Vier Behandlungstypen beim Prostatakrebs

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Eschweiler. Welches ist die beste Behandlungsform bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit geringem und frühem mittleren Risiko? Gesicherte Daten zu dieser Fragestellung soll die sogenannte Prefere-Studie liefern, bei der bis 2030 erstmals vier gängige Behandlungsformen bei lokal begrenzten Tumoren miteinander verglichen werden.

„Bundesweit sollen rund 7600 Patienten an der Studie teilnehmen“, sagt Horst Schwering von der AOK Rheinland/Hamburg in Stolberg. Wer Interesse hat, sollte sich an seinen Urologen wenden. Zahlreiche niedergelassene Urologen, Strahlentherapeuten und Kliniken beteiligen sich bundesweit an der Studie. Erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren betreuen die Teilnehmer. Auch die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Eschweiler St.-Antonius-Hospital ist ein solches Zentrum.

Für alle Methoden offen sein

Das lang andauernde Projekt wird von einem breiten Bündnis unterstützt: Dazu gehören die Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, der Berufsverband Deutscher Urologen und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe.

„Die Patienten erhalten eine Therapie auf höchstem medizinischen Niveau“, sagt Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des Eschweiler Krankenhauses. Sie sollten für alle Behandlungsmethoden offen sein, können aber eine bis maximal zwei der Therapien auch von vornherein ausschließen.

Die Prefere-Studie vergleicht die Wirksamkeit folgender Behandlungsoptionen: vollständige operative Entfernung der Prostata, Strahlentherapie von außen durch die Haut, Bestrahlung mit dauerhaft in der Prostata platzierten Strahlenquellen (Brachytherapie oder permanente Seed Implantation) sowie die aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen.

Im Rahmen der Studie werden die Patienten ausführlich und mit eigens entwickelten Materialien über die Vor- und Nachteile aller vier Therapieformen informiert. Eine Operation kann zu Problemen beim Wasserlassen, Inkontinenz und Impotenz führen. Bei der Bestrahlung sind Inkontinenz und Impotenz seltener, dafür kann es zu Strahlenschäden an Blase und Enddarm kommen. Beim vierten Therapiearm, der aktiven Überwachung, setzt eine aggressive Behandlung erst ein, wenn die Erkrankung fortschreitet. „Dazu muss man wissen, dass lokal begrenzte, wenig aggressive Prostatakarzinome meist sehr langsam wachsen und viele Patienten damit lange leben“, sagt Dr. Jennifer Kranz, Studienleiterin des St.-Antonius-Hospitals. Die Daten der so behandelten Patienten geben einen Hinweis darauf, dass die Gefahr gering ist, aggressive Tumore mit dieser Strategie zu spät zu therapieren.

Viele Tumore wachsen langsam

„Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern“, erläutert Professor Dr. Joachim Steffens, Leiter des zertifizierten Prostatakarzinom-Zentrums Eschweiler. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jährlich rund 67 600 Patienten daran erkranken.

Das Risiko für einen bösartigen Tumor steigt mit zunehmendem Alter. Viele Tumore wachsen allerdings so langsam, dass sie zu Lebzeiten der Betroffenen nicht zu Beschwerden führen.

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