Eschweiler - Verborgene Paradiese hinter Mauern

Verborgene Paradiese hinter Mauern

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Zwischen Garten und Haus besteht hier eine innige Verbindung: Man blickt intensiv in den bewusst gestalteten „grünen Raum” hinein - der Garten der Familie des Architekten Walter H. Müller an der Moltkestraße.

Eschweiler. Hinter Mauern und Hecken in Eschweiler versteckt sich so manches „verborgene Paradies”: Eine Gruppe der Volkshochschule machte sich wieder auf Rundreise durch die Gärten dieser Stadt. Und so manches Kleinod wurde dabei entdeckt.

Den Anfang der Tour machte diesmal das Ehepaar Keuter: Ihr phantasievoll gestalteter Steingarten mit sonnigen Sitzplätzen führte sofort zu Fachgesprächen. „Wie macht man das? Wie schützen sie ihre niedrigen Buxbaum-Beetbegrenzungen vor dem berüchtigten Pilz, der diese Pflanze innerhalb von Tagen tötet?”

Alle Gartenbesitzer sind stolz auf das, was sie geschaffen haben - und bewirten die VHS-Besucher seit jeher und sehr gastfreundlich mit Kaffee und (oft selbstgebackenem) Kuchen. Bärbel und Ferdi Keuter gaben einigen Damen sogar Stecklinge einer alten französischen Schlossrose mit auf den weiteren Weg, die sie selbst vor vielen Jahren auf einer Reise mal erhalten haben.

Zweite Station: Ein stiller und schattiger Innenstadtgarten des Ehepaars Müller an der Moltkestraße. Der Architekt erzählte zugleich von den Mühen, die jeder Bauherr hat, der ein Objekt „auf einer Torflinse” ersteht und mit dem Denkmalschutz zusammenarbeiten muss: „Das ist ein finanzieller Kraftakt - auch wenn man hinterher sehr zufrieden ist.” Zwischen Garten und Haus besteht hier eine innige Verbindung: Man blickt intensiv in den bewusst gestalteten „grünen Raum” hinein - Sitzplätze „im Trockenen” ermöglichen abends ein Glas Rotwein und viele Gespräche mit Gästen.

Walter Müller: „Wenn die Kinder aus dem Haus gehen und man sich auf das Altern einstellt, müssen der Bäcker und die Kneipe um die Ecke sein. So war das auch bei uns - und deshalb haben wir uns bewusst für dieses Haus am Rande der Innenstadt entschieden, sind also umgezogen, wollten aber auf einen Garten nicht verzichten - und nun lieben wir ihn.”

Beirat wählt aus

Alle Gärten dieser Rundreise wählte übrigens ein „VHS-Gartenbeirat” aus: Er besteht aus Klaus Bäumel, Rudolf Caster und Jürgen von Wolff - und wichtig ist dem Beirat immer, dass der jeweilige Garten „etwas Besonderes” zu bieten hat. So auch bei der dritten Station: Das Haus des Ehepaar Bergs wirkt von außen so, wie fast alle Häuser auf diesem Teil der Grünstraße in Dürwiß so sind: einfach und funktional.

Geht man aber in den Garten, der nach Süden hin „ansteigt” und natürlich sehr schmal ist, dann erlebt man „toskanischen Stil” - mit schmalen Bäumen in bewusst gesetztem Abstand und mit viel südlichem Flair. Der Garten duftet außerdem nach Lavendel und Salbei. „Was soll ich in Urlaub fahren, wenn ich solchen Garten habe?” fragt sich Alfred Bergs.

Ähnlich beim Ehepaar Droste: Hier bewunderte Marlene von Wolff vom Seniorenbeirat den „Drei-Generationen-Garten” zwischen zwei Häusern. Die VHS-Besucher erfuhren außerdem und fast nebenher von den Mühen einer Koi-Zucht: Fische, die farbenprächtig in einem 1,5 Meter tiefen Becken „dahinschweben”.

Letzte Station schließlich war der prachtvolle Wüstenhof von Klaus und Brigitte Bäumel in Kinzweiler. Hier darf nichts ohne Pflanzplan gepflanzt werden - denn es handelt sich um eine große, denkmalgeschützte Anlage. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer dieser Rundreise nicht nur einen kleinen Imbiss und ein Glas Rotwein, sondern für den einen oder anderen noch ein Purpurglöckchen oder einen Bodendecker zur Bereicherung des eigenen Gartens.

Kommentar der großen Runde in Richtung von VHS-Leiter Hans-Werner Schmidt: „Eigentlich können sie schon eine Vormerkliste für das nächste Jahr rumgehen lassen; da stehen wir dann alle drauf, und die Exkursion ist schon jetzt wieder ausgebucht.”

Pflanzenmarkt fällt aus

Einziger Wermutstropfen: Der für Samstag, 19. Juni, vorgesehene Pflanzenflohmarkt muss ausfallen, weil die Zahl der aktiven Hobbygärtner zu gering ist, die diesmal ihren „Grün-Zuwachs” zum Tausch oder Verkauf auf dem Hof hinter dem VHS-Haus anbieten wollten. Schmidt: „Nächstes Jahr machen wir den Flohmarkt vielleicht zu einem anderen und hoffentlich besseren Zeitpunkt.”
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