Geilenkirchen - 24-jährigen Heinsberger zu zwei Jahren Haft verurteilt

24-jährigen Heinsberger zu zwei Jahren Haft verurteilt

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. In einem „deprimierenden Verfahren” hat das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig 24-jährigen Heinsberger zu zwei Jahren Haft verurteilt.

„Aufgrund der vielen Vorstrafen”, sagte er, „konnte es keine Bewährungsstrafe geben.” Es sei erneut ein deprimierendes Verfahren gewesen, in dem deutlich geworden sei, dass der Angeklagte mit seinem Suchtdruck offenbar nicht fertig werde. Das Urteil ist rechtskräftig, weil der Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft keinen Einspruchsrecht erhoben.

Der seit seinem 13. Lebensjahr drogenabhängige Angeklagte, der vor seiner Inhaftierung drei Gramm Cannabis und zwei Gramm Kokain täglich brauchte und dafür jeden Tag 70 Euro aufwendete, finanzierte diese Drogensucht mit Einbrüchen und anderen Straftaten.

Auf die Frage des Richters, was er gegen seine Drogensucht unternehmen wolle, erklärte der 24-Jährige: „Ich bin bei der Vorbereitung einer zwölfmonatigen stationären Therapie aus der Justizvollzugsanstalt Rheinbach heraus.

Anschließend möchte ich eine Ausbildung machen, nachdem ich einen Schweißerkurs abgeschlossen habe.” Nach einer kurzen Haftunterbrechung war er zwischen dem 6. und 15. September vorigen Jahres wieder rückfällig geworden. „Er ist in eine Wohnung eingebrochen, hat 300 Euro Bargeld und dabei auch Bankunterlagen mitgenommen”, ging Staatsanwältin Isabella Treu auf die jüngsten Straftaten ein.

Er habe dann vom Konto der Geschädigten einen Betrag von 1000 Euro auf sein Konto überwiesen, die er in zwei Beträgen zu je 500 Euro abgehoben habe. Eine weitere Überweisung auf sein Konto sei damals vom Kreditinstitut der Geschädigten nicht ausgeführt worden. Diese Taten stand der Geschädigte ein.

Eine weitere Straftat, mit einem Stein die Scheibe eines Fensters zu einem Wohnhaus eingeworfen zu haben und anschließend in das Haus eingestiegen zu sein, habe er nicht begangen. Der Wohnungsinhaber hatte damals den flüchtenden Täter zwar auf frischer Tat ertappt, aber dessen Gesicht nicht gesehen.

Auch die Beschreibung von Zeugen, die den Vorfall gesehen hatten, passte nicht so richtig auf den Angeklagten, der aber weiß, wer diesen versuchten Einbruch begangen hat und in der Verhandlung auch den Namen nannte. Dieser Anklagepunkt wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig eingestellt.

Nach einem Blick in das umfangreiche auch an einschlägigen Strafen dicke Register ging Staatsanwältin Isabella Treu in ihrem Plädoyer darauf ein, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. „Allerdings muss man zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und elf Monaten erstmal hinkommen.

Ich fordere eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren.” Eine günstige Sozialprognose könne dem Angeklagten nicht gestellt werden, auch die hohe Rückfallgeschwindigkeit spreche nicht dafür, über eine Bewährung überhaupt nachzudenken, so die Anklagevertreterin.

Ähnlich sah es Strafverteidiger Henning Cwik, der von einem typischen Fall von Beschaffungskriminalität sprach. „Eine Bewährungsstrafe wäre für meinen Mandanten kontraproduktiv, weil er seinem Suchtdruck einfach noch nicht gewachsen ist. Nur mit einer Therapie hätte er eine Chance.”
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