Eschweiler - Waldemar Grab: Vom Show-Pianisten zum Verkünder des christlichen Glaubens

Waldemar Grab: Vom Show-Pianisten zum Verkünder des christlichen Glaubens

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Er zehrt von seinen Erinnerungen an die vielen Jahre als Pianist auf dem „ZDF-Traumschiff“: Der Musik-Evangelist Waldemar Grab am Samstag bei seinem Auftritt in Eschweiler. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Als „unvergesslichen Konzertabend“ kündigt Waldemar Grab selber seine Vortragsabende an. Grab, der sieben Jahre lang Pianist auf dem Kreuzfahrtschiff „Deutschland“ war, berichtet an solchen Abenden von seinem Lebensweg, der ihn schließlich zum Glauben an Gott geführt hat. Am Samstag war er in der Freien Evangelischen Gemeinde Eschweiler zu Gast.

Zweieinhalb Stunden lang sang, spielte und erzählte er vor rund 100 Besuchern von seiner Lebensreise. Das eigene Leben als Vortragsthema – dazu gehört viel Selbstbewusstsein. Waldemar Grab hat es. Die Reihe der Prominenten vergangener Tage, die auf Bildern an der Wand des Gemeindesaals an der Kopfstraße aufleuchteten, war lang: Grab mit Willy Brandt, Grab mit Franz Josef Strauß, Grab mit Sabine Christiansen, Grab mit Dunja Reiter, Grab mit Paul Kuhn. Zum Glück hat Waldemar Grab nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch Selbstironie. Er machte sich zwischendurch gern einmal über sich selber lustig, auch darin ein souveräner Entertainer.

Sieben Jahre bei der Luftwaffe

„Exotisch und bunt“ sei seine Lebensreise gewesen, berichtete er. Ausführlich breitete er seine Kindheit in einem Dorf im Westerwald aus, vor allem seinen Klavierunterricht. Seine beruflichen Stationen sind beeindruckend. Sieben Jahre lang war er als Soldat der Luftwaffe Flugbegleiter. Als Abteilungsleiter für die „Kanzlermaschine“ hat er hochrangige Politiker auf Reisen begleitet. Anschließend machte er eine Ausbildung als Krankenpfleger, wurde dann aber Geschäftsführer eines Kreisverbandes der CDU in Hamburg und zugleich Redenschreiber für Politiker und Wirtschaftsfachleute. 1986 wechselte er in die Wirtschaft, befasste sich mit dem Betreuen von Einkaufszentren.

Das Hobby Klavierspielen machte er in den 90er Jahren zum Beruf. Grab heuerte bei der Reederei Peter Deilmann an, als Pianist für Kreuzfahrten. Sieben Jahre lang, so berichtete er den Zuhörern der Freien Evangelischen Gemeinde, spielte er auf dem Kreuzfahrtschiff „Deutschland“, das Fernsehzuschauern aus der Serie „Traumschiff“ bekannt ist. Wehmut lag in seiner Stimme, als er von diesen Jahren als Showpianist berichtete: „Mensch, hatte ich einen Spaß!“ 87 Weltreisen waren es insgesamt, an denen er teilnahm. Durch mehrere Erlebnisse, bei denen er „dem Tod von der Schippe gesprungen“ sei, wandte Grab sich dann dem Christentum zu. Das eine Erlebnis: Er hätte fast in dem Überschall-Flugzeug Concorde gesessen, das am 25. Juli 2000 bei Paris abgestürzt ist. Bei dem Unglück seien ein Onkel und eine Tante und viele Freunde von ihm ums Leben gekommen.

Verkehrsunfall auf Samoa

Das zweite Ereignis war ein Verkehrsunfall auf Samoa, bei dem ein Kapitän ums Leben kam. Das Auto, in dem er fast mitgefahren wäre, sei eine „hunderte Meter tiefe Böschung“ hinab gestürzt. So jedenfalls berichtete es Grab in Eschweiler. In einem Interview, das sich im Internet findet, nannte er ein anderes Unglück als zweites Ereignis, das ihn zum Nachdenken gebracht habe. In Sao Paulo sei ein Kreuzfahrt-Direktor, ein guter Freund von ihm, von einem Container erschlagen worden, der sich von einem Kran gelöst habe.

Wie dem auch sei, ob Direktor oder Kapitän, Böschung oder Container: 2002 entschied sich Waldemar Grab „für den Glauben an Jesus Christus“. Bis 2004 blieb er noch auf der „Deutschland“. Dann sei ihm klar geworden, dass er mit diesem Leben dort, mit Glamour und Show, nicht mehr kompatibel sei. Er besuchte eine Bibelschule, um sich theologisch ausbilden zu lassen, und ist seitdem „Musikevangelist“. Über tausend Mal, so ist seiner Website zu entnehmen, hat er bereits musikalische Vorträge über seinen Weg zu Gott gehalten. Er ist Direktor des Missions- und Sozialwerks „Hoffnungsträger e.V.“ und setzt sich für eine Schule auf Haiti ein. Er schrieb Bücher und nahm CDs auf. Viele Lieder hat er selber komponiert, aber gern verwendet Grab auch bekannte Jazz-Melodien, die er mit neuen, christlichen Texten versieht. Das habe doch schon Luther so gemacht, versichert er, „die Gassenhauer von der Straße genommen und einen frommen Text drauf gesetzt. Aber damals gab es noch keine Gema.“

„Unvergesslicher Konzertabend“

Bei Jazz und Swing zeigt sich das pianistische Können des Musikevangelisten. Auf seine Interpretation von Gershwins „Summertime“ könnte tatsächlich das Eigenlob vom „unvergesslichen Konzertabend“ zutreffen, trotz – und vielleicht für viele Besucher auch wegen – des neuen christlichen Textes, den Grab auf diese Melodie sang.

„Lasst uns diese Gemeinschaft genießen“, freute sich zum Abschluss des Konzerts Christof Lenzen, der Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde. Und wandte sich dem Pianisten zu: „Hast Du noch einen? So als Rausschmeißer?“ Keine Frage, natürlich hatte Grab noch den einen oder auch anderen musikalischen Hit als Abschluss...

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