Eschweiler - Verwaltung will zwei Klassen für die KGS Kinzweiler

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Verwaltung will zwei Klassen für die KGS Kinzweiler

Von: tob
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An der EGS ist nur eine Eingangsklasse angedacht. Das sorgt auch für Ärger. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Der Schulausschuss trifft Dienstagabend um 17.30 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Thema ist unter anderem die Eingangsklassenbildung in den städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2013/14. Diskussionspunkt ist vor allem, ob an der Evangelischen Grundschule Stadtmitte (EGS) oder an der KGS Kinzweiler eine Klasse gebildet wird oder ob zwei Klassen eingerichtet werden.

Die Verwaltung schlägt vor, zwei Klassen in Kinzweiler und nur eine an der EGS einzurichten. Zur Situation: Ende des Jahres 2012 ist das 8. Schulrechtsänderungsgesetz in Kraft getreten. Dieses regelt, dass der Schulträger die Zahl und die Verteilung der Eingangsklassen auf die Schulen und Teilstandorte festlegt. Natürlich unter Beachtung der Höchstgrenzen. Die für die Klassenbildung wesentlichen Änderungen der neuen Rechtsgrundlage sind unter anderem folgende:

1. Der sogenannte Klassenfrequenzwert soll von derzeit 24 in vier Schritten auf 22,5 abgesenkt werden.

2. Die Bildung von Klassen mit weniger als 15 und mehr als 29 Schülern soll künftig nicht erlaubt sein.

3. Schulen mit weniger als 92 Schülern in Kommunen mit mehr als einer Grundschule sollen künftig lediglich als Teilstandort einer anderen Grundschule fortgeführt werden. Teilstandorte mit weniger als 46 Schülern können nicht aufrechterhalten werden.

Bei der Bildung der Eingangsklassen für das kommende Schuljahr gibt es zwei Möglichkeiten. Würde das bisherige Recht angewendet, müssten laut Verwaltung in der EGS fünf, in der KGS Kinzweiler drei Kinder abgewiesen werden.

In Eschweiler soll das neue Recht angewendet werden. Soweit sind sich Schulaufsichtsbehörde, Schulleiter und Verwaltung einig. In der letzten Schulleiterrunde konnte jedoch keine Einigkeit erzielt werden, ob die EGS oder KGS Kinzweiler nur eine Klasse bilden.

Sechs müssen abgewiesen werden

Die Situation aus Verwaltungssicht in Kinzweiler: Die Schüler aus St. Jöris, Hehlrath und Kinzweiler bilden seit Jahren eine Dorf- und Schulgemeinschaft. Sie besuchen zum Teil den gleichen Kindergarten und seit Jahren die gleiche Schule. Für die Kinder aus St. Jöris besteht ein Schülerspezialverkehr zur KGS Kinzweiler, die Kinder aus Hehlrath und Kinzweiler können die Schule zu Fuß erreichen. Von den insgesamt 33 Anmeldungen müssten – dem Wunsch der Schule zur Bildung einer Aufnahmegrenze von 27 Kindern entsprechend – sechs Kinder abgewiesen werden.

In der vorigen Schulausschusssitzung wurde eine Unterschriftenliste ausgehändigt, in der Eltern aus Kinzweiler darum bitten, zwei erste Klassen einzurichten.

Die Situation aus Verwaltungssicht in der EGS: Die Schulleitung möchte die Aufnahmekapazität auf 25 begrenzen, sollte nur eine Klasse gebildet werden. Der Hintergrund: Beim Schülerklientel sei ein relativ hoher Migrantenanteil und somit ein größerer Unterstützungsbedarf. Somit müssten von den 34 angemeldeten Kindern neun abgewiesen werden.

Kinder evangelischen Glaubens haben einen Aufnahmeanspruch, bei vier ist das der Fall. Von den 34 angemeldeten Kindern wohnen 13 in Röthgen, drei in Röhe, ein Kind in Bergrath und der Rest in Stadtmitte. Acht Kinder wären in der Lage, eine wohnortnahe andere Schule zu besuchen.

Zwar würden von der Anzahl her mehr Kinder von der EGS abzuweisen sein als in Kinzweiler (neun statt sechs), dennoch plädiert die Verwaltung aus oben erwähnten Gründen für zwei Klassen in Kinz-weiler und eine in Stadtmitte.

Olaf Konietzny, Klassenpflegschaftsvorsitzender an der EGS, äußert sich kritisch zu den Plänen: Die Reduzierung auf eine Klasse sei eine nicht vertretbare Entscheidung. Die Zahl der Anmeldungen rechtfertige die Einrichtung von zwei Klassen. Konietzny: „An der EGS sind viele Kinder mit Migrationshintergrund, deren Eltern teilweise der deutschen Sprache nicht oder nur teilweise mächtig sind. Wie kann man solche Kinder besser fördern als in kleinen Klassen? Würden die Planungen der Stadt Eschweiler greifen, werden 25 Kinder von einer Lehrerin betreut, wobei einige Kinder Deutsch als erste ‚Fremdsprache‘ lernen werden. Dies ist unmöglich.“

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