Verliert die Feuerwehr ihre Faszination?

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Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr gehören Großübungen wie diese zum Alltag dazu. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Es ist 18 Uhr, als auf der Hauptwache der Eschweiler Feuerwehr am Florianweg ein Notruf eingeht. Das Gebäude der Energie- und Wasserversorgung am Hagelkreuz in Weisweiler brennt lichterloh. Nur wenige Minuten später geht ein weiterer Anruf ein.

Ein Mitarbeiter der Firma Regionetz meldet, dass die Kfz-Werkstatt brennt, außerdem werden mehrere Kollegen im Gebäude vermisst. Die gesamte aktive Wehr ist bereits bei einem Großeinsatz auf der Autobahn. Was ist also zu tun? Die komplette Jugendfeuerwehr wird in Alarmbereitschaft versetzt. Bereits wenige Minuten nach ihrem Eintreffen haben die Jugendlichen das Feuer unter Kontrolle und konnten so Schlimmeres verhindern.

Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr gehören Großübungen wie diese zum Alltag dazu. In regelmäßigen Abständen übt der Nachwuchs aus Stadtmitte, Bohl, Weisweiler, Dürwiß, Kinzweiler und Röhe für den Ernstfall. Es gibt jedoch immer weniger Jugendliche, die dazu bereit sind in die Jugendfeuerwehr einzutreten und so sorgen sich die Verantwortlichen um die sinkenden Mitgliederzahlen.

Waren im Jahr 2009 noch 99 Nachwuchsfeuerwehrleute aktiv, waren es im vergangenen Jahr nur noch 79 Jugendliche. Stadtjugendwartin Marie-Luise Göldner versuchte bereits damals eine Erklärung zu finden. Nicht nur der demographische Wandel sei die Ursache dafür, dass sich immer weniger Nachwuchs bei der Jugendfeuerwehr anmelde.

Wenn die Mitglieder 18 Jahre alt sind, haben sie die Möglichkeit in die aktive Wehr zu wechseln. Da dieses Angebot von vielen wahrgenommen werde, seien so über die Jahre Lücken entstanden, die man nicht mehr auffüllen konnte.

Bereits im vergangenen Jahr versuchten die Verantwortlichen, allen voran Stadtbrandinspektor und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Harald Pütz, mehr Nachwuchs für das Ehrenamt zu begeistern. 7500 Flyer wurden an den Schulen in der Indestadt verteilt. Die Resonanz ließ jedoch zu wünschen übrig. „Der Schub, den wir uns dadurch erhofft hatten, ist leider ausgeblieben“, sagt Göldner. Nur vereinzelt hätten Jugendliche die Möglichkeit genutzt und in die Jugendfeuerwehr hinein geschnuppert.

Die aktuelle Mitgliederzahl liegt momentan bei rund 85 Kinder und Jugendlichen. „Grundsätzlich suchen wir immer neue Mitglieder“, sagt Göldner, die weiß, dass es bei den vielen Angeboten, die es für Kinder und Jugendliche in der Indestadt gibt, schwer ist, Nachwuchs zu finden.

Dabei stehen bei der Jugendfeuerwehr vor allem Kameradschaft, Teamgeist, Spaß und Freundschaft im Vordergrund. Neben regelmäßigen Ausflügen und Wettbewerben, finden auch Film- und Spielabende, Grillen, Basteln und Zeltlager statt. Natürlich dürfen auch die regelmäßigen Übungsstunden sowie die Großübungen nicht fehlen, die in mühevoller Kleinarbeit von den Verantwortlichen ausgearbeitet werden.

So auch die Großübung, die am vergangenen Freitag stattfand und von Ausbildungsleiter Hans-Michael Kortz geplant wurde. Bei dieser stand nicht nur die Brandbekämpfung im Vordergrund. Auch die Menschenrettung muss geübt werden. Jede der insgesamt sechs Jugendgruppen kümmert sich bei der Übung am Freitagabend um einen anderen Schwerpunkt.

Während die Jugendlichen aus Stadtmitte einen Sammelplatz für die Verletzten einrichten, sich darum kümmern, dass die Opfer aus den Flammen gerettet werden und die Einsatzstelle entsprechend beleuchten, sind die Gruppen aus Bohl und Weisweiler für die Wasserversorgung verantwortlich. Diese erfolgt über den Unterflurhydranten, der vor dem Verwaltungsgebäude steht.

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