Eschweiler - Warum bloß tanzt er denn, der Pufpaff?

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Warum bloß tanzt er denn, der Pufpaff?

Von: lbe
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Er ist der George Clooney des
Er ist der George Clooney des Kabaretts: Sebastian Pufpaff stand mit seinem neuen Solo-Programm „Warum!” auf der Bühne des Talbahnhofs. Foto: Laura Beemelmanns

Eschweiler. Er stand vor der Wahl: „Wirst du depressiv oder witzig?” Im Grunde sei er beides, sagt der große Mann im schwarzen Anzug, mit Sneakers und Ken-Gel-Frisur, die er zum perfekten Seitenscheitel gekämmt hat. Malte Sebastian Pufpaff - sein Name ist kein Scherz, nein, er ist Programm. Und das weiß er. Er spricht darüber, ganz offen und ohne Probleme.

„Wenn ich nicht gewollt war, hätte man mir das auch anders sagen können”, so der studierte Jurist, der die weite Reise aus Bonn angetreten war, um nun auch die Bühne des Talbahnhofs zu erobern.

Pufpaff fasste sein Leid zusammen: Er schreibe immer noch Postkarten, da seine Mails grundsätzlich im Spam-Filter landen. Für den Notfall habe er stets eine Dose Ravioli im Haus, da Bestellungen beim Lieferservice spätestens bei Nennung seines Namens im Desaster enden. Und auch sonst diene der Name letzten Endes nur einem Zweck: Unterhaltung. Pures Entertainment.

„Warum!” lautet der Titel seines neuen Solo-Programms. Warum? Das ist eine Frage, die in so vielen Situationen anwendbar ist. Eine grundlegende Frage war jedoch: „Kommen Sie mit der Welt da draußen noch klar?” Trinkende Teenies, aufmüpfige Sechsjährige und Vögel, die nur über einem Zoo kreisen, um einen Fluchtversuch zu starten - all diese Dinge machen ihm Angst. Schreckliche Angst. Er ist der festen Überzeugung, dass jeder Mensch seine eigene Taube habe. Eine Taube, die ihn überwache und verfolge, eine Taube, deren Job die Spitzelei sei. Warum auch sonst gebe es derart viele Tauben?

Laut Pufpaff seien wir zudem lediglich „Mitmach-Zombies” der Gesellschaft, deren Jahr dahin schwindet, als sei es eine kurze Reise. Eine Reise durch den Januar, der mit Horrormeldungen wie Antibiotika-Hähnchen die Menschheit vergifte, gefolgt vom Februar, der durch Rückrufaktionen geprägt sei, bevorzugt in der Automobil-Branche. Nun, im Frühjahr hageln die Katastrophen auf die Menschheit nieder, im Sommer gebe es tendenziell Probleme mit der Deutschen Bahn und ab September drehe sich ohnehin alles nur ums Weihnachtsgeschäft. Das war es. Unser Jahr im Überblick. Laut Pufpaff.

Da kommt so eine kleine Zusammenkunft der „Elite” im Talbahnhof gerade recht. „Wir sitzen hier im Hexenkessel der Emotionen”, so Pufpaff. „Stellen Sie alles da draußen in Frage”, die Welt da draußen - außerhalb der Mauern des Talbahnhofs sei grausam. Affen hocken in ihren Bäumen und warten nur darauf die Evolution neu zu schreiben.

Sie seien das Backup-System der Neuzeit und warten nur auf das Versagen der Menschheit. Dann, ja dann starten sie einen neuen Versuch. Denn wenn Menschen vom Affen abstammen, warum seien Affen dann noch da? Sie warten. Sie warten auf eine neue Chance, um alles besser zu machen. Vielleicht gebe es dann nicht mehr diese fünf Minuten tägliche Dummheit, die ein Mensch an den Tag lege.

„Der Mensch ist jeden Tag fünf Minuten lang saudoof”, oder warum liegt ein erwachsener Mensch nachts im Bett und hebe die Bettdecke, um an seinem „Furz” zu riechen. Und wer hat eigentlich Zäpfchen erfunden? Was hat sich dieser Mensch gedacht? Und welcher Mensch hat das Alphabet sortiert und warum heißt die Tür überhaupt Tür?

Fragen über Fragen. Ein Warum jagte das nächste. Pufpaff tanzte die Ratlosigkeit hinfort. Er zog sich aus bis auf einen dezent eng anliegenden dunkelblauen Body und weiße Schläppchen.

Dann tanzte er. Zog seine Kreise durch den Talbahnhof, durch das Publikum. Und jeder fragte sich mit einem breiten Lächeln im Gesicht: Warum?!
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