Wolfram Stolz kommt drohendem Rauswurf zuvor

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Das Kapitel Wolfram Stolz ist für die Eschweiler CDU beendet. Das Ratsmitglied kam einem drohenden Parteiausschlussverfahren zuvor und trat am Dienstagnachmittag aus der Partei aus.

Am gleichen Tag bat ihn der Kreisverband schriftlich um eine Stellungnahme zu den jüngsten Vorfällen - diese ist nun hinfällig. Der Kommunalpolitiker hatte vor der letzten Ratssitzung bereits die CDU-Fraktion verlassen. Seinen Sitz im Stadtrat, den er durch die Union und nicht durch einen Sieg in seinem Wahlbezirk erhalten hat, hat er allerdings bisher noch nicht zurückgegeben.

Noch am Freitag hatte Stolz Rückendeckung von seinem Ortsverband Eschweiler erhalten. Wie jetzt bekannt wurde, wusste jedoch nur ein kleiner Teil des Vorstandes von der Erklärung, die der stellvertretende Vorsitzende Dieter Königs unterschrieben hatte. Königs legte am Mittwochmorgen sein Amt nieder. Er habe damit formell die Verantwortung für das Schreiben übernommen, hieß es. Zu einer Stellungnahme war er nicht zu erreichen. Am Mittwochabend fand eine Sitzung des Ortsverbands-Vorstands statt.

Der Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens reagierte erleichtert: „Ich hoffe, dass damit der Zirkus, den wenige eröffnet haben, endlich ein Ende hat, und wir wieder zu den Sachthemen zurückkommen können.”

Den Rückzug von Stolz wollte er nicht weiter kommentieren. Allerdings bedauerte er: „Ich habe noch nach seinem Abschied aus der Fraktion den Vorschlag gemacht, eine gemeinsame Erklärung mit ihm und dem Stadtverband zu verfassen, um eine Schlammschlacht zu vermeiden.” Dazu ist es jedoch nicht gekommen, Stolz reichte eine eigene Stellungnahme ein.

Die Eschweiler CDU steht nun vor einem Wandel - und dies hat nicht unmittelbar mit dem Abgang von Wolfram Stolz zu tun. Seit Monaten arbeitet der Stadtverbandsvorstand daran, die Union an der Inde neu aufzustellen, nachdem es in den vergangenen Jahren bei Wahlen stets Niederlagen gegeben hat.

Die bitterste Klatsche setzte es bei der letzten Kommunalwahl, als die CDU nicht einen einzigen Wahlbezirk für sich entscheiden konnte. Dies führte innerhalb des Stadtverbands zu einem Stühlerücken, den Vorsitz übernahm Willi Bündgens.

Noch in diesem Jahr soll - so hofft der Stadtverbandsvorstand - die Umstrukturierung abgeschlossen werden. Betroffen ist davon vor allem der Ortsverband Eschweiler, dem Wolfram Stolz noch vor einigen Monaten vorsaß. Der Verband soll insgesamt 17 Kommunalwahlbezirke betreuen. „Dies ist eine Aufgabe, der man nur schwer gerecht werden kann”, so Bündgens. Deswegen sei geplant, den großen Ortsverband Eschweiler in drei kleinere, gleich große Verbände aufzuteilen, um „zielgerichteter für den Bürger arbeiten zu können”. Sämtliche Vorstände der Ortsverbände sind an der Umstrukturierung beteiligt.

Der Kreisvorsitzende der CDU, Axel Wirtz, wünscht sich, dass nun Ruhe einkehrt in der Eschweiler Union: „Ich hoffe, dass die verbliebenen Mitglieder des Ortsverbands-Vorstands Eschweiler die Chance nutzen, positiv bei der Umstrukturierung der Eschweiler CDU mitzuwirken.”
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