes schuldig gemacht.

Ein Mitangeklagter, ebenfalls aus Kasachstan stammender 39-Jähriger, kam deutlich günstiger davon: Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 700 Euro, ebenfalls wegen Betruges und Urkundenfälschung. Das Urteil ist rechtskräftig, weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch beide Angeklagten und ihre Strafverteidiger auf Rechtsmittel verzichten.

Staatsanwalt Dennis Bäcker hatte den beiden teils einschlägig vorbestraften Angeklagten vorgeworfen, von September 2007 mit gefälschten Ausweisen in Telefonläden Verträge geschlossen und so unrechtmäßig Handys in Empfang genommen zu haben. „Das ist Betrug, Urkundenfälschung und Diebstahl”, erläuterte der Staatsanwalt. Die Verträge seien in Heinsberg, Geilenkirchen und Mönchengladbacher Telefonläden geschlossen worden.

Zumindest der 35-Jährige benötigte das Geld aus dem Verkauf der Handys, um seine Drogensucht zu finanzieren. In der Verhandlung wurde auch deutlich, dass der 39-Jährige, der trotz eines Aufenthaltes in Deutschland seit 1995 kaum in der Lage ist, sich verständlich zu machen, bei den Straftaten tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Der 35-Jährige erklärte in der Verhandlung, seit mehr als zwei Jahren drogenabhängig zu sein. „Seit ich in Untersuchungshaft bin, habe ich keine Drogen mehr genommen.” Eine Therapie sei in Vorbereitung, es fehle aber auf jeden Fall noch die Kostenzusage der Krankenkasse. Sein Strafverteidiger Sebastian Holbeck erklärte, dass die Anklage so, wie sie der Staatsanwalt vorgetragen habe, zutreffend sei.

Kontakt im Wohnheim

Auch der Strafverteidiger des 39-Jährigen, Wilhelm Krebs, nahm für seinen Mandanten Stellung. „Der Angeklagte hat mir erklärt, dass er damals im Wohnheim Kontakt mit dem 35-Jährigen bekommen hat.” Der habe seinen Mandanten und einige andere Anwesende gefragt, ob jemand ein Telefon benötige. In den Läden in Heinsberg und Mönchengladbach sei es gelungen, Telefone zu bekommen, der Ladeninhaber in Geilenkirchen habe aber bemerkt, dass es sich wohl um Betrug handele. „Jedenfalls sind mein Mandant und die, die dabei waren, aus dem Telefonladen geflüchtet”, erklärte der Strafverteidiger.

„Der 39-Jährige war sicher nicht die treibende Kraft bei den Straftaten”, begann Staatsanwalt Bäcker sein Plädoyer. Er sei zweimal in den Telefonläden dabei gewesen. „Für ihn fordere ich eine Geldstrafe von 1000 Euro.” Anders sehe die Sache beim 35-Jährigen aus. Für ihn spreche sein Geständnis und seine Drogensucht. „Aber er stand unter laufender Bewährung und ist mehrfach einschlägig vorbestraft. Ich fordere eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.” Aus dem Gefängnis heraus eine Therapie anzutreten, sei schwierig, sagte Strafverteidiger Holbeck. Sein Mandant bemühe sich jetzt. „Ich bitte zumindest, den Haftbefehl aufzuheben.”

Eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro forderte Strafverteidiger Krebs für den 39-Jährigen. „Mein Mandant ist nicht erheblich in Erscheinung getreten bei zweimal vollendetem Betrug.” Außerdem habe er ein Geständnis abgelegt.
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