Vereine trotzen sterilen Studios

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Es lebe der Sport: Sich gemeinsam im Verein zu bewegen (wie hier bei der Aerobic-Gruppe der ESG Turnen) ist immer noch was anderes als das anonymere Individual-Angebot im Fitnessstudio. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Turnvater Jahn auf der einen, moderner Fitnesskult auf der anderen Seite. Sport im 21. Jahrhundert hat viele Facetten. Wie gehen in Eschweiler Sportvereine mit der veränderten Situation in einer individualisierten Welt um?

Für Günter Koch gilt nur ein Slogan: „Im Verein ist Sport am schönsten!” Der Vorsitzende der Eschweiler Sportgemeinschaft (ESG) Turnen weiß, dass Menschen immer weniger bereit sind, sich im Verein zu engagieren. Doch er sagt ganz klar: „Die Gemeinschaft, die ich im Verein finde, erlebe ich im Fitnessstudio nicht.”

Circa 370 Mitglieder zählt die ESG, davon sind 250 Kinder und Jugendliche. An der Zukunft wird derzeit kräftig gebastelt. Die Homepage soll in Kürze aufgefrischt werden, einen aktualisierten Flyer teilen er und seine Helfer derzeit aus. Das ESG-Leben besteht bei weitem nicht nur aus Reck, Barren und Turnmatte. Im Gegenteil: Neben Aerobic, Nordic-Walking, Wirbelsäulengymnastik gibt es - ganz neudeutsch - auch einen „Fit for fun”-Kurs.

Wenn Hans-Josef Bülles von den Vorteilen der Vereine gegenüber den Fitnessstudios spricht, fällt auffallend oft das Wort „sozial”. Der 2. Vorsitzende des Eschweiler Turnvereins (ETV) ist kein Freund der „Einzelkämpfermentalität” in sterilen Studios. Er sagt: „Viele Leute haben erkannt, dass der soziale Kontakt in einem Fitnessstudio gleich null ist.” Circa 350 Mitglieder hat Eschweilers ältester Turnverein (Gründungsjahr 1867), davon sind mehr als 50 Prozent unter 18 Jahren.

Ein neues Problemfeld sei in den vergangenen Jahren allerdings in der Kinder- und Jugendarbeit durch die Ganztagsschulen entstanden. „Da muss man über Kooperationen mit Schulen nachdenken”, so der Verfechter der Vereinskultur.
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