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Vier Generationen an der Sperlichstraße

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
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Erweitertes Familientreffen: Auf Einladung von Berna Sperlich trafen sich vier Generationen der Familie, Mitglieder des Geschichtsvereins sowie Weggefährten von Bernhard Sperlich am neuen Straßenschild, um das Wirken des ersten Stadtdirektors der Indestadt zu würdigen. Foto: Leo Braun

Eschweiler-Pumpe-Stich. Er prägte im wahrsten Sinne über Jahrzehnte das Gesicht Eschweilers. Vom 1. Februar 1948 bis zum 30. November 1970 zog Bernhard Sperlich als Stadtdirektor die Fäden in der Indestadt und machte sich um den Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt verdient.

Seit einigen Wochen trägt auch eine Straße in Eschweiler seinen Namen (wir berichteten): die Sperlichstraße, die einen Seitenarm der Wilhelminenstraße bildet und gegenüber des Parkplatzes Waldfriedhof liegt. Am vergangenen Samstag kam es auf Einladung von Bernhard Sperlichs Witwe Berna, die in Kürze ihr 95. Lebensjahr vollendet, am Straßenschild zu einem erweiterten Familientreffen.

Vier Generationen der Familie, als Junior war Jan-Bernhard Schulte-Sperlich mit von der Partie, Mitglieder des Eschweiler Geschichtsvereins und Weggefährten des ehemaligen Stadtdirektors, der am 7. September 1999 im Alter von 90 Jahren verstarb, kamen in Pumpe-Stich zusammen, um das Wirken Bernhard Sperlichs zu würdigen.

Eine Ära in Eschweiler

Bernhard Sperlich wurde am 21. Februar 1909 in Berlin geboren, baute 1928 sein Abitur in Münster, wo sein Vater als Oberbürgermeister tätig war, studierte anschließend Jura in Tübingen, Bonn und Münster und legte 1933 sein Referendarexamen ab. Nach Kriegsende übernahm er im Herbst 1945 das Amt des Bürgermeisters in Papenburg an der Ems.

Der 1. Februar 1948 markierte dann den Startschuss seiner Ära in Eschweiler: Mehr als zwei Jahrzehnte stand Bernhard Sperlich an der Spitze der indestädtischen Verwaltung und war entscheidend an der Umstrukturierung der zuvor durch Bergbau und Industrie geprägten Stadt beteiligt. Darüber hinaus lag dem gebürtigen Berliner das Vereinsleben in seiner Wahlheimat besonders am Herzen.

Bereits in den 50er Jahren entwickelte er die Idee der Neugründung des Eschweiler Geschichtsvereins, der während des 2. Weltkriegs seine Aktivitäten eingestellt hatte. Nach seiner Pensionierung trieb er diesen Gedanken entschlossen voran und übernahm Verantwortung, denn am 29. April 1974 wurde Bernhard Sperlich zum ersten Vorsitzenden des neugegründeten Eschweiler Geschichtsvereins gewählt. Sechs Jahre leitete der Jurist die Geschicke des Vereins, bevor er am 24. März 1980 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Verdient machte sich Bernhard Sperlich ebenso um die Kultur- und Denkmalpflege sowie um die Förderung der kulturtreibenden Vereine: Die Rettung und Restaurierung des alten, klassizistischen Rathauses, die Restaurierung der Röthgener Burg, die Erhaltung der Schnellengasse als Altstadtgasse sowie das Bemühen um die Sicherungsarbeiten an der Nothberger Burg, in deren Förderverein er als stellvertretender Vorsitzender aktiv war, lagen ihm besonders am Herzen. Für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement erhielt Bernhard Sperlich das Bundesverdienstkreuz und wurde mit der Silbernen Verdienstmedaille der Stadt Eschweiler ausgezeichnet.

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