Eschweiler - Unfallbilanz 2010: Auf Eschweilers Straßen kracht es häufiger

Unfallbilanz 2010: Auf Eschweilers Straßen kracht es häufiger

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, starben 2010 knapp 3.700 Menschen auf deutschen Straßen. Dies waren 495 Getötete weniger als im Jahr 2009. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Auf den Eschweiler Straßen hat es im vergangenen Jahr häufiger gekracht als im Vorjahr. 56 Unfälle mehr als 2009 verzeichnet die Unfallstatistik der Polizei. Mit 1719 Unfällen liegt Eschweiler nicht im erfreulichen Trend der Städteregion.

Dort sind die Unfallzahlen nämlich leicht gesunken - vor allem, weil es auf Aachens Straßen und in der Eifel weniger Unfälle gegeben hat.

Rund neun Prozent der Unfälle in der Städteregion ereigneten sich in Eschweiler. Nur in Würselen hat es einen deutlicheren Anstieg der Unfallzahlen (+65) gegeben, in Stolberg waren es 48 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verkehrstoten ist in der Region auf ein historisches Tief gesunken. Neun Menschen starben auf den Straßen, zwei davon in Eschweiler: ein 26-jähriger Fahrer und ein 24-Jähriger Sozius auf einem Motorroller. Auch im Vorjahr kamen zwei Menschen in Eschweiler bei Unfällen ums Leben.

Die 18 bis 24-Jährigen stuft die Polizei als Risikogruppe ein. Und entgegen dem Trend in der Städteregion ist die Zahl der Unfälle auch in dieser Gruppe in Eschweiler angestiegen, von 51 in 2009 auf 59 in 2010. Die meisten dieser jungen Menschen verunglückten mit dem Auto. 27 junge Fahrer wurden in ihren Autos verletzt, 14 als Mitfahrer.

Laut Polizei hat es vor allem in dieser Gruppe mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss gegeben - insgesamt, vor allem aber in Eschweiler. Dort wurde das „traurige Niveau von 2008”, so Mallmann, wieder erreicht. Dieser Entwicklung will die Polizei entgegensteuern: „Der gestiegenen Zahl von Verkehrsunfällen unter Alkohol- und Drogeneinfluss werden wir mit verstärkten Alkohol-, Drogen- und Gurtkontrollen begegnen”, sagt Ralf Mallmann, Leiter der Direktion Verkehr im Aachener Polizeipräsidium. Außerdem wird es weitere Aufklärungskampagnen an Schulen geben, bei denen Schockvideos gezeigt werden.

Doch die Verkehrsstatistik zeigt auch für die Indestadt einige erfreuliche Entwicklungen: Obwohl die Unfallzahlen gestiegen sind, ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 203 auf 182 gesunken. Es gab weniger Schwer- und weniger Leichtverletzte. Oftmals blieb es bei Blechschäden.

Die Beamten sehen sich daher in ihrer Präventionsarbeit bestärkt. Die intensive Überwachung der Geschwindigkeit und die Kontrolle der Gurtpflicht hätten dazu beigetragen, dass weniger Unfälle ein bitteres Ende hätten. Die Polizei will auch in Zukunft die Verkehrssicherheit steigern und mit repressiven Maßnahmen gegen Verkehrsteilnehmer vorgehen, die durch ihr Verhalten sich selbst und andere Menschen gefährden.

Besonders viele Blechschäden hat es in der Städteregion beim Wintereinbruch im Dezember gegeben sowie in den Frostphasen im Januar und Februar 2010. „Im Hinblick auf die Verkehrsunfallstatistik könnte es gerne zwölf Monate lang Winter sein”, sagte der Polizeidirektor angesichts dessen, dass die Unfälle im Winter meist glimpflicher ausgehen.

Erfreulich ist auch, dass die Zahl der verunglückten Kinder von 33 auf 20 gesunken ist. Auf dem Schulweg verunglückten drei Kinder. Im Vorjahr waren es noch acht. Diesen positiven Trend führt die Polizeispitze unter anderem auf das Wirken von Beamten und Verkehrsberatern in Schulen und Kindergärten zurück.

Die Zahl der verunglückten Kradfahrer ist von elf auf drei zurückgegangen, die der Radfahrer von 46 auf 35. „Der Helm für den Radfahrer ist wie der Gurt im Auto - er kann wesentlich dazu beitragen, dass Unfälle nicht mit tödlichen Verletzungen enden”, appellierte Mallmann.

Die Aachener Polizei hat es im Landesvergleich auf einen Spitzenwert geschafft: Die Aufklärungsquote nach Verkehrsunfällen mit Verletzten und anschließender Unfallflucht liegt bei 75,8 Prozent und ist damit noch höher als 2009, als bereits 70,5 Prozent der Fälle gelöst wurden. „Unerlaubtes Entfernen lohnt nicht”, betont Polizeioberrat Ralf Mallmann. Neben dem Entzug des Führerscheins drohen Geld- und Haftstrafen.
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