„Xynthia” wütet wie die Axt im Walde

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„Ich habe richtig Pech gehabt”: Försterin Susanne Gode begutachtete am Montag die Schäden, die Orkan „Xynthia” im Stadtwald angerichtet hat. Foto: Silvia Kurth

Eschweiler. Überall im Stadtwald kreischten am Tag danach die Motorsägen. Sturmtief „Xynthia” hat auch hier eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Eigentlich hatte Försterin Susanne Gode den Tag nutzen wollen, um am Forstwirtschaftsplan zu arbeiten, den sie demnächst im Fachausschuss vorlegen muss. Doch der ist gründlich durcheinander gewirbelt worden. Im wahrsten Sinne des Wortes.

„Ich hatte den Sturm nicht so stark eingeschätzt”, berichtet die Försterin. Etwa 2000 Festmeter Holz sind am Sonntag dem Windwurf zum Opfer gefallen; fast ausschließlich Fichten, die mit ihren flachen Tellerwurzeln nur wenig Halt im noch dazu aufgeweichten Boden haben. 2000 Festmeter - das ist etwa die zweieinhalbfache Menge dessen, was in einem Jahr im Eschweiler Stadtwald planmäßig geschlagen wird.

Die Forstwirte haben am Montag unverzüglich angefangen, die Sturmschäden aufzuarbeiten. Zuerst ging es darum, die öffentlichen Straßen rasch frei zu machen. Bis alle Wege wieder passierbar sind, wird es etwa vier Tage dauern, schätzt Susanne Gode. Solange ist es gefährlich im Wald.

Doch viele unterschätzen das. Auch am Montagmorgen waren schon wieder Spaziergänger mit ihren Hunden dort unterwegs, und selbst mitten im Sturm hatten sich am Sonntag zahlreiche Ausflügler nicht davon abhalten lassen, in den Forst zu fahren. Auch dort, wo Augenblicke später Fichten über die Bohler Heide knallten.

Aufgeforstet werden die Windwurfflächen erst wieder im kommenden Jahr. Und dabei muss dann auch eine voraussichtlich gesunde Mischung aus Baumarten gefunden werden, die mit dem sich in den nächsten Jahrzehnten wandelnden Klima zurecht kommen. Eines steht fest: Fichte wird das nicht mehr sein.
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