Eschweiler - Verkehrssicherheitsberater arbeiten an Kindergärten und Schulen

Verkehrssicherheitsberater arbeiten an Kindergärten und Schulen

Von: Elisa Zander
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Vorsicht an Kreuzungen: Hauptkommissar Udo Eibert erklärt Schülern die Vorfahrtsregeln. Foto: Elisa Zander

Eschweiler. Vorgehen bis zur Bordsteinkante, stehen bleiben, mehrmals nach links und rechts schauen – erst dann wird die Straße überquert. So ist es richtig und so bringen es Polizisten und Erzieher schon den Jüngsten im Kindergarten bei. Diese Verkehrserziehung ist bei der Polizei ein wichtiges Thema.

Vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I bauen differenzierte Angebote aufeinander auf. Im vierten Schuljahr ist die Fahrradprüfung dran. Dieses Wissen ist Grundlage für den Besuch von Udo Eibert in den fünften Klassen der weiterführenden Schulen. Dann vertieft der Polizeihauptkommissar, der seit 14 Jahren Verkehrssicherheitsberater in Eschweiler ist, das Gelernte. So wie in der 5a des Städtischen Gymnasiums. In zwei Schulstunden dreht sich alles um die Sicherheit am Fahrrad, Vorfahrtsituationen und den Helm.

„Die Situation nach der Grundschule verändert sich“, sagt Udo Eibert. „Die Schüler sind wieder die Anfänger in der neuen Schule. Jetzt setzen sie ihr Fahrrad nicht mehr vorrangig in der Freizeit ein, sondern vielfach, um von Zuhause zur Schule zu kommen.“ Die Polizei habe festgestellt, „dass die Unfallzahlen von Kindern nach der Grundschule stark ansteigen. Das ist logisch, weil die Räder viel häufiger eingesetzt werden.“

Aus dem aktuellen Kinderunfallatlas, herausgegeben von der Bundesanstalt für Straßenwesen, geht hervor, dass in Eschweiler in den Jahren 2006 bis 2010 pro 1000 Einwohner 3,6 verunglückte Kinder registriert wurden. Damit belegt Eschweiler Rang 80 von 107 der Statistik von Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern. Die Stadt Aachen belegt bei 65 Städten zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern mit 2,60 Kindern Rang 12. Die Zahlen sprechen für sich. Doch der Atlas ist für die Polizei „absolut kein Maßstab“, wie Norbert Collip von der Führungsstelle Direktion Verkehr sagt.

Die Zahlen sind von den vergangenen Jahren. „Mit so etwas altem beschäftigen wir uns nicht mehr.“ Die Unfallzahlen aus der Statistik der Polizei für 2011 zählt in Eschweiler 19 Kinderunfälle, 2012 waren es 21. „Das kann sich immer drastisch ändern“, sagt Collip. Kontinuität zeigt sich nicht, wie in Stolberg deutlich wird: 2011 waren es 20 Kinderunfälle, 2012 noch acht. „Bei Kinderunfällen gucken wir immer ganz genau hin.“ Einen Grund für die hohe Rate in Eschweiler erklärt Collip mit „der schlechten Lage für Schulkinder.

„Die Aachener- und Indestraße sind Durchgangsstraßen, die viele Kinder auf dem Weg zur Schule überqueren müssen. Der Faktor ist durch die vierspurige Straße deutlich erhöht.“ Um die Zahlen dauerhaft zu senken, arbeitet die Polizei mit einer Langzeitstrategie. Präventivmaßnahmen wie Crash-Kurse, Informationen für Eltern und Autofahrer und eben jene Fahrrad-Projekte.

„Das müssen wir uns bewusst machen“, betont Udo Eibert. „Die Unfälle passieren auch bei uns und nicht nur in Köln oder Berlin.“ Eindringlich schaut er die Kinder an. Ein Schüler erinnert sich an einen Fahrradunfall, der kürzlich auf der Indestraße passierte, bei dem ein betrunkener Radfahrer, als er eine Fußgängerfurt bei Rotlicht überquerte, von einem Auto erfasst wurde. Udo Eibert wiederholt die in der Grundschule gelernten Vorfahrtsregeln und das richtige Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen. Aber: „Verlasst euch nicht auf eure Vorfahrt. Haltet an und guckt.“

Aufmerksam arbeiten die Schüler mit. „Das zeigt mir, dass sie mit dem Thema wirklich etwas anfangen können“, sagt Eibert. „Wir sind uns bewusst, dass man mit einer Doppelstunde nicht so viel bewegen kann. Aber es ist die Kontinuität, die zu Ergebnissen führt.“

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