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22 Kontrollstellen beim 24-Stunden-Blitzmarathon

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Kommissaranwärterin Lea Dariu
Kommissaranwärterin Lea Darius stoppt die Autofahrer, die die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h überschritten haben, und leitet sie zu ihren Kollegen weiter. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Gillrather Martin Krings, Anwohner der Karl-Arnold-Straße, ist sichtlich verärgert. „Beim Überqueren der Straße musste ich schon oft erschreckt zurückweichen.

Besonders am Abend wird hier mit Höchstgeschwindigkeit gefahren”, klagt er und weist auf die alte Dame hin, „die es noch nicht einmal schafft, die breite Fahrbahn zu überqueren, um zum Bäcker zu gelangen”.

Ebenso wie Martin Krings haben im ganzen Kreis Heinsberg weitere 141 Bürger die Polizei darüber informiert, wo gerast wird. 145 Vorschläge wurden für potenzielle Messstellen gemacht. Auf die Gefahrenstelle Karl-Arnold-Straße hatten gleich sechs Gillrather aufmerksam gemacht.

An insgesamt 22 Kontrollstellen waren am Dienstag beim zweiten 24-Stunden-Blitzmarathon 22 Polizeikräfte mit Radarwagen und Laserkameras im Einsatz, unter anderem auf der Karl-Arnold-Straße in Gillrath.

Obwohl dieser Blitzmarathon groß angekündigt war und die Beamten gut sichtbar, teilweise sogar mit Warnweste am Straßenrand stehen, schreibt Polizeihauptkommissar Gerd Deenen in 50 Minuten fünf Verwarnungen aus. Die Temposünder hatten zwischen 60 und 71 km/h auf dem Tacho. Sie sind noch einmal je nach Geschwindigkeit mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von bis zu 35 Euro davon gekommen. „Erst ab einem gemessenen Tempo von 74 km/h minus 3 km/h Toleranz gibt es eine Anzeige”, erklärt Deenen. Ein Punkt und 80 Euro Strafe wären die Folge.

Glimpflich kommt auch der niederländische Anwalt Gerard von Soerland davon, der mit 63 km/h gemessen wurde. „15 Euro Strafe ist wenig. Das ist ein angemessenes Bußgeld. In den Niederlanden hätte ich bestimmt das Vierfache bezahlt”, sagt er. Er befuhr nicht das erste Mal die Karl-Arnold-Straße. „Ich wollte zu meinem Boot auf der Maas und war ganz in Gedanken. So habe ich nicht auf die Geschwindigkeit geachtet”, erklärt er.

„Geschwindigkeit ist der Killer Nummer eins”, weiß Polizeihauptkommissar Michael Okuhn, stellvertretender Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizei, der in Gillrath mit den Hauptkommissaren Gerd Deenen und Klaus Schaaf, Oberkommissar Norbert Eyermanns und Kommissaranwärterin Lea Darius ein Team bildet.

„Durch diesen zweiten Blitzmarathon wollen wir den Kontakt zu den Bürgern herstellen. Wir wollen zeigen, dass wir uns ihrer Sorgen annehmen, wenn sie sich unsicher fühlen”, sagt Michael Okuhn und nennt die Kernbotschaft der Aktion: „Wir wollen Leben retten, wir wollen schwere Unfälle, Tote und Schwerverletzte verhindern.”

Bereits sieben Tote

Der auch für Prävention verantwortliche Beamte nennt Zahlen: Gab es im vergangenen Jahr bis Juni fünf Verkehrstote im Kreis Heinsberg, so sind es in diesem Jahr bereits sieben. Elf waren es insgesamt im vergangenen Jahr. Eine Trendwende hat die Kreispolizei bei den Schwerverletzten ausgemacht. In den vergangenen Jahren stiegt die Zahl kontinuierlich bis auf 225 an. Okuhn hofft, dass die Prognose der Polizei von knapp 190 in diesem Jahr zutrifft.

Mit dieser Blitzaktion will die Polizei in möglichst viele Köpfe der Menschen gelangen und arbeitet flächendeckend. Allein am Dienstag messen die Teams im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung auf der K 13 in Gangelt, auf der B56 in Gangelt-Stahe, auf der Merksteiner Straße und auf der Marienstraße in Übach-Palenberg, auf der Landstraße in Geilenkirchen-Rischden, auf der B221 zwischen Tripsrath und Hatterarth. „Überwachung ist ein unverzichtbarer Teil unserer Arbeit. Da stehen wir hinter”, sagt Okuhn. Deshalb steht eines fest: Es wird weiter geblitzt.
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