Eschweiler - Wovon junge Leute träumen: Subway-Sandwich und ein Strandcafé

Wovon junge Leute träumen: Subway-Sandwich und ein Strandcafé

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Ideenschmiede bei der Arbeit: Am Samstag sammelten Jugendliche in der „Oase” an der Hehlrather Straße Ideen für eine Neugestaltung der nördlichen Innenstadt.

Eschweiler. Gute Vorschläge für die Zukunft der nördlichen Innenstadt? Aber hallo! Ein Laden für CDs und DVDs ins City-Center, ein „Extrablatt”-Café in die Schnellengasse, auf den Markt ein Open-Air-Kino. Und das frühere Karstadt-Gebäude randvoll mit lauter Einkaufs- und Freizeitangeboten, vom H&M-Modemarkt bis zum Übungsraum für Tanz und Theaterspiel.

Frag junge Leute, wie sie sich Eschweiler vorstellen, und du bekommst so lange Antworten, bis du Stop sagst. Gefragt haben die politischen Jugendorganisationen der Stadt, also die Jungsozialisten (SPD), die Jungen Liberalen (FDP) und die Junge Union (CDU). Ebenfalls gefragt hat die Mobile Jugendarbeit der Stadt, die das Treffen im Jugendheim Oase am Samstag organisierte.

Im Rathaus hat man großes Interesse an den Antworten. Denn da wird mit Hochdruck an Plänen für eine Neugestaltung der Innenstadt nördlich der Inde gebastelt. Nicht erst seit der Schließung des Hertie-Kaufhauses (Ex-Karstadt) wird es immer öder rund um Markt und Schnellengasse. Dort muss etwas geschehen, und zwar schnell.

Weitere Planungsrunde in Kürze

Im Jugendheim Oase hatten die Sozialarbeiter Oliver Krings und Olaf Tümmeler fünf Tische mit großen Papierbögen gedeckt und mit Filzstiften garniert. Viel Platz für Ideen, Anregungen, Vorschläge, Kritik und Wünsche - und die kamen dann auch reichlich. Fast drei Stunden lang diskutierten und dokumentierten junge Eschweiler ihre Vorstellungen für eine Neugestaltung der nördlichen Innenstadt.

Die 15 Teilnehmer dieser Planungsrunde waren ausschließlich junge Bürger, die bei den Jusos, der JU und den Julis aktiv sind. Nicht organisierte Jugendliche waren nicht gekommen, sollen aber in den nächsten Wochen ebenfalls in die Planungswunsch-Runde einbezogen werden. Zum Beispiel bei der „Soccernight” am kommenden Freitag, auch im „Café Downstairs” im Rathaus, wo sich regelmäßig vor Schulbeginn Fahrschüler treffen, und bei den Angeboten der Mobilen Jugendarbeit in den Stadtteilen.

Baudezernent Hermann Gödde hatte zur Eröffnung der Denk-Runde in der „Oase” versichert, wie wichtig die Beteiligung der Bürger „im Alter von Null bis 100 und auch drüber hinaus” bei der Planung sei: „Wo wollen wir hin? Wie sind die Bedürfnisse der Menschen?”

Querdenken nötig

Wie notwendig die Neugestaltung des Viertels zwischen Inde und Peter-Paul-Straße, zwischen Kochsgasse und Funkengasse sei, machte Gödde eindringlich klar. In seiner Studentenzeit sei man sogar von Aachen nach Eschweiler gekommen, um in der Schnellengasse zu feiern. „Wenn ich da heute durch gehe, kommen mir die Tränen”.

Nachdem die Sanierung der südlichen Innenstadt fast abgeschlossen ist, sei nun die City nördlich der Inde an der Reihe. Allerdings wird das nicht so einfach. Gödde: „Die Sanierung der südlichen Innenstadt hatte den Schwerpunkt, die Stellung Eschweilers als Einkaufsstadt zu stärken. Diese Sanierung war ein Erfolg. Aber im nördlichen Bereich müssen wir mehrere Ziele vereinen.”

Nicht nur Einkaufen und Gastronomie, auch Wohnen, Handwerk und Gewerbe haben dort künftig weiterhin ihren Platz. Seine Bitte an die Jugendlichen: „Denken Sie quer, lassen Sie jede Idee zu.” Sein Versprechen: „Wir werden alles ernst nehmen, was hier an Vorschlägen auf den Tisch kommt.”

Da kam dann eine Menge. Besonders bei den Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Mit roten Klebepunkten wurden Vorschläge markiert, die bei besonders vielen Teilnehmern auf Zustimmung stießen. Hier eine Auswahl der Ideen aus dem Workshop.

Einkaufen: Der Modeladen H&M ist nach Ansicht junger Leute ein Muss in Eschweiler - sieben Punkte! Weiter gehören in die City Markengeschäfte wie Tom Tailor und S. Oliver, Modeschmuck, ein Schuhladen mit günstigen Angeboten, ein Taschenladen, der (weiter außerhalb geplante) Mediamarkt, Outlet-Geschäfte, ein Laden für CDs und DVDs und auch wieder das, was es so viele Jahre lang in Eschweiler gegeben hat: „Ein Kaufhaus, wo man eben alles bekommt”.

Cafés und Treffpunkte: Acht rote Punkte für den dringendsten Wunsch: Subway! Das ist ein Schnellimbiss, der auf Sandwichs und Salate setzt und inzwischen in vielen Einkaufszentren zu finden ist. Ebenfalls heiß begehrt sind Cocktailbars und Café-Bars, die sich an ein jüngeres Publikum wenden als die üblichen Cafés in Eschweiler - die Stichworte heißen „Alex” und „Extrablatt”. Auch eine Karaoke-Bar ist bei den Ideen. Und ein Jugend-Bürgerbüro als Anlaufstelle.

Freizeitangebote: Auf dem Markt ist sooooo viel möglich! Konzerte, Eisbahn und (am meisten gewünscht) ein Open-Air-Kino. Mit sieben Wunschpunkten ganz weit oben auch die Idee, an der Inde Liegewiesen und ein Strandcafé einzurichten. Freie Räume für Veranstaltungen werden gewünscht, auch Probenräume für Musik, Tanz und Theater. Überhaupt seien die üblichen Freizeitangebote oft zu teuer. Weitere Ideen: Skate-Indoor-Halle, Kletterhalle, Nichtraucherangebote.

Kritik: Parkhaus hin oder her - es gibt nach Ansicht vieler Jugendlicher zu wenig Parkmöglichkeiten in der nördlichen Innenstadt. Da kam sogar der Vorschlag, den Markt zum kostenlosen Parken frei zu geben. Allerdings wurde auch das genaue Gegenteil gewünscht: autofreier Marktplatz. Die Busverbindungen abends sind ein großer Kritikpunkt. Warum gibt es keinen kostenlosen Nachtbus und keine Jugendtaxis? Mangende Sicherheit und die vielen Baustellen wurden kritisiert, zu wenig Einkaufsmöglichkeiten für Jugendliche - die deswegen lieber nach Aachen fahren.

Wunsch: „Nicht verjagt werden”

Auch dies war ein Thema: Junge Leute fühlen sich, wenn sie sich in der Innenstadt treffen, nicht akzeptiert, misstrauisch angeschaut. Das sollte nachdenklich machen, fand auch Sozialarbeiter Oliver Krings, wenn auf der Liste ein so bescheidener Wunsch steht wie „Nicht verjagt werden”.
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