Eschweiler - Was der moderne Mensch mit der Natur anfangen kann

Was der moderne Mensch mit der Natur anfangen kann

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
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Natur zum Anfassen und Streicheln: Umweltpädagogin Petra Röllicke führte den jungen Zuhörern ihre Skuddenschafe vor. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Was hat der „moderne” Mensch heutzutage noch mit der Natur zu tun, was weiß er über sie? Wenig! Tiere sieht er entweder domestiziert oder im Zoo, von Pflanzen ganz zu schweigen. Dabei ist die Artenvielfalt vor der Haustür, im Garten oder im Gartenteich beeindruckend. Dies zeigten am Samstag die Verantwortlichen des Ende vergangenen Jahres gegründeten Vereins „BiNE” (Bildung für nachhaltige Entwicklung), der in diesem Jahr als Kooperationspartner des Reportagemagazins „Geo” beim 12. Geo-Tag der Artenvielfalt fungierte.

Gründungsmitglied und Umweltpädagogin Petra Röllicke öffnete gemeinsam mit ihrem Mann Albert am Samstagnachmittag die Tore ihres rund 1600 Quadratmeter großen Gartens in Bergrath und gab großen und kleinen Naturliebhabern die Gelegenheit, unter Anleitung von ihr sowie ihren Kolleginnen Andrea Burggraef und Ina Sukkau nach Herzenslust zu entdecken, zu schnuppern, zu fühlen und zu beobachten.

Unter dem Motto „Wert der Natur - Dienstleistungen der Natur für den Menschen” standen drei Aktionen zur Auswahl: Die Teilnehmer konnten zwischen den „Minimonstern im Gartenteich - Die Wunderwelt unter und am Wasser”, dem „Gänseblümchenrestaurant - Leckere Wild- und magische Hexenkräuter” sowie dem Weg „Vom Schaf zur Socke - Artenvielfalt bei Nutztieren, Besuch bei den Schafen und Wolle filzen” wählen.ÊÊ

Und alle Neugierigen kamen bei den Erkundungszügen durch die verschiedenen Biotope auf ihre Kosten. So rüstete Biologin Andrea Burggraef ihre meist jungen Schützlinge zunächst mit kleinen und größeren Käschern aus, um das eine oder andere Tier für kurze Zeit aus dem Teich zu holen und den jungen Naturschützern die Gelegenheit zu geben, dies unter die Lupe zu nehmen. Darunter Molche, die aussehen wie Salamander oder große Libellenlarven. „Ziemlich wüste Gesellen, die sogar kleine Fische oder Kaulquappen fressen”, wusste Andrea Burggraefe den staunenden Kindern zu berichten. Auch Wasserläufer, die so leicht sind, dass sie auf dem Wasser leben, wurden entdeckt. „Sie gehören zu den Wanzen und sind Räuber, die mit ihren Stechrüsseln recht unangenehm werden können”, so die Biologin. Als weitere Funde wurden unter anderem Milben, Käfer und Posthornschnecken registriert.

Ina Sukkau führte zur gleichen Zeit eine Damengruppe durch den Garten, die sich den Kräutern verschrieben hat. Auf ihrer Suche stießen sie auf den Löwenzahn, der auf Grund seiner Bitterstoffe Menschen Linderung verschafft, die an Gallen- und Leberbeschwerden leiden. Auch der Holunder dient als Heilpflanze und galt in zahlreichen Kulturen als heilig. So glaubte man in früheren Zeiten, dass denjenigen, der eine Holunderpflanze ausgräbt, das Pech verfolgen werde. Darüber hinaus stellte Ina Sukkau klar, dass die Brennnessel selbstverständlich essbar ist, solange man die Pflanze so faltet, dass die feinen Brennhärchen verdeckt sind. Desweiteren traf die „Kräutergruppe” bei ihrem Streifzug auf Zitronenminze und Johanniskraut.

Petra Röllicke führte ihren Zuhörern zunächst ihre acht Skuddenschafe vor. Dabei handelt es sich um eine vom Aussterben bedrohte Rasse, die sehr scheu ist und nicht zum streicheln geeignet ist. Anschließend zeigte sie, was mit der geschorenen Wolle alles möglich ist. Sie ließ die Kinder die Wolle fühlen, mit ihren Händen spinnen, die Wolle waschen, kämmen und färben. Nach gut zwei Stunden endete die Entdeckungsreise durch den Garten, der allen Beteiligten Spaß machte, aber auch einen sehr ernsten Hintergrund hatte. „Die Welt, in der unsere Kinder leben werden, ist auch von solchen Aktionen abhängig. Sie entscheiden, ob die Menschen den Wert der Natur wieder zu schätzen lernen”, betonte Albert Röllicke.

Bewusstsein für die Umwelt stärken

Ende des vergangenen Jahres wurde der Verein BinE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) von neun Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Diese verfolgen das Ziel, das Bewusstsein für die Umwelt zu stärken.

Dabei stehen auch soziale Fragen im Blickpunkt. Etwa, was es bedeutet, wenn in unseren Breitengraden T-Shirts zum Preis von zwei Euro verkauft werden. Der Verein finanziert sich durch Spenden.

Gerne bieten die Umweltpädagogen ihre Dienste auch Schulen und Kindergärten an.

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