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Umwelt-Forschungspark geht in die heiße Phase

Von: sh
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Mit einem Faktor-X-Konzept eine Vorreiterrolle einnehmen: Teilnehmer des Workshops zum Camp CO2-Zero. Foto: S. Herrmann

Stolberg/Eschweiler. Energie ist endlich, zumindest die Energie, auf die die heutige Gesellschaft zu großen Teilen baut. „Wir befinden uns auf dem Sprung zu einer post-fossilen Gesellschaft”, sagte der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, am Rande des zweitägigen Workshops zum Projekt „Faktor-10-Gewerbestandort im Camp CO<hochtief>2</hochtief>-Zero”. Umdenken ist gefragt. Innovationen müssen her.

Daher soll im Propsteier Wald der Umwelt-Forschungspark entstehen. Das Ziel: Ressourcenschonend planen, bauen, arbeiten. Und zwar um den Faktor 10, also mit gerade einmal zehn Prozent der bisher benötigten Ressourcen.

Ein echter Quantensprung in Sachen Qualität

Ein ehrgeiziges Ziel, das Mitarbeiter der Stadt nun mit zahlreichen Experten der RWTH, der Agit, der Indeland GmbH, des Landes NRW, und der Aachener Stiftung Kathy Beys in Eschweiler erörterten. Das einhellige Fazit: „Dieses Treffen war ein richtiger Qualitätssprung”, formulierte es Bürgermeister Rudi Bertram.

Hochrangige Referenten brachten Know-how mit an die Inde, allen voran Dr. Fritz Hinterberger, Gründungspräsident des „Sustainable Europe Research Institut” (SERI) in Wien und einer der Faktor-X-Pioniere, Dr. Peter Jahns (Leiter Effizienz-Agentur NRW) und Holger Rohn (Geschäftsführer Trifolium-Beratungsgesellschaft und freier wissenschaftlicher MItarbeiter am Wuppertal-Institut).

Faktor-X-Haus

Konkret soll im Camp CO2-Zero ein Faktor-X-Haus entstehen. Als Vorbild, als Leuchtturm, aber vor allem auch als funktionales, alltagstaugliches Gebäude. Doch die Ideenschmiede fabrizierte weitere Pläne: Auch bei weiteren indestädtischen (Bau-)Planungen solle der Faktor X einfließen: Sei es im Gewerbe- oder im Wohnbaugebiet, bei der Beleuchtung oder Straßensanierung. Denkbart sei vieles.

Wissenschaftliche Kompetenz auf der einen, Geschäftssinn auf der anderen Seite. „Das muss sich nicht ausschließen”, betonte Agit-Geschäftsführer Ulrich Schirowski. Hinterberger ergänzte: „Wir wollen zeigen, dass Faktor-X-Häuser nicht nur umweltfreundlich, sondern auch schick sind.”

Vor allem aber möchte man vorangehen. Überall ist von Energieeffizienz die Rede, gerade bei gebäude, doch noch immer setzen fast alle beim Bau auf Primärmaterialien, obwohl Sekundärmaterialien ebenso geeignet wären - und die Umwelt weniger belasten. „Hier müssen sicherlich auch noch einige emotionale Schranken überwunden werden”, weiß Prof. Peter Doetsch vom Lehr- und Forschungsgebiet Abfallwirtschaft der RWTH Aachen.

Für Bertram hat mit dem Workshop endgültig die heiße Phase begonnen. Der Umwelt-Forschungspark, aber auch der 360 Hektar große „Bürgerwald” auf dem ehemaligen Militärgelände soll möglichst schnell Realität werden. „Wir machen es zum ständigen Thema in der Verwaltung, besetzen es mit Mitarbeitern”, versprach der Bürgermeister.

Gemeinsam, gerade auch mit den neu geknüpften Kontakten, lasse sich das Gesamtprojekt noch besser forcieren. Dafür, so hofft der Verwaltungschef, können dann auch Fördermittel an die Inde fließen.
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