Von Jupp bis Joachim Sauer: Akhan und Tunç begeistern im Talbahnhof

Von: zsa
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Ob als Bauarbeiter Jupp oder
Ob als Bauarbeiter Jupp oder „Lothar, 40, Single”, Ozan Akhan (links) und Tunç Denizer (rechts) zogen das Publikum in ihren Bann. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. Als „Hybrid Comedy” bezeichnen Ozan Akhan (Kölner Stunksitzung) und Tunç Denizer („Pink Punk Pantheon” Bonn) ihr Programm „Da sind wir”, das sie als „Ozan & Tunç” im Kulturzentrum Talbahnhof präsentierten. Und wie „ein gemischter Salat” enthielt auch ihre Darbietung von allem ein bisschen: Es wurde gesprochen, gesungen und getanzt.

Die beiden Kölner Comedians türkischer Herkunft zeichneten sich vor allem mit viel Wortwitz und ihrer ganz eigenen Dynamik aus.

Schon zu Beginn des Abends verliehen sie ihrem Auftritt eine ganz persönliche Note: Fröhlich tanzend eroberten Ozan und Tunç zuerst die Bühne und begrüßten dann jeden Gast höchstpersönlich mit Händeschütteln. Es sollten „keine Ethno-Comedy, keine türkische Comedy und keine billigen Witze” vorkommen, versprach das Duo, stattdessen wollten sie ihrem Publikum „etwas Anspruchsvolles” bieten. Und so wussten Ozan und Tunç mit wortgewandtem Nummern-Kabarett und spontaner Situations-Komik zu überzeugen - beides hier und da doch mit einer gehörigen Portion südländischem Charme gespickt.

Den Anfang beim von zahlreichen Figuren geprägten Programm machten die Bodyguards von Guido Westerwelle und Angela Merkel. Diese hatten zwar „keine Zeit zum Pissen”, hielten aber dennoch einen Plausch über ihre Auftraggeber. Was passieren würde, wenn ein „linksextremer, islamistischer Ex-Stasi-Anti-Anti-Umwelt-Aktivist” auf einen der beiden Politiker schießen würde, stellten Ozan und Tunç in zwei Versionen der tänzerisch nachgestellten Schlüsselszene aus dem Kevin-Costner-Film „Bodyguard” zur Musik von Whitney Houston nach. Hierbei gabs im Publikum erstmals kein Halten mehr, und die Lachtränen flossen in Strömen.

Von Moderator Jimmy Baby (Tunç) und seinem Gast, Mentalmanipulator Sarasorba (Ozan), über Bauarbeiter Jupp (Ozan) bis hin zu „Lothar, 40, Single” (Tunç) gaben sich auf der Bühne des Talbahnhofs die Figuren des Duos die Klinke in die Hand und sorgten mit Gestik, Mimik, Gesang und Tanz für viele Lacher. Als vermeintliche arabische Terroristen, die „Loser Brothers” („Abdel Loser” und „Ober Loser”) setzten Ozan und Tunç - ein mysteriöser blinkender Koffer im Hintergrund - zunächst an, ein Bekennervideo zu drehen. Trotz Hilfe aus dem Publikum schien dies den „Loser Brothers” jedoch nicht gelingen zu wollen, und so lüfteten sie das Geheimnis des Koffers - er enthielt die Requisiten für ihre geplante Las-Vegas-Show. Eine Kostprobe ihres Könnens, etwa im Bauchtanz, gaben sie natürlich auch zum Besten. Dem Publikum gefiels.

Auch ein kleiner Sketch über die eigenen Landsleute durfte nicht fehlen. Und so gaben Ozan und Tunç als Türken „Ali und Ali” eine muntere Vorstellung ab, in der ein Ali dem anderen beibringen will, ein Macho zu sein. Auch die „Loser Brothers” gaben ein Comeback: Als tollpatschige Schafhirten töteten sie bis auf ein kleines Lamm versehentlich die ganze Herde, die vom Publikum mit einem lauten „Määh” dargestellt wurde.

Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, warum bisher die Ehefrauen ehemaliger Bundeskanzler immer auch in der Öffentlichkeit standen, der Mann von Angela Merkel aber nicht? Darüber wunderten sich auch Ozan und Tunç, die daraufhin Joachim Sauer (gespielt von Tunç Denizer) mit einem Lied („Sie zeigt mich einfach nicht”) selbst zu Wort kommen ließen.

Schließlich machten sich die beiden Comedians noch einen Spaß daraus, die Schlüsselszene aus Star Wars („Luke, ich bin dein Vater”) neu zu interpretieren - mal auf Französisch, auf Italienisch, „typisch” Deutsch, in Russisch oder in der „Königsklasse” - im Bollywood-Stil auf Indisch. Nach so viel Klamauk, der mit viel Applaus belohnt wurde, kamen Ozan und Tunç auch dem Wunsch nach einer Zugabe natürlich gerne nach. Die war zwar nicht ganz jugendfrei, begeisterte das Publikum aber zum Schluss nochmal umso mehr.
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