Wenn Einsamkeit sich mit Angst und Wut paart

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Eschweiler. Abschied nehmen von einem geliebten Menschen bedeutet Veränderung. Nichts ist so, wie es vorher war. Wenn Menschen trauern, ist dies auch ein Zeichen von Liebe. Trauer ist sehr schmerzhaft und bestimmt über einen langen Zeitraum unser Leben und Handeln. Starke Gefühle und Empfindungen beeinflussen den Alltag.

Nicht selten treten neben Einsamkeit, Angst und Depression auch Schuldgefühle und Wut auf. Oft verändert sich das Verhalten der Trauernden durch emotionale Labilität, einen veränderten Umgang mit Menschen, manchmal auch durch Hyperaktivität, Apathie und Unsicherheit. Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit machen sich breit, Erinnerungen werden idealisiert. Die Sehnsucht nach dem Verlorenen kann übermächtig werden.

Viele Menschen leiden auch unter Konzentrationsschwierigkeiten und psychosomatischen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Stress. Abwehrschwächen gegenüber Krankheiten sind Folgen.

Auch das Familiensystem ist stark gefordert, denn jeder Mensch trauert anders. Vielfach fehlt das gegenseitige Verständnis. Insbesondere bei starker Trauer ist das Risiko, dass die Familie auseinander bricht, hoch. Gegensätzliche Bedürfnisse nach Nähe und Distanz sind schwer auszuloten und unerklärliche Verhaltensweisen nur schwer auszuhalten.

Die gegenseitige Verletzlichkeit ist enorm hoch. Für einen heilsamen Trauerprozess ist es wünschenswert, dass jeder eine individuelle Unterstützung und Begleitung auf seinem Trauerweg erfährt. Heilsames Trauern bedeutet: sich Zeit nehmen, soviel man individuell braucht, um den Verlust zu verarbeiten, neues Zurechtfinden im Lebensumfeld ohne den geliebten Angehörigen, wieder Kraft sammeln für sich selbst und auch wieder fähig für neue Bindungen zu sein.

Um Menschen auf dem Weg durch die schwere Zeit der Trauer zu begleiten, bietet das Helene-Weber-Haus einmal im Monat das Trauercafé „Miteinander“ an. Hier erhalten Trauernde die Gelegenheit ihre Sorgen anzusprechen, Kontakte zu knüpfen, zuzuhören und Gemeinschaft zu erleben. Das nächste Treffen findet am Freitag, 22. Februar, 16.30 Uhr, statt. Das Trauercafé ist gebührenfrei. Anmeldung und nähere Infos unter Telefon 02402/95560.

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