Eschweiler - Wissenschaft mit ganz vielen Schokoladenseiten

Wissenschaft mit ganz vielen Schokoladenseiten

Von: Juliane Kern
Letzte Aktualisierung:
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Hat jeder Mensch eine Schokoladenseite? Dieser Frage ist Pia Söndgen von der Liebfrauenschule in ihrem Projekt für den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht” nachgegangen. Dazu hat sie die Gesichter von 24 Probanden vermessen und ihre rechten und linken Gesichtshälften gespiegelt. Ein Ergebnis der preisgekrönten Arbeit: Das natürliche asymmetrische Gesicht wirkt am sympathischsten. Grafik: Foto: Pia Söndgen

Eschweiler. Wieso sagt man eigentlich: „Zeig Dich von Deiner Schokoladenseite?” Haben Menschen wirklich eine schönere und eine weniger schöne Seite? Woher diese Redewendung kommt und was es damit auf sich hat - diese Fragen hat sich Pia Söndgen schon immer gestellt.

Im Biologie-Leistungskurs der Stufe 12 hat die Schülerin der Bischöflichen Liebfrauenschule daraus eine Facharbeit entwickelt. Das Thema: „Gesichtsasymmetrien”.

Doch nicht nur das. Wie drei ihrer Mitschüler hat die 19-Jährige die Facharbeit auch noch zu einem Forschungsprojekt für den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht” ausgebaut und prompt gewonnen - den 2. Preis. Auch Ricarda Lothmann, Viktoria Piter und Oliver Arnolds waren mit ihren Forschungsprojekten erfolgreich. Die Jury des Regionalwettbewerbs verlieh allen drei Schülern für ihre Arbeit den 3. Preis.

Ein Jahr lang haben die vier Schüler des Biologie-Leistungskurses von Dr. Barbara Busert Daten verglichen, Messungen vorgenommen, Proben untersucht, Fachliteratur gewälzt und die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit schließlich in einer 15 Seiten starken Dokumentation zusammengefasst.

Anders als Pia, die der Redewendung von der „Schokoladenseite” auf den Grund gehen wollte, haben Ricarda, Viktoria und Oliver Krankheiten und Auffälligkeiten in ihren Familien zum Forschen bewegt. So wollte Ricarda wissen, was gegen die kalten, weißen und tauben Finger, unter denen sie bei nasser Kälte leidet, das so genannte Raynaud-Syndrom hilft, und Oliver, dessen Schwester an Krebs erkrankt war, wollte wissen, wie Tumorzellen aussehen und wie man sie frühzeitig entdeckt.

Überflüssiger Zahn

Auch bei Viktoria hat eine Auffälligkeit in ihrer Familie den Anstoß zur Forschungsarbeit gegeben. „Meine Schwester hatte zwischen den Schneidezähnen einen zusätzlichen, überflüssigen Zahn. Da hat mich interessiert, woher so etwas kommt und wie häufig so eine Anomalie eigentlich ist”, erzählt die 20-Jährige.

Mit der Eschweiler Zahnärztin Dr. Ramona Babel-Welz hat sie die Röntgenbilder von 506 Patienten zwischen 18 und 30 Jahren verglichen und festgestellt: „Zahnanomalien sind recht häufig, 6,7 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen.”

Dass Forscher viel Ausdauer brauchen und sich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen dürfen - das haben auch die vier Schüler der Liebfrauenschule erfahren. „Manchmal hatte ich ganz schön Kopfschmerzen, wenn ich wieder ein paar Stunden am Mikroskop gearbeitet hatte”, erzählt Oliver Arnolds, der Gewebeproben von Nieren-Karzinomen mit gesundem Nieren-Gewebe verglichen hat.

Und Pia Söndgen erzählt, wie schwierig es war, die fünfjährigen Probanden bei den Messungen der Gesichtsasymmetrien zur Ruhe zu bringen. „Die haben ganz schön gezappelt.”
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