„Von der Magie der Lieder“: Duo Diethild & Klaus auf Klangreise

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Liedersänger mit großer Fangemeinde: Diethild Klein und Klaus Kläs bei ihrem Auftritt am Sonntag im Eschweiler Talbahnhof. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Es gibt zwei Arten von Musik. Von der einen sind wir fast ständig umgeben, auch wenn sie meist nur vorbei rauscht: Radioschlager, Werbe-Jingles, Kaufhaus-Beschallung bis hin zur akustischen Belästigung. Die andere ist jene Musik, die zu unseren Herzen spricht und von der wir uns berühren lassen.

Was diese zweite Art Musik vermag, machten Diethild Klein und Klaus Kläs – das Duo Diethild & Klaus – am Sonntagabend im Eschweiler Talbahnhof deutlich. „Von der Magie der Lieder“ war Titel und Thema ihres Konzertes.

„Vom Kinderlied angefangen bis zu allen Festen im Leben – überall begleiten uns Lieder. Und das ist auch gut so, denn sie machen uns froh“ versicherte Diethild Klein den Besuchern, die den Saal des Talbahnhofs füllten. Viele von ihnen waren eigens angereist; das Duo hat in der Aachener Region einen guten Ruf und eine große Schar treuer Fans. Sie wissen sehr genau, was Diethild Klein meint, wenn sie erläutert, dass Lieder, wenn sie Menschen berühren, auch das Lebensgefühl verwandeln: „Ein Lied beschwingt, begeistert, tröstet, regt zum Nachdenken an und verbindet Menschen miteinander.“

„Sing ein Lied“ war dann auch, dem Motto des Abends entsprechend, das erste Stück des Konzerts: „Wenn du lange schon nicht mehr gelacht hast, wenn du dir dein Leben schwer gemacht hast – sing ein Lied.“ Der Text stammt, wie bei mehreren Liedern des Repertoires, von Diethild Klein. Aber auch viele andere Liedermacher, Autoren und Komponisten kamen zu Wort und zu Klang: Edith Piaf, Harry Belafonte, Pete Seeger, Salvatore Adamo sind nur einige der Namen. Selbst aus der klassischen Musik holen Diethild & Klaus ihre Themen. Eines ihrer Stücke stammt aus der Oper Norma von Vincento Bellini, eine andere Melodie von dem vor 300 Jahren lebenden französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau.

Der Liederabend war in drei thematische Abschnitte aufgeteilt. „Leben und Lieben“ hieß der erste. Hier fand eine burleske Ballade von Reinhard Mey ebenso Platz wie eine Vertonung des Gedichts „Februar“ von Erich Kästner, von Klaus Kläs einfühlsam interpretiert. Sicherlich einer der Höhepunkte des Abends: Klaus Kläs führte das Gedicht „Glück ist gar nicht mal so selten“ von Clemens Brentano aus der Zeit um 1800 mit einer Melodie von Michel Legrand zusammen, die 1968 unter dem Titel „In the windmills of your mind“ ein Welthit war. Viele Stars haben das schon gesungen – Dusty Springfield, Neil Diamond, Sting, Udo Lindenberg – aber sicher niemand von ihnen auf den Text eines Dichters der deutschen Romantik. Und es passte perfekt.

Unter der Rubrik „Freiheit und Frieden“ wurde deutlich, welche Wurzeln Klaus Kläs in der Folksong- und Liedermacher-Bewegung hat. Lieder von Hannes Wader, Pete Seeger und auch die Übersetzung eines Gedichtes von Boris Vian machten deutlich, dass Lieder auch deshalb zu Herzen gehen, weil sie aufrütteln, protestieren und anklagen: „Sag mir, wo die Blumen sind...“.

Mit „Phantasie und Traum“ überschrieben Diethild & Klaus den dritten Teil des Konzerts. Lieder vom Wünschen und Hoffen, vom Erinnern und Träumen führten die Zuhörer ebenso sanft wie nachdenklich machend dem Ausklang des Abends entgegen. „Kauf dir einen bunten Luftballon“ gehörte dazu, das Kinderlied „La le lu“, von Klaus Kläs hinreißend zart auf der Konzertina begleitet, und auch Diethild Kleins Ohrwurm-Melodie „Traum meiner Kindheit“. Der Liederabend endete mit „Wonderful World“ von Louis Armstrong. Eine wundervolle Welt – und ein wundervolles Konzert, für das sich einige Freunde des Duos mit weißen Rosen bedankten.

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