Geilenkirchen - 277 Jahre spannende Familiengeschichte

277 Jahre spannende Familiengeschichte

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Der Weg der Abhandlung über 277 Jahre Geilenkirchener Schützengeschichte, die Theo Kutsch (r.) Bürgermeister Thomas Fiedler übergab, führte von Kerkrade über Herzogenrath zurück nach Geilenkirchen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Manchmal schlummern Relikte aus vergangenen Zeiten über Jahrzehnte im Keller oder auf dem Speicher und tauchen irgendwann wieder auf. So geschehen mit einer Schrift aus dem Jahre 1926, die sich mit Geilenkirchener Schützenfamilien beschäftigt.

„Letzte Woche rief mich Theo Kutsch aus Herzogenrath an und teilte mir mit, dass er etwas Historisches gefunden hat, was für die Geilenkirchener Schützen von Bedeutung sein könnte“, erläutert Bürgermeister Thomas Fiedler.

Theo Kutsch sitzt ihm im Rathaus gegenüber. Der 91-jährige Senior hat Fiedler das über 20 Seiten starke Heft gebracht und erzählt, wie es in seinen Besitz gelangt ist. Die Kerkrader Schützen hätten kürzlich das Schriftwerk mit dem Titel „Geilenkirchener und Hünshovener Familien in der Geschichte der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft“ in ihrem Fundus entdeckt und Kontakt zu ihm aufgenommen. So nahm er die Abhandlung über 277 Jahre Geilenkirchener Familiengeschichte und weitere historische Aufzeichnungen vor zwei Wochen von seinen niederländischen Schützenbrüdern entgegen.

Theo Kutsch stand 48 Jahre lang in Diensten der Nadelfabrik Schmetz und hatte 30 Jahre eine Führungsposition inne. Seine Lebenserfahrung und seine 49 Jahre währende Mitgliedschaft in der Herzogenrather St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft ließen ihn den Wert des alten Werks sofort erkennen. 1926 von der Buchdruckerei van Gils in Geilenkirchen gedruckt, hat sich der Autor „F. von Loevenich dem älteren“ mit den frühen Jahren Geilenkirchener Schützenfamilien befasst und diese in einer Broschüre veröffentlicht. „Erst habe ich mir die Frage gestellt, wohin mit der wertvollen Schrift?“, erzählt Theo Kutsch. „Ruf doch mal den Bürgermeister von Geilenkirchen an“, gab ihm ein ehemaliger Herzogenrather Amtskollege von Fiedler einen guten Tipp.

So schloss sich der Kreislauf. Von Kerkrade gelangte die Abhandlung über Herzogenrath zurück „an die Wurzeln“ nach Geilenkirchen. „Das ist ein kleines Beispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit“, freut sich Kutsch und gerät richtig ins Schwärmen. Bürgermeister Fiedler bedankte sich bei dem „Vater von Eurode“. Theo Kutsch habe diese deutsch-niederländische Vorzeige-Region mit ins Leben gerufen. F. von Loevenich hat die Geschichte der Schützenfamilien von 1473 bis 1750 aufgearbeitet und viele inte–ressante Anekdoten niedergeschrieben. Ein Beispiel: In der ältesten gedruckten Urkunde der Schützen vom 12. Dezember 1473 bekennen Wilhelm Suelkens und seine Ehefrau Katharina, dem Johann Buggenum und seiner Ehefrau Hilde jährlich drei Sümber Roggen Erbpacht zu verschulden und stellen hierfür Haus und Hof in Bauchem zum Unterpfand. Bürgermeister Thomas Fiedler ist begeistert von der Broschüre und konnte seinen Blick kaum von ihr lösen. „Ich werde jetzt mit der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Geilenkirchen in Verbindung treten. Dann werden wir gemeinsam beraten, wie das Heft aufbewahrt wird“, erklärt Fiedler.

Auf jeden Fall sollen die Aufzeichnungen später ausgewertet werden können, damit dieses Stück Geschichte der Nachwelt erhalten bleibt.

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