Urlaub auf Malle - und zu Hause steht der Keller unter Wasser

Von: Silvia Kurth
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War das jetzt der Jahrhundertregen? Am Kanalsystem hat es nicht gelegen, dass Eschweiler ins Schwimmen kam, sagt die Stadt. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Nur wenige Stadtteile sind weitgehend verschont geblieben von der großen Flut, die am Freitagabend über Eschweiler hereingebrochen war. Neu-Lohn, St. Jöris, Hastenrath und Scherpenseel waren Inseln.

In den anderen Stadtteilen und in der Innenstadt hingegen hat das Unwetter Spuren und Schäden hinterlassen - und manchen entnervten Bürger, der nun auf einem Haufen Sperrmüll sitzt, weil sein Keller bis unter die Decke vollgelaufen war.

„In der Spitze um die 60 Liter” Regen sind pro Quadratmeter niedergerauscht, schätzt Bürgermeister Rudi Bertram, der die ganze Katastrophennacht in der Feuerwache verbracht hatte und dem am Montagmorgen erst einmal eines am Herzen lag: „Ich möchte mich bei allen Wehrleuten und dem Technischen Hilfswerk bedanken, die fast 20 Stunden ununterbrochen gearbeitet haben.”

Darüber, wie den betroffenen Bürgern Hilfestellung gegeben werden kann, wurde am Montagmorgen im Rathaus beraten. Auch bei technischen Fragen kann man sich an diesen Ansprechpartner wenden. Denn manches ließe sich vermeiden. Neben echten Überflutungen ist es durch Rückstaus aus dem Kanal zu Schäden gekommen. So etwas ließe sich durch Rückstauklappen in den Häusern vermeiden.

Kurzfristig sollen die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) nun in Marsch gesetzt werden, um den Sperrmüll, der durch Wasserschäden entstanden ist, abzufahren.

Möglicherweise ist das ganze Ausmaß des Schadens noch gar nicht bekannt, denn manches Haus ist wegen der Urlaubszeit verlassen. Rudi Bertram appelliert deshalb an die Bürger, auch an die Nachbarschaft zu denken und entsprechende Hinweise zu geben. „Mancher Keller steht vielleicht seit Freitag unter Wasser.”

Auch im Rathaus mussten am Samstag und Sonntag Wasserschäden beseitigt werden. „Der Betrieb geht normal weiter”, konnte Pressesprecher Stefan Kaever am Montag aber Entwarnung geben. Auch die Bücherei ist geöffnet.

Mancher blickt sorgenvoll dem nächsten „Jahrhundertregen” entgegen. „Solche Wassermassen, die man sonst in einem ganzen Monat hat, kann man nicht durch das Kanalsystem auffangen”, sagt Stefan Kaever. Zumal mit dem ersten Regen Blätter und Schmutz in die Einläufe gespült werden und diese dann verstopfen.

„Dann nützt auch ein entsprechend dimensionierter Kanal nichts.” Andererseits betont die Stadt, dass sie das Kanalsystem nicht vernachlässigt: „Wir haben ein riesen Programm zur Modernisierung der Kanäle”, sagt Bertram. „Da sind wir mittendrin.”
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