Unterwegs im Grünen und auf dem Ijsselmeer

Von: jlm
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Gründungsvater „Sir“ Willi Huppertz durchstöbert die alten Fotos. Foto: Julia Meuser
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Auch das gehört unverrückbar zum Pfadfinderleben: Gesellige Stunden rund um das Lagerfeuer. Foto: Stock/CTK Photo

Eschweiler. „65 Jahre auf den Wiesen dieser Welt.“ Nach dem Jubiläumspfingstlager im Juni und dem traditionellen Biergarten im Mai feierten Hohensteiner unterschiedlichster Generationen gemeinsam auf dem Ehemaligentreffen am Samstagabend ihren Stamm.

Neben den 50 Mitgliedern wurden auch rund 100 Ehemalige erwartet, auch Gründungsväter ließen sich die Feierstunde nicht entgehen. Im Biergarten hinter dem Pastor-Zohren Haus ließ man es sich gut gehen, lauschte alten Geschichten und stöberte durch Fotos verschiedenster Jahre. Denn die Leiterrunde der Hohensteiner hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Gästen einen Überblick über diese lange Zeit zu bieten: eine kleine Ausstellung mit Fotos und alten Erinnerungsstücken lud zum Staunen ein und der ein oder andere musste doch lachen, als er schließlich sich selbst auf einem der schwarz-weißen Bildchen erblickte.

Damals wie heute stehen die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt des Stammes, zahlreiche Aktivitäten erwarten sie. „Die Kinder und Jugendlichen bestimmen, was angeboten und gemacht wird“, erklärt Christian „Keule“ Kolf, ehemaliger Vorstand (2009-2012), der sich noch gerne an seine aktive Zeit zurückerinnert. „Das Pfadfindersein soll eine nette Abwechslung zu den Hausaufgaben, zur Schule und anderen Verpflichtungen bieten. Man soll entspannen, erzählen, einfach mit anderen draußen zusammen sein.“

So segelten die Hohensteiner in diesem Jahr auf dem Ijsselmeer, öffneten anlässlich ihres Jubiläums den Biergarten und unternahmen einen Ausflug ins Phantasialand. Einmal im Jahr trifft man sich auf dem Stammesfest, rund zwei Wochen lang findet ebenfalls das alljährliche Sommerzeltlager statt. Fahrradtouren, Grillabende, Spielenachmittage und vieles mehr laden zum Beisammensein ein. Und die Kinder und Jugendlichen scheinen sich sichtlich wohl zu fühlen. „Meine Eltern waren lange bei den Hohensteinern – da wächst man dann einfach mit rein“, erzählt Alexander Vogts, 18 Jahre. Man engagiere sich sozial, unternehme etwas zusammen, sei in der Jugendarbeit tätig und man lerne, miteinander gut umzugehen. Und das Wichtigste: die Gemeinschaft: „Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal aus der Gemeinschaft heraus zu wollen“, so der Jugendliche.

Heute nicht mehr ‚in‘?

Auch Hans Scholl feierte mit anderen Stammesangehörigen und erinnerte sich gerne zurück. Nachdem im Jahre 1948 ein Landeslager im Eschweiler Stadtwald stattfand, gründete er gemeinsam mit 13 anderen Männern Pfingsten 1949 den Stamm Hohensteiner. Doch heute sei alles anders. „Damals kostete das Sommerlager nur 10 Mark“, berichtet Hans Scholl. Auch gäbe es heute keinen Gedanken mehr daran, auf dem nackten Boden zu schlafen. An die alte Zeit denkt er trotzdem gerne zurück. „Wir waren immer unterwegs“, sagt er heute lächelnd. Zuhause habe er immer noch viele Bilder, die er sich ab und zu auch noch gerne anschaue.

Auch andere Aktive und Ehemalige stimmen ihm zu: „Es ist nicht einfach, in einer Zeit, in der Pfadfindersein einfach nicht mehr in ist“, klagen Thomas Römer, Ehemaliger, und Stefan Rehahn, seit 2012 Vorstand. Einfach zu leben, über dem Feuer zu kochen – und das alles ohne Handy, Pad oder Fernseher?! Das sei einfach nicht mehr attraktiv für die Kinder und Jugendlichen heutzutage. Doch gemeinsam gehe man einen Weg und der verbinde unterschiedlichste Generationen, so der Vorstand, und das sollte an diesem besonderen Tag gefeiert werden. „Ich würde mich freuen, wenn ich in 65 Jahren hier stehen und Geschichten erzählen könnte“, so Stefan Rehahn, der auch gleich sowohl den Aktiven, als auch der Leiterrunde und den Ehemaligen dankte: „Ein Vorsitzender kann nur so gut sein, wie die Leute, die hinter ihm stehen.“

Derzeit sucht die Leiterrunde der Hohensteiner nach Mitstreitern. Die Begeisterung für das Pfadfindersein, der Umgang mit Kindern und Jugendlichen und Teamfähigkeit sind dabei von großer Bedeutung. Einmal pro Woche solle eine Gruppenstunde geleitet werden, alle zwei Wochen treffe sich die Leiterrunde.

Interessierte Kinder und Jugendliche dürfen auch die Gruppenstunden besuchen und dabei einfach mal reinschnuppern und erleben, wie das Leben eines Pfadfinders ist. Die Gruppen treffen sich wie folgt: die Meutenstunde der Wölflinge (7-10 Jahre) findet dienstags von 17.30 bis 19 Uhr statt, die Truppstunde der Jungpfadfinder (10-13 Jahre) dienstags von 18 bis 19.30 Uhr, die Truppstunde der Pfadfinder (13-16 Jahre) donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr und die Roverrunde der Rover (ab 16 Jahren) donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr im Pastor-Zohren Haus, Am Burgfeld 9.

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