Tiefer Einblick in das Reich der Pflege

Von: sh
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Fotos zeigen die Pflege, wie sie ist: Mit der Ausstellung startete am Montag die Seniorenwoche. Foto: S. Herrmann

Eschweiler. Startschuss zur 1. Woche der Senioren in Eschweiler: Mit der Ausstellung „Ein neuer Blick auf die Pflege” von Fotografin Julia Baier im Servicezentrum am St.-Antonius-Hospital eröffnete der Seniorenbeauftrage Winfried Effenberg offiziell den Veranstaltungsmarathon, der bis zum kommenden Samstag andauert.

Eine Überraschung hatte Effenberg für den Leiter der Kurzzeitpflege, Björn Guske, und sein Team auch dabei: Die sehenswerte Ausstellung bleibt der Eschweiler Einrichtung über die Seniorenwoche hinaus erhalten. „Heute Morgen habe ich einen Anruf vom Gesundheitsministerium erhalten und kann Ihnen mitteilen, dass die Ausstellung eine Dauerleihgabe für Eschweiler sein wird.”

Ein unerwartetes und wertvolles Geschenk für die Kurzzeitpflege-Station an der Englerthstraße, wie Leiter Guske betonte. „Julia Baier hat einfach tolle Momente eingefangen, aus der Sicht der Menschen und aus der Sicht der Pflege”, finden Guske und sein Team sich und ihre Arbeit in den Fotografien wieder.

Ungewöhnliche Bilder erwarten den Betrachter. Charakteristisch für Baiers Arbeit sind die oftmals unscharfen Motive, die ungewöhnlichen Fokussierungen und auch die kurzen, intimen Situationen, die die Künstlerin in ihren Werken einfängt: Einmal ist es die alte Frau, die trotz sichtbarer Beschwerden eigenhändig versucht, sich die Füße zu waschen. Zwei ältere Herren sitzen einträchtig auf dem Sofa, über ihnen hängt das Bild eines röhrenden Hirsches. Zum Beten gefaltete Hände am Mittagstisch, ungenutzte Gehhilfen und Rollatoren im Flur und skeptische Blicke beim gemeinsamen Nachmittagscafé - Baiers Bilder scheinen wie aus dem Leben gegriffen.

Entstanden sind die großflächigen Fotografien in den Pflegeeinrichtungen der Stiftung Schönholzer Heide und des Evangelischen Johannesstifts. Auftraggeber war das Bundesministerium für Gesundheit, das mit diesem neuen Blick auf die Welt der Betroffenen die Betrachter einladen möchte, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

„Das Alter ist heute im Lebenslauf keine Restzeit mehr, sondern eine lange Lebensphase mit eigenständiger Bedeutung und eigenständigem Wert”, hob Effenberg im Beisein von Bürgermeister Rudi Bertram, dem geschäftsführenden Vorstand des Hospitals, Elmar Wagenbach, und weiteren Gästen hervor.

In der Kurzzeitpflegestation am Hospital, die in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen feiert, finden maximal zwölf Personen Platz und bleiben im Durchschnitt vier bis acht Wochen. Deutschlandweit gibt es über zwei Millionen pflegebedürftige Menschen. „Dabei ist es wichtig, dass wir das Thema nicht nur als Gesetz oder Verordnung verstehen”, hofft Effenberg, dass möglichst viele Menschen aller Altersklassen die Foto-Ausstellung besuchen, um Pflege aus einem anderen, alltäglichen und authentischen Blickwinkel kennen lernen.

„Eine sehr aktive Seniorengruppe wird uns in den nächsten Jahrzehnten begleiten. Das ist auch gut so”, begreift Bertram die gesellschaftlichen Veränderungen, die durch den demografischen Wandel bevorstehen, vor allem als Chance.

Mit interessanten Aktivitäten geht es nun weiter bei der Woche der Senioren: Heute locken unter anderem ein Vortrag der Polizei zum Thema „Sicherheit zu Hause” um 15 Uhr ins Seniorenzentrum (Marienstraße 7) und der Diavortrag „Eschweiler früher und heute” von Leo Braun (16 Uhr, Rathaus).
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