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Wichtiger Job: Alle zwei Jahre werden Feuerlöscher geprüft

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Ralf Wynands bei der Arbeit. Der 45-Jährige ist für die Inspektion von Feuerlöschern zuständig. Zehn bis 15 Minuten benötigt er für die Prüfung und Instandsetzung eines Geräts. Foto: T. Röber
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Manfred Krause ist bei der Feuerwehr unter anderem für Schulungen mit Feuerlöschern zuständig. Foto: T. Röber

Eschweiler. Ralf Wynands hat für seine Arbeit einen ganz schön großen Wagen nötig. Und das alles für die Prüfung eines kleinen Geräts. Pardon: für die Inspektion, so die genaue Wortwahl. Ralf Wynands ist Sachkundiger für Feuerlöschgeräte. Er prüft also Löscher und setzt sie instand. Es ist ein wichtiger Job. Feuerlöscher können nämlich Lebensretter sein.

„Es kommt hin und wieder vor, dass Menschen mit ihrem Feuerlöscher zu uns kommen und sagen: ‚Der hat mir das Leben gerettet.‘ Das freut uns natürlich sehr“, sagt Andreas Kuhn, Chef von Ralf Wynands. Rund 25.000 Löscher prüft die Firma von Andreas Kuhn jedes Jahr, sechs Mitarbeiter sind dafür im Außendienst im Einsatz. Einer ist Ralf Wynands.

Der richtige Umgang

Sachkundiger für Feuerlöschgeräte ist kein Ausbildungsberuf. Empfohlen sind eine abgeschlossene handwerkliche oder technische Berufsausbildung, unabdingbar ist die mehrmonatige praktische Erfahrung. Außerdem müssen die Mitarbeiter regelmäßig Schulungen besuchen. Ralf Wynands ist gelernter Fernmeldetechniker. Nach einer Rationalisierung in seiner ehemaligen Firma war auch sein Job weg. Er wollte etwas in Richtung Handwerk machen und am liebsten im Außendienst arbeiten. Seit sechs Jahren ist der 45-Jährige inzwischen Sachkundiger für Feuerlöschgeräte. „Es ist ein verantwortungsvoller Job. Da muss man schon wissen, was man tut“, sagt Wynands.

Das gelte nicht nur für die Inspektion, sondern auch für den richtigen Umgang damit, sagt Manfred Krause, der Leiter der Brandschutzerziehung der Eschweiler Feuerwehr. „Die meisten Menschen wissen, dass Feuerlöscher rot sind“, sagt er. Aber wo sie beispielsweise in Betrieben hängen, wüssten längst nicht alle. Und auch nicht, wie sie richtig bedient werden.

Zehn bis 15 Minuten

Mit einem Feuerlöscher könne man Entstehungsbrände nämlich schon zumindest eindämmen, sagt Krause, der bei der Feuerwehr auch für Schulungen zum richtigen Umgang mit Feuerlöschern zuständig ist. Ganz ausbekommen müsse man ein Feuer nicht. Es gilt vor allem folgende Regel: Erst die Feuerwehr alarmieren und Personen retten, dann mit der Brandbekämpfung beginnen.

In diesem Zusammenhang weist Manfred Krause darauf hin, dass bei einem Feuer auf keinen Fall Aufzüge benutzt werden dürfen.

Rund zehn bis 15 Minuten braucht Ralf Wynands für ein Gerät. Für so manches Unternehmen, für das die Firma von Andreas Kuhn tätig ist, dauert es Wochen, bis alle Feuerlöscher geprüft sind. Das Aachener Klinikum zählt dazu. Auf 2500 bis 3000 Stück beziffert Andreas Kuhn die Zahl dort. Jeder einzelne muss vom Mitarbeiter von der Wand genommen, zum Wagen gebracht und inspiziert werden.

Da sind Ralf Wynands & Co. allein mit den langen Wegen viele Stunden beschäftigt. Und das mit ganz schön kostspieliger Ausrüstung, die Andreas Kuhn auf 5000 bis 6000 Euro beziffert. Ansonsten unterscheiden sich die Arbeitsschritte je nach Typ des Löschers ein wenig. Ganz grob gesagt: Der Inspektion von außen folgt die vollständige Entleerung und Neubefüllung des Geräts.

Die Schläuche, Kanäle und Leitungen werden ebenso kontrolliert, die Dichtigkeit wird überprüft, und ganz zum Schluss wird die Funktionsbereitschaft des Löschers wiederhergestellt. Das sind einige von vielen Arbeitsschritten.

Es gibt verschiedene Typen von Feuerlöschern: Dauerdrucklöscher, Aufladelöscher, Löscher mit chemischer Druckerzeugung (die es laut Krause immer weniger gibt) und Gaslöscher. Auf den Löschern ist vermerkt, für welche Brandklasse, also welche Art von Feuer, sie am besten geeignet sind, eine Bedienungsanleitung steht ebenfalls drauf, und wie groß der Sicherheitsabstand in elektrischen Anlagen sein muss.

Den Aufladelöscher bezeichnet Andreas Kuhn als das hochwertigste und wartungsfreundlichste Gerät. Für den Privatgebrauch und Verwaltungsgebäude empfiehlt er den Schaumlöscher, weil bei diesen das Löschmittel in der Regel keine größeren Schäden verursache.

Spätestens nach zwei Jahren müssen Feuerlöscher, die einer europäischen DIN-Norm unterliegen und maximal 20 Kilogramm wiegen dürfen, geprüft werden. Ausnahme: Bei Personenbeförderungen (etwa in Aufzügen) ist eine jährliche Inspektion vorgeschrieben. Wann und wer inspiziert hat und wann die nächste Inspektion erforderlich ist, all das ist ebenfalls auf dem Gerät nachzulesen.

Die maximale Nutzungsdauer eines Löschers wird je nach Typ mit 20 bis 25 Jahren angegeben. Die bestehende Rechtslage verpflichtet den Hersteller, auf die Gefahren einer Verwendung über die empfohlene Lebensdauer hinaus hinzuweisen und den Austausch der Feuerlöscher ab diesem Zeitpunkt dringend zu empfehlen.

Für den Sachkundigen gilt: Falls er entgegen der Herstelleranweisungen bei einem überalterten Feuerlöscher die Prüfplakette trotzdem erteilt, geht er ein hohes Risiko ein. Er haftet zivilrechtlich und strafrechtlich, falls der überalterte Löscher versagt und es zu Sach- oder gar Personenschäden kommt. Gleiches gilt etwa für Firmen. Diese müssen dafür sorgen, dass alle Feuerlöscher wie vorgeschrieben gewartet werden.

Ist der Löscher in Ordnung, muss er auch richtig genutzt werden. Einige Tipps:

Ein Feuer immer in Windrichtung angehen;

Den Brandherd von unten nach oben bekämpfen;

Größere Brände sollten – falls möglich – mit mehreren Löschern gleichzeitig angegangen werden;

Benutzte Feuerlöscher sollten nicht weggestellt, sondern gleich neu befüllt werden.

Ob ein Löscher benutzt ist, sieht man übrigens an der Sicherung (Plombierung), die jeder Löscher haben muss.

Neben den Feuerlöschern weisen Andreas Kuhn und Manfred Krause auf einen weiteren Lebensretter hin: den Rauchmelder.

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