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Wie geht es weiter mit den Gymnasien?

Von: Naima Wolfsperger
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Früher Eintritt in den Arbeitsmarkt oder persönliche Reife: Im kommenden Jahr wird wahrscheinlich entschieden, ob Schulen zu G9 zurückkehren dürfen. Die Eschweiler Gymnasien vertreten unterschiedliche Standpunkte. Foto: dpa

Eschweiler. Es sind 137 Unterschriften von Eschweiler Bürgern eingegangen, von Anfang Februar, bis Donnerstgnachmittag, 16 Uhr. Am Empfang des Rathauses können Wahlberechtigte für die Rückkehr zum alten Gymnasialsystem G9 stimmen.

Mit dem sogenannten Turboabitur in acht Jahren sollte einiges ermöglicht werden: Die jungen Menschen können früher am Arbeitsmarkt teilnehmen, das stärkt die deutsche Wirtschaft, hilft gegen Fachkräftemangel und gibt der jungen Generation die Chance, sich konkret im Berufsleben zu entwickeln.

Auf der anderen Seite beklagen Unternehmen mangelnde Lebenserfahrung, Universitäten beklagen mangelndes Fachwissen der jungen Schulabgänger, Pädagogen beklagen mangelnde Kreativität und die Schüler selbst klagen über zu hohen Leistungsdruck.

Und so selten es auch vorkommen mag: Die Politik zeigt sich durch die vielseitige Kritik bereit, die G8-Entscheidung rückgängig zu machen. Volksbegehren hin oder her – zumindest haben alle Volksparteien in NRW ein Ausstiegskonzept zurück zu G9 entwickelt. Aber wie stehen die Schulen in Eschweiler dazu?

Das Städtische Gymnasium in Eschweiler hat sich schon im Juni vergangenen Jahres eindeutig positioniert – mit dem Antrag zu G9 zurückzukehren und mit Aktionen wie Gesprächen mit Fraktionsvorsitzenden und verschiedenen Medien. An der Schule dürfte man sich also freuen, wenn G9 wieder möglich wird. Schulleiter Winfried Grunewald ist auch guter Dinge: „Wir müssen sicherlich die Landtagswahlen abwarten.

Aber Regierung und Opposition haben bereits Konzeptpapiere für die Rückkehr erarbeitet.“ Damit sieht der Schulleiter seine Mühen als bestätigt an. Jetzt heißt es abwarten. Und damit kehrt auch wieder etwas Ruhe ein in die Demonstrationskultur der Schule. „Wir werden jetzt nicht gemeinsam zur Volksabstimmung ziehen“, sagt Grunewald. Das ist den Eltern dann doch selbst überlassen. Nichtsdestotrotz ist der Weg für die Schule eindeutig: Gibt es die G9-Möglichkeit, dann wird sie auch genutzt.

Mit der heißen Nadel gestrickt

Bei der Bischöflichen Liebfrauenschule sieht es da schon wieder anders aus. Schulleiter Carsten Gier wünscht sich für seine Schüler vor allem einen überdachten und geregelten Schulablauf.

Ob dieser nun in acht oder neun Gymnasialjahren über die Runden geht, ist für ihn eher hintergründig: „Letztlich werden die Landtagswahlen entscheiden. Mir ist wichtig, dass eine Rückkehr gegebenenfalls wohl überdacht und ausgearbeitet ist.“ G8 sei mit der heißen Nadel gestrickt worden und habe die Schulen ohne Anleitung vor vollendete Tatsachen gestellt. „Das Konzept war nicht richtig überdacht“, erklärt der Schulleiter, warum immer wieder nachgebessert werden musste.

In der aktuellen Situation hat er das Gefühl, dass die Eltern, deren Kinder die Bischöfliche Liebfrauenschule besuchen, ihre Kinder in guten Händen wissen. Deshalb gebe es derzeit auch keine G9-Bewegung. Für die individuelle Entwicklung der Persönlichkeiten der Schüler sehe er klare Vorteile in G9. Aber um beispielsweise die Kritikpunkte der Hochschulen auszubessern, dass die Schüler mit zu wenig Fachwissen an die Universitäten kämen, das ginge nur mit einem wohldurchdachten Rückgang zu G9.

„Wenn wir nur die aktuellen Lehrpläne auf ein Jahr mehr verteilen, dann haben wir durch das Jahr nichts gewonnen.“ Die Politik müsse ganz klar die Ansprüche definieren und eine verbindlichen Entwicklungsleitfaden herausgeben. „Auf dem Weg zu G8 wurden die Schulen mit der Umsetzung komplett alleingelassen. Das darf nicht noch einmal passieren. Zum Wohle unserer Kinder.“

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