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Zum Start wird der Marktplatz aufpoliert

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler Markt
Ausgangspunkt für die Sanierung der nördlichen Innenstadt: Der Marktplatz soll attraktiver gestaltet werden. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Sie ist das Thema der nächsten Jahre: die Zukunft der nördlichen Innenstadt. Wird die Inde erlebbar, wird die Indestraße schlanker, wird die Schnellengasse wieder lebendig - das sind Fragen, für die die Bürger in Workshops mit der Stadtverwaltung Antworten gesucht und gesammelt haben.

Jetzt liegt das dicke Maßnahmenpaket vor. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am Donnerstag sollten die Kommunalpolitiker eigentlich erste Weichen stellen.

Dazu wird es nach Informationen unserer Zeitung jedoch nicht kommen: Die SPD-Mehrheit will erst im Mai eine endgültige Entscheidung treffen, dann begibt sich die Stadtverwaltung auf die Suche nach Fördertöpfen.

Es geht schließlich um Geld, um viel Geld. Deswegen muss das Konzept stimmig und in sich geschlossen sein. Das Paket möglicher Projekte ist auch der Bezirksregierung bekannt, die letztlich entscheidet, ob Landesmittel in die Sanierung gesteckt werden.

„Die ersten Gespräche waren positiv, das Konzept ist gut angekommen”, berichtet der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. Bis zu 80 Prozent beträgt die Förderung des Landes.

Fest steht, dass die Bagger zuerst am Marktplatz anrollen sollen. Wie sich der Platz am Fuße der Peter-Paul-Kirche in Zukunft darstellen könnte, skizziert die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage: Die Mauer an der Kirche soll einer großzügigen Freitreppe weichen. Dort könnte in Zukunft auch die EMF-Bühne stehen.

Selbst die Form der Außengastronomie und die Platzgestaltung stehen auf dem Prüfstand. Insgesamt 1,4 Millionen Euro - so rechnet die Stadtverwaltung - würde der Umbau maximal kosten. Fließt Geld aus der Städtebauförderung, bliebe für die Stadt zwischen 300 000 und 400 000 Euro zu zahlen.

Entscheidung nach Ostern

Dass am Markt etwas geschehen soll, betont auch der SPD-Fraktionschef Leo Gehlen. Allerdings haben die Genossen noch nicht ausreichend darüber beraten: „Wir werden uns direkt nach Ostern zusammensetzen und Ende April mitteilen, was wir wollen”, lässt er sich noch nicht in die Karten blicken.

Man wolle schließlich nicht Einzelentscheidungen treffen, sondern ein gesamtes Paket verabschieden, lautet seine Begründung. Er nennt auch ein Beispiel: „Wenn der Sonnenwagen durch eine Spielfläche ersetzt werden soll, dann wollen wir auch gleich sagen, wo der Sonnenwagen in Zukunft stehen soll.” In der Ratssitzung am 24. Mai soll der Beschluss über das Handlungskonzept gefasst werden.

Damit liegen die Sozialdemokraten im Zeitplan, der von der Stadtverwaltungs ins Auge gefasst wurde. Im Sommer soll das Konzept bei der Bezirksregierung vorliegen, um noch im Jahr 2013 von Fördermitteln zu profitieren. Wann die Bauarbeiten dann wirklich losgehen, hängt von der Förderzusage ab.

Den Weg der kleinen Schritte, der in der südlichen Innenstadt fruchtete, will man auch im Norden beschreiten. Vieles lässt sich erst langfrostig umsetzen. „Wenn wir darüber sprechen, die Inde attraktiver zu gestalten und erlebbar zu machen, dann sitzen viele Behörden an einem Tisch. Ein solcher Prozess dauert Jahre”, weiß Hermann Gödde. Auch die Inde­straße sei ein solcher Fall.

Wesentlich früher kann es an der Ecke Peter-Paul-Straße und Englerthsgärten losgehen. Die Grünfläche soll für Kinder und ältere Menschen gleichermaßen umgestaltet werden. Mit Gesamtkosten von 100 000 Euro ist diese Maßnahme auch deutlich günstiger als der Markt.

Das Handlungskonzeptund seine Ansatzpunkte im Überblick

In Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Planungsbüro von Norbert Post und Hartmut Welters entstand das „integrierte Handlungskonzept nördliche Innenstadt. Die Ansatzpunkte im Einzelnen:

Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raumes: Darunter fallen die Umgestaltung von Marktplatz und Indestraße sowie die Neugestaltung des Indeufers.

Die Wollenweberstraße soll umgebaut werden, sobald die Zukunft des City-Centers geklärt ist. Eine geringe Priorität genießt die Aufwertung des Fußweges zwischen Kolping- und Preyerstraße. Zu guter Letzt soll die Ecke Peter-Paul-Straße und Englerthsgärten attraktiver gestaltet werden.

Ein Fassaden- und Hofprogramm, analog zur südlichen Innenstadt, ist auch für den Norden angedacht.

Vorhandene Brachflächen sollen bebaut werden. Im Blickpunkt sollen auch die Leerstände stehen: Neben der Schnellengasse betrifft dies natürlich auch das City-Center mit dem Hertie-Gebäude. Für die Schnellengasse soll zudem ein sogenannter Verfügungsfonds eingerichtet werden, der zur Hälfte aus Städtebaufördermitteln gespeist wird.

Zudem sollen Beratungen angeboten werden. Auch alternative Wohnformen sollen berücksichtigt werden. Um das Image der Innenstadt aufzupolieren, sollen 70 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

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