Eschweiler - Vom Lehrling zum Personalchef

AN App

Vom Lehrling zum Personalchef

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
schreiber_bu
Geschenke für einen geschätzten Kollegen: Der langjährige Personalamtsleiter Hans Schreiber (rechts) hat sich gestern aus seinem Amt verabschiedet. Auch sein Nachfolger Heinz Rehahn, bisher Leiter der Organisationsamtes, hatte ein Präsent Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Wenn ein Mensch so liebevoll und von so vielen wehmütig dreinblickenden Gesichtern aus seinem Amt verabschiedet wird, dann muss er seinen Job gut gemacht haben, sehr gut sogar. Und das hat Hans Schreiber.

51 Jahre lang hat Hans Schreiber im Rathaus gearbeitet. Vom Verwaltungslehrling hat er sich zum Verwaltungsdirektor hoch gearbeitet. Er hat schon im Rathaus gearbeitet, als es im ganzen Haus noch keinen Kopierer, geschweige denn Faxgeräte und Computer gab.

Als Personalamtsleiter hatte Schreiber nicht immer nur bequeme Entscheidungen zu treffen. Und doch werden ihn, den verheirateten Vater zweier Erwachsene Töchter, alle vermissen.

Allen voran Bürgermeister Rudi Bertram, der sehr persönliche Worte an seinen Personalamtschef richtete. Schließlich arbeitet er schon seit 1973 mit Schreiber zusammen. Aber nicht nur persönlich, auch dienstlich weiß Bertram seinen Kollegen zu schätzen. In Hans Schreiber habe er immer einen sehr loyalen Kollegen gehabt, einen Kollegen, auf den Verlass war - auch bei durchaus brisanten Themen und unangenehmen Besprechungen.

Auch das Know-How des langjährigen Mitarbeiters wird er vermissen. „Er musste nicht erst Akten raussuchen, sondern hatte viele Dinge einfach im Kopf”, sagt Bertram. Doch mit Heinz Rehahn, dem bisherigen Leiter des Organisationsamtes, ist ein Nachfolger gefunden.

Liebevolle Worte an den Kollegen

Auch der ehemalige Statdirektor Claus-Dieter Härchen war zur Verabschiedung gekommen, um liebevolle Worte an seinen Kollegen zu richten. Die Quintessenz des gereimten Lobliedes: „Der Hans, der kanns.”

Und auch Personalratschefin Sandra Hundscheidt, die seit drei Jahren im Amt ist, machte sehr persönlich deutlich, wie schwer ihr der Abschied von Hans Schreiber fällt. Von einem Kollegen, von dem sie viel lernen und mit dem sie trefflich diskutieren konnte. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber Sie haben auch nie darauf bestanden, dass man mit Ihnen einer Meinung ist.”

Die Reihe derer, die sich verabschieden wollte, war lang. Raum 7 im Rathaus war viel zu klein. Wer zu spät kam, konnte die rührenden Reden nur vor der Türe lauschen. Zum Abschied gab es viele liebevolle Präsente für den Personalamtsleiter.

Von selbst geschriebenen Kriminalromanen bis hin zu außergewöhnlichen Portraits. „Es ist für mich überwältigend, dass mir hier und heute so viel Anerkennung begegnet”, sagte Schreiber sichtlich gerührt. Der Abschied von seinem Rathaus, in dem er 51 Jahre tätlich ein- und ausging fällt ihm schwer. Und deswegen verabschiedete er sich unter lautem Applaus mit den knappen Worten: „Ich bin dann mal weg, ich habe fertig und Lebbe geht weiter!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert