Zum letzten Mal Glück vom Dach gewünscht

Von: sh
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Abfegen in luftiger Höhe: Die Schornsteinfeger-Kollegen (von links) Gottfried Willms, Wolfgang Scholz, Wolfgang Münstermann und Martin Zimmermann verabschiedeten Bernd Claßen auf traditionelle Art und Weise sowie in klassischer Kluft in den Ruhestand. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. So einen Abschied bekommen nicht viele. Genauer gesagt: nur Schornsteinfeger. Die Kollegen von Bernd Claßen schwenkten zum inoffiziellen, letzten Arbeitstag den Zylinder - und zwar auf dem Dach. Abfegen heißt die Tradition der Schornsteinfeger.

Wenn jemand den Schornstein Schornstein sein lässt und in den Ruhestand wechselt, mache man das so, erklärte Bezirksschornsteinfegemeister Wolfgang Scholz. Zur Feier des Tages hatten sich alle natürlich die Festtagskluft eines Schornsteinfegers, den zweireihigen Koller samt Halstuch, angelegt. Auch die Kehrleine hatte sich der ein oder andere über die Schulter geworfen. Dann ging´s gemeinsam zur letzten Messung. Turnereien auf dem Dachgiebel stehen aber nicht immer auf dem Programm, oftmals treten die Schornsteinfeger heute den Gang nach unten in den Heizungskeller an.

Doch gemeinsam mit seinen Kollegen Wolfgang Scholz, Martin Zimmermann, Gottfried Willms und seinem Nachfolger Wolfgang Münstermann ließ es sich Bernd Claßen nicht nehmen, noch einmal glücklich vom Dach zu winken. Glück verteilen Schornsteinfeger sowieso gerne.

Und so wünschten Scholz & Co. nicht nur ihrem 61-jährigen Kollegen Claßen viel Glück für die Zeit nach dem Beruf, sondern hoffen auch, dass alle anderen einen glücklichen und zufriedenen Jahresabschluss feiern können. Bernd Claßen begann im April 1963 seine Lehre. Der gebürtige Stolberger arbeitete 27 Jahre in seinem Bezirk, der die Orte Hastenrath, Scherpenseel, Bergrath, Nothberg, Volkenrath, Bohl und Werth umfasst.

„Wir lassen uns jetzt von unserem Bald-Rentner zu einer Tasse Kaffee und einem Brötchen einladen”, so Wolfgang Scholz schmunzelnd nach dem Abfegen. Auch das sei Tradition, sagt er, und schwenkt für heute ein letztes Mal den Zylinder.
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