Vereidigt auf Fahne und Vaterland

Von: Andreas Röchter
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Abschreiten der Gelöbnisaufstellung: die Europaabgeordnete Sabine Verheyen und Brigadegeneral Jakob Walter Ohm. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Bundeswehr befindet sich mitten in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess. Auch die Wehrpflicht wird inzwischen hinterfragt. Am Freitag standen während des Feierlichen Gelöbnisses in der Donnerberg-Kaserne jedoch noch einmal die Soldaten der Rekrutenkompanie 6 im Mittelpunkt des Geschehens.

Im Beisein von Sabine Verheyen, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, und Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, Kommandeur der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik, legten sie ihren Fahneneid ab und gelobten, der Bundesrepublik Deutschland und ihrer demokratischen Grundordnung zu dienen.

„Am 6. April 2010 begann für uns ein neuer Lebensabschnitt”, blickte Stanislav Tropmann als Vertrauensperson der Rekruten zu Beginn der Feierstunde auf die vergangenen drei Monate zurück. „Es gab sicherlich so manchen Tag, an dem sich einige von uns wünschten, wieder zu Hause zu sein. Doch auf der anderen Seite haben wir alle überrascht festgestellt, was mit ein wenig Disziplin alles zu erreichen ist”, so der Rekrut. „Die Kameradschaft untereinander war das bestimmende Merkmal unserer Grundausbildungszeit. Sie hat zwischen uns ein starkes Band geknüpft”, zog er ein positives Fazit der zurückliegenden Wochen.

Die Europapolitikerin Sabine Verheyen begrüßte zunächst die Angehörigen der Rekruten. „Mit ihrer Anwesenheit zeigen sie ihre Verbundenheit mit den Soldaten der Bundeswehr.” Auch den Rekruten zollte sie höchsten Respekt: „Sie bekennen sich zu ihren staatsbürgerlichen Aufgaben als Bürger in Uniform. Und dies ist keine Floskel. Die Bundeswehr existiert nicht neben unserer Gesellschaft, sondern in ihr”, machte die Christdemokratin deutlich.

„Wir müssen uns nur vor Augen führen, was wir in den vergangenen Jahrzehnten in Europa erreicht haben. Aus Nachbarn sind Partner und Freunde geworden. Landesgrenzen spielen keine Rollen mehr, ein bewaffneter Konflikt zum Beispiel zwischen Frankreich und Deutschland ist heute unvorstellbar”, betonte Sabine Verheyen.

Allerdings gebe es außerhalb Europas Schauplätze, an denen die Wirklichkeit anders aussehe. So etwa in Afghanistan. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Dort herrschen nach wie vor kriegsähnliche Zustände”, erklärte die Politikerin, die den Einsatz der Bundeswehr jedoch verteidigte. „Die deutschen Soldaten tragen dort zum Wiederaufbau bei.” Und es gebe durchaus Erfolge zu vermelden: „Die Zahl der Schüler ist in Afghanistan von einer Million auf sechs Millionen gestiegen, der Anteil der Mädchen daran von null auf 50 Prozent.” Abschließend wandte sie sich noch einmal direkt an die Rekruten. „Ihren Dienst verrichten sie nicht für ihre Vorgesetzten, sondern für die Menschen, die ihnen nahestehen”, schrieb sie ihnen ins Stammbuch.
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