Zahl der Fahrradunfälle in Eschweiler steigt wieder

Von: Tobias Röber
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Fahrradunfall
In Eschweiler häufen sich wieder Fahrradunfälle. Manche enden mit solch demolierten Zweirädern, wie diesem. Symbolfoto: dpa

Eschweiler. Einigen Besuchern stockte der Atem, als sie erfuhren, wem das Fahrrad gehörte, das dort auf dem Platz an der Marienstraße lag. Auf dem Boden mit einer Acht im Vorderreifen. Es war das Rad, mit dem vor kurzem ein Anfang 30-Jähriger an der Kreuzung Aachener Straße/Rue de Wattrelos tödlich verunglückt ist.

Die Polizei hatte das Fahrrad im Gepäck, als sie jetzt in der Innenstadt auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machte. Der Hintergrund: Es verunglücken immer mehr Fahrradfahrer. 17 Fahrradunfälle gab es vom 1. Januar bis zum 30. Juni in Eschweiler, einer endete tödlich. Im Vorjahr gab es keinen Toten bei Unfällen mit dem Rad, im Jahr 2012 noch drei. 50 Radfahrer verunglückten im Jahr 2012, 2013 waren es 37. Ein Präventionsprojekt mit Schwerpunkt Eschweiler war im vorigen Jahr unter anderem für den Rückgang verantwortlich.

Im Gebiet der Kreispolizeibehörde Aachen gibt es seit Jahresbeginn einen Anstieg der Fahrradunfälle von über 50 Prozent, und das ist deutlich zu viel. In Eschweiler ist die Zahl um immerhin 13,33 Prozent gestiegen. Aus diesem Grund ist die Polizei jetzt verstärkt unterwegs. Präventive und repressive Maßnahmen stehen auf dem Programm. Im Klartext: Es wird gewarnt und verwarnt.

So gab es jetzt eine mehrstündige Aktion der Polizei an der Marienstraße. Dort lag nicht nur besagtes Fahrrad als warnendes Beispiel, sondern es gab noch mehr Angebote. So wies die Polizei mit einem Rauschbrillenparcours auf die Gefahr von Alkohol am Fahrradlenker hin. Gerade in der Grillsaison sei das ein großes Thema, weiß Verkehrssicherheitsberater Udo Eibert.

Es gibt viele Gefahren für Radfahrer, weiß Udo Eibert. Vor allem viele Gefahren, die Radfahrern in der Form gar nicht bewusst sind. Um den Maßnahmen Nachdruck zu verleihen, hat die Polizei Piktogramme auf Straßen und Radwege gesprüht. Beispielsweise soll damit vor dem Benutzen eines Radwegs in der falschen Richtung gewarnt werden. „Nachdem wir das Piktogramm auf dem Radweg an der Jülicher Straße aufgesprüht haben, habe ich die Radfahrer beobachtet. Ich war schockiert“, sagt Klaus Ostrowski, Leiter der Polizeiinspektion. Kein Radfahrer habe sich an den Hinweis gehalten.

Mal abgesehen davon, dass Fahren auf der falschen Seite 20 Euro kostet, heben Ostrowski und seine Kollegen vor allem die Unfallgefahr hervor. „Ein Autofahrer schaut erst nach links, wenn er auf die Jülicher Straße will und nicht nach rechts. Für einen Radfahrer kann es dann schon zu spät sein“, warnt Udo Eibert. Auch ein vergessener Schulterblick kann zum Unfall führen. Daher solle jeder Radfahrer lieber bremsen, als auf seine Vorfahrt zu pochen. Der Kraftvergleich mit einem Auto geht in jedem Fall verloren.

Was vielen Radfahrern ebenfalls nicht bewusst ist: Bei Vergehen werden teils drastische Geldstrafen fällig (siehe Grafik). Wer zum Beispiel einen Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquert, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 350 Euro rechnen.

Ein weiteres Anliegen der Polizei ist das Tragen von Helmen. Wenn es nach Ostrowski & Co. geht, wird das Tragen von Helmen ohnehin Pflicht. „Wenn es nach uns geht, ist ein Helm Pflicht“, sagt Udo Eibert. Klaus Ostrowski nimmt die Eltern in die Pflicht. Diese sollten Vorbilder sein und selbst Helme tragen.

Dass die Polizei gerade jetzt verstärkt kontrolliert und warnt, hat einen weiteren Grund: Der Schulbeginn steht kurz bevor. In Eschweiler gibt es einige gefährliche Stellen. Die Indestraße ist eine vielbefahrene Straße und sie liegt auf dem Schulweg vieler Mädchen und Jungen. Gleiches gilt für die bereits angesprochene Jülicher Straße. Auch an dieser Stelle nimmt Udo Eibert die Eltern in die Pflicht. „Gerade bei Schulneulingen sollten die Eltern den Schulweg mit den Kindern trainieren.“

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