Workshop „Freistil”: Auf andere zugehen und eigene Gefühle zeigen

Von: ran
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Seinem Gegenüber in die Augen
Seinem Gegenüber in die Augen zu schauen, gehört zu den Aufgaben, mit denen die Teilnehmer am Workshop „Freistil” konfrontiert werden. Foto: Andreas Röchter

Stolberg/Eschweiler. Seinem Gegenüber beim Gespräch in die Augen schauen? Auf einen Unbekannten offen zugehen, ihn freundlich anlächeln und ihn per Handschlag begrüßen? Dinge, die manchen Menschen mangels Selbstbewusstsein schwer fallen.

Doch nicht zuletzt bei Bewerbungsgesprächen ist ein sicheres und souveränes Auftreten ein Schlüssel, der häufig zum Erfolg führt.

Das Selbstbewusstsein von Schülern zu stärken und ihnen zu helfen, sich selbst besser kennenzulernen, gehört zu den Zielen des theaterpädagogischen Workshops „Freistil”, den Daniela Gölden, Lehrerin am Berufskolleg Eschweiler und selbst ausgebildete Schauspielerin, entwickelt hat.

Premiere in sechs Schulstunden

Jetzt fand die Premiere statt: In sechs Schulstunden setzte sie ihr Konzept mit Schülern der Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung in die Praxis um.

„Entscheidend ist, dass den Teilnehmern am Workshop die Gelegenheit gegeben wird, sich selbst besser kennenzulernen. Den eigenen Körper, die Stimme, aber auch ihre Grenzen”, erklärt Daniela Gölden. So fordert sie die Schüler in Partner- und Gruppenübungen auf, Gespräche zu beginnen, aufrecht zu halten oder zu beenden. Darüber hinaus gilt es, auf Kritik angemessen zu reagieren, sich Schwächen einzugestehen, aber auch dem Gegenüber ein Kompliment zu machen.

„Ideal ist, wenn die Jugendlichen es schaffen, ihre Gefühle offen zu zeigen. Deshalb sollen sie im Verlauf des Workshops auch einfach mal schreien. Das kostet nämlich Überwindung”, so die Pädagogin, die ihren Schülern die Vielfalt von Verhaltensvarianten näher bringen möchte. „Aber natürlich auch, welches Echo ein bestimmtes Verhalten hervorruft”, betont sie.

„Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, es gibt bei diesem Workshop kein Richtig oder Falsch.” Dennoch werden die Schüler mit ungewohnten Situationen konfrontiert. „Zu Beginn war noch eine Menge Fremdschämen dabei. Doch mit der Zeit hat sich keiner der 13 Schüler mehr entzogen”, zieht Daniela Gölden ein erstes positives Fazit.

Und wird von den Schülern bestätigt: „Der Workshop hat Spaß gemacht, wir haben viel gelacht aber auch einiges über uns gelernt”, berichtet Ayse Yilmaz.

„Wir konnten aus uns herausgehen. Sehr gut fand ich, dass alle Schüler unserer Klasse beteiligt waren. So war es möglich, Mitschüler kennenzulernen, zu denen man bisher nur wenig Kontakt hatte. Für die Klassengemeinschaft war der Workshop auf jeden Fall gut”, bringt Zubeyde Yarar einen weiteren Aspekt ins Spiel.

Elif Hircin unterstreicht, dass es zu Beginn des Projekts nicht einfach war, die Hemmschwellen zu überwinden. „Mit der Zeit fiel dies aber leichter. Dabei haben wir herausgefunden, welche Verhaltensweisen für den Gesprächspartner angenehm sind und welche nicht”, bestätigt die Schülerin, dass eines der Hauptziele des Workshops, die soziale Kompetenz der Schüler zu fördern, erreicht wird.

Der Premiere von „Freistil” sollen in naher Zukunft weitere „Aufführungen” folgen. „Die Teilnahme hat den Schülern offensichtlich Spaß gemacht und hoffentlich auch etwas gebracht”, kann sich Daniela Gölden durchaus vorstellen, dass das Projekt fester Bestandteil des Schulprogramms am Berufskolleg Eschweiler wird.
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