Eschweiler - Zentrales Thema der Werke ist der Mensch

Zentrales Thema der Werke ist der Mensch

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An der Presse: Walter Dohmen hat eine unverwechselbare Formensprache entwickelt, von der sich Kunstfreude ab Sonntag in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof überzeugen können. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „Ganz Nah” ist eine Ausstellung von Walter Dohmen überschrieben, die am Sonntag, 14. November, 11 Uhr, in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof eröffnet wird. Veranstalter ist der Eschweiler Kunstverein.

Die Einführung hält Dr. Dagmar Preising (Suermondt-Ludwig-Museum Aachen). Für die musikalische Untermalung sorgen Bärbel Ehlert und Friedhelm Lutzer mit Klezmer-Musik.

Dohmen, der in Langerwehe lebt und arbeitet, hat eine unverwechselbare Formensprache entwickelt, die sich sowohl flächig als auch linear ausdrückt. Er versteht es, die historischen druckgraphischen Verfahren mit virtuoser Könnerschaft um zahlreiche innovative Aspekte zu erweitern und zu verfeinern.

Dabei dominiert die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Tiefdruck. So kann er zu Recht für sich in Anspruch nehmen, den Kupferstich, eine fast ausgestorbene Technik und ältestes graphisches Tiefdruckverfahren, für die moderne Kunst wiederentdeckt zu haben.

Zentrales Thema im graphischen Oeuvre von Walter Dohmen ist der Mensch, den er aus immer neuer Perspektive zeichnerisch zu erfassen sucht. Sein Interesse richtet sich dabei jedoch nicht auf die äußere Erscheinungsweise der menschlichen Gestalt, sondern vielmehr auf die innere, verborgene Struktur.

So gelingt es ihm, zum Kern menschlicher Existenz vorzudringen, den er dem Betrachter schonungslos offen legt. Unter Zuhilfenahme von Röntgenbildern fixiert Dohmen das Gerüst des menschlichen Körpers, um dessen Innenleben zu ergründen. Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Skelett ist für den Künstler thematisch wie künstlerisch richtungweisend.

Das Ende irdischen Lebens

Vom Sujet des Menschen als Skelett zum Phänomen Tod ist nur ein kleiner Schritt. Lässt bereits die Präsenz von Knochenteilen Assoziationen an den Tod als das Pendant zu, so interessiert sich Dohmen in späterer Zeit zunehmend für diese Thematik.

Unter verschiedenen Aspekten beleuchtet der Künstler das Ende irdischen Lebens, das er gezielt als Kontrapunkt gegen eine Welt des schönen Scheins setzt. Er entwickelt divergierende Bildkonzepte, um das antithetisch dem Leben zugehörige Phänomen des Todes erfassen zu können.

Dabei scheut er nicht die Auseinandersetzung mit der ikonographischen Tradition, die ihn bis an das Mittelalter zurückführt. Nicht zuletzt seine eigenen Erfahrungen auf einer Intensivstation prägte das Interesse Dohmens am Tod.

Die erlebte Nähe zum eigenen Tod induzierte jedoch keine emotionale Sichtweise. Eher ist für Dohmen eine nüchterne Auseinandersetzung charakteristisch, die vornehmlich seine früheren Arbeiten kennzeichnen. Emotionslos und sachlich greift er immer wieder die Todesthematik auf, gerade heute, in einer Zeit, in der häufig ästhetisierende Bildkonzepte dominieren.

Die Ausstellung kann bis einschließlich Sonntag, 28. November, jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr, besucht werden.
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