Würzige Anekdoten an Wok und Schneidebrett

Von: Patrick Nowicki
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Es ist angerichtet: Susanne Rhiem (rechts) vom „Essperiment” zeigt das fertige Hauptgericht, während die Teilnehmer mit guter Laune schlemmen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Kochshows sind beliebt. Auf allen Kanälen brutzeln die Lichter, Lafer, Mälzer & Co. mit Prominenten um die Wette. In der Beletage der Köche sind auch zwei Indestädter inzwischen angekommen: die beiden Brüder Frank und Marc Lersch. Ersterer zeigte im Rahmen unserer Aktion „7x Sommer” zehn unserer Leser, wie man ein erstklassiges Vier-Gänge-Menü zubereitet.

Dass es allen viel Freude machte, bewies die Tatsache, dass der ursprünglich für zweieinhalb Stunden angelegte Kochkurs insgesamt fünf Stunden dauerte. Natürlich inklusive Essen, denn zum Abschluss konnte jeder das Gekochte selbst probieren.

„Asien steht heute im Mittelpunkt”, eröffnete Frank Lersch gleich zu Beginn. Schon manche Zutat an diesem Nachmittag klang exotisch: Galgant und Ingwer zählen noch nicht zur Standartausstattung eines hiesigen Gewürzschrankes. Aber es sind Bestandteile, die durchaus in Eschweiler zu kaufen sind. Und dies unterschied die Stunden im „Essperiment” an der Dürener Straße von den meisten Kochsendungen. Frank Lersch erläuterte nicht nur die Bedeutung der einzelnen Zutaten, sondern teilte auch gleich mit, wo man sie kaufen kann.

Was den Kurs zudem besonders machte: Der 35-Jährige würzte ihn mit vielen Anekdoten. Vor allem von seinem ehemaligen Londoner Chef, wo er durch die Ausbildungsmühlen gedreht wurde. „Da wurde es oft sehr laut”, schmunzelte er. Dass Töpfe und Pfannen durch die Gegend flogen, sei dort häufiger vorgekommen. Aber keine Sorge: In der Küche des „Essperiment” musste keiner solche Ausbrüche fürchten. Vielmehr legte Frank Lersch geduldig Wert darauf, dass die meisten Dinge von den Kursteilnehmern verrichtet werden.

Auch aus diesem Grund gab er einen Einblick in Messerkunde. Sein eigenes, ein japanisches Exemplar bezeichnete er sogar als „Heiligtum”. „Die Asiaten verbringen über ein Jahr ihrer insgesamt sieben Jahre dauernden Kochausbildung damit, ihr Messer zu schleifen und damit zu schneiden”, berichtete er. Der Grund ist relativ plausibel: Im oft hektischen Alltag eines Kochs drohen schmerzhafte Schnitte, wenn man nicht achtsam mit dem Werkzeug umgeht. Dass die Messer immer bestens geschliffen sein müssen, versteht sich von selbst.

Dass in einer professionellen Küche wenig weggeworfen wird, hat übrigens keineswegs nur wirtschaftliche Gründe: „Es hat etwas mit Respekt zu tun”, so Frank Lersch. Bei einem Fleischgericht habe schließlich ein Tier sein Leben gelassen. So landet vieles in einen Kessel, wo es oft tagelang köchelt, um als schmackhafte Grundlage für Soßen zu dienen.

In der Küche des „Essperiments” wurde es dann eng, als Frank Lersch die Aufgaben verteilte. Das Gemüse musste geteilt, der Ingwer musste gehackt werden - und alle packten mit an. Selbst als es darum ging, das Gemüse im Wokkessel zu schwenken, bat der Profi die Hobbyköche an den Herd. „Dies macht in den Kursen immer viel Spaß, weil die Hälfte von dem, was man geschnitten hat, daneben landet”, scherzte Frank Lersch. Dieser Lacher blieb allerdings diesmal aus, denn die Leser zeigten sich ausgesprochen geschickt an dem Gussteil.
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