Verein Heimatfreunde Kinzweiler steht kurz vor der Auflösung

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Kinzweiler. Es sollte eine letzte Gnadenfrist sein: Vor zwei Jahren richtete Dieter Offergeld bei seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden der Heimatfreunde Kinzweiler mahnende Worte an die Mitglieder des Traditionsvereins, dass der gesamte Vorstand dringend verjüngt und generell mehr Engagement von Seiten der immerhin etwa 400 Mitglieder gezeigt werden müsse, sonst drohe nach über 50 Jahren den Heimatfreunden das Aus.

Zwei weitere Jahre später muss der langjährige Vorsitzende mit seinem Vorstand schweren Herzens die Notbremse ziehen und diskutierte mit wenigen anwesenden Vereinsmitgliedern die bevorstehende Auflösung der Heimatfreunde Kinzweiler.

„Emotional aufgewühlt“ sei er, so Offergeld, der angesichts des anhaltenden Desinteresses von Mitgliedern und Bevölkerung an Vereinsleben und Aktivitäten der Heimatfreunde Kinzweiler keine Zukunft des Vereins mehr sieht.

Trauriger Höhepunkt

Das größte Problem sei laut einhelligem Tenor der Versammlung, dass es so gut wie keine jüngeren aktiven Mitglieder gebe und der bisherige Vorstand die Arbeit und Organisation des Vereins nicht mehr leisten könne. Trauriger Höhepunkt sollte dann im vergangenen Jahr das Herbstfest der Heimatfreunde in der Kinzweiler Festhalle sein, das trotz hohem organisatorischen und finanziellen Aufwand auf kaum nennenswerte Resonanz gestoßen war.

Tapfer und pflichtbewusst präsentierte Heimatfreunde-Vorsitzender Dieter Offergeld noch einmal den Geschäfts- und Tätigkeitsbericht, Josef Bock informierte über den Kassenstand, und die Kassenprüfer Arno Johnen sowie Wilfried Schnitzler attestierten eine fehlerfreie Kassenführung. So stand der einstimmigen Entlastung des Vorstands nichts mehr im Wege, doch zur angekündigten Auflösung des Vereins sollte es im Anschluss nicht kommen. Um die Heimatfreunde Kinzweiler aufzulösen, braucht es laut Satzung eine Zwei-Drittel-Mehrheit aller Mitglieder.

Noch nicht rechtsgültig

Da jedoch nur 73 von etwa 400 Mitgliedern überhaupt abgestimmt hatten, davon nur 58 der Auflösung zustimmten, konnte der Verein noch nicht rechtsgültig aufgelöst werden.

Nun soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 22. Februar die Entscheidung über die Auflösung des Vereins fallen. Auch wenn einzelne Mitglieder noch für die Weiterführung des Traditionsvereins in Kinzweiler plädierten, scheint die Lage angesichts des Mangels an engagierten Heimatfreunden, die auch Vorstandsaufgaben übernehmen würden sowie der offensichtlichen Gleichgültigkeit in der Bevölkerung aussichtslos, und Kinz-weiler wird in diesem Jahr seinen 1959 gegründeten Heimatfreunde-Verein wohl verlieren.

Das Archiv, bislang geführt von Hildegard Granrath und Hans-Reiner Jansen, wird im Falle der Auflösung des Heimatvereins wahrscheinlich im Rathaus untergebracht werden.

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