Wasserqualität im Blausteinsee wird besser

Von: pan
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Nach den aktuellen Ergebnissen geht der Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, Hermann Gödde, davon aus, dass der See bald auch zum Baden freigegeben werden kann. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Die Blausteinsee-GmbH hat auf die Kritik an der Wasserqualität des Sees reagiert: Wöchentlich werden nun Proben von Fachleuten genommen. Die ersten Untersuchungen im Mai kommen zu dem Ergebnis, dass der See die Grenzwerte für Badegewässer deutlich unterschreitet.

In Zukunft will die GmbH die Werte unmittelbar nach Freigabe durch das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen auf ihrer Homepage sowie auf der Internetseite der Stadt Eschweiler veröffentlichen. Darüber hinaus sollen die aktuellen Protokolle im Infokasten am Blausteinsee ausgehängt werden.

Das Würselener Unternehmen Geotaix Umwelttechnologie GmbH untersucht das Seewasser im Wochenrhythmus. Als Messlatte für die Qualität des Wassers werden bestimmte Keime herangezogen. Der Anfang Mai gemessene Wert für Darmbakterien lag bei 8 in 100 ml Seewasser. Für eine „ausgezeichnete Qualität“ nach der Richtlinie für Badegewässer sind bis zu 500 erlaubt. Enterokokken wurden gar nicht festgestellt.

Nach den aktuellen Ergebnissen geht der Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, Hermann Gödde, davon aus, dass der See bald auch zum Baden freigegeben werden kann. „Wir können heute sagen, dass das Fütterungsverbot der Wasservögel und die Frischluftschneisen an der Uferböschung zur Verbesserung der Wasserqualität geführt hat – die Maßnahmen haben gegriffen“, so Gödde.

Bleibt die von Tauchern kritisierte schlechte Sicht unter Wasser. Auch dies habe die Blausteinsee-GmbH untersuchen lassen, teilt Gödde mit, derzeit betrage die Sicht fünf bis zehn Meter. „Das ist für einen Binnensee sehr gut“, sagt er.

Unterstützung erhält Gödde auch von anderen Fachleuten: Professor Dr. Markus Schröder von Tutthas & Meyer versteht die Aufregung um den Eisengehalt im Wasser des Sees nicht. Die Aachener Ingenieurgesellschaft war in den 80er Jahren an der Planung des Sees beteiligt. „Die Wasserqualität ist deutlich besser, als wir je erwartet haben. Wir hatten vor Jahren Angst, eine Fünf zu bekommen. Heute haben wir die Note Zwei“, urteilt Schröder. Er erinnerte daran, dass man nicht geplant habe, einen Bade-, sondern einen Erholungssee zu errichten.

Dass der Tagebau Wasser mit einem relativ hohen Eisengehalt in den See pumpe, sei ausdrücklich erwünscht. „Eisen bindet den Phosphor im See, was natürlich zu einer Eintrübung führt“, erläutert der Experte. Ein zu hoher Phosphorgehalt führe in den meisten Fällen dazu, dass ein See umkippe. „Davon ist der Blausteinsee allerdings weit von entfernt“, so Schröder. Die Aachener Ingenieurgesellschaft Tutthas & Meyer untersucht das Wasser des Blausteinsees im Jahresrhythmus. Dabei werde auch auf den Eisengehalt geachtet. Der liegt derzeit bei etwa 0,5 Milligramm pro Liter, also im „normalen Bereich“. Sollte der Wert steigen, habe man genug Zeit zu reagieren.

Wasserversorgung bis 2032

Aktuell ist Professor Dr. Schröder intensiv mit der Zukunft des Blausteinsees beschäftigt. So soll das Gewässer in einigen Jahrzehnten vom Grundwasser gespeist werden, wenn der Tagebau Inden geschlossen ist. Ursprünglich konnte die RWE Power AG die Lieferung mit Sümpfungswässern nur bis in wenigen Jahren garantieren. Schröder ist zuversichtlich, dass man einen Weg gefunden habe, bis 2032 Wasser aus dem Tagebau zu erhalten. Ende des Jahres wolle man die Ergebnisse der Untersuchung präsentieren. Für die Blausteinsee-GmbH sind auch die damit verbundenen Kosten von enormer Bedeutung.

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