Eschweiler - Tief „Burglind“ zieht Sturmschäden in Eschweiler nach sich

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Tief „Burglind“ zieht Sturmschäden in Eschweiler nach sich

Von: Rudolf Müller
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Im Hag wurde ein geparktes Auto von einem Baum getroffen. Foto: Rudolf Müller
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Ein Gebäude der Röthgener Burg wurde von einem Baum getroffen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Lind war es nun wirklich nicht, das Lüftchen, mit dem das Tief „Burglind“ die Indestadt überzog. Der so harmlos klingende Name trog: „Burglind“ hatte es in sich. Mit orkanartigen Böen riss „Burglind“ in den frühen Morgenstunden des Mittwochmorgens zahlreiche Menschen aus dem Schlaf – und zog eine Spur der Verwüstung durch Eschweiler.

Der Sturm knickte Bäume wie Streichhölzer, riss riesige Wurzelballen aus dem Boden, löste ungezählte Dachpfannen, deckte ganze Dächer ab und zerstörte Autos. Da erscheint es fast wie ein Wunder, dass niemand verletzt wurde.

Begonnen hatte die Serie von Einsätzen, die fast den ganzen Tag über Höchstleistungen von den Wehrkräften verlangte und die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge an den Rand der Heiserkeit brachten, Mittwochmorgen um 5.22 Uhr. Bis zum Mittag hatte sich die Zahl der Notfälle und Gefahrenlagen, bei denen die fachkundige Hilfe der Wehrleute gefragt waren, auf über 80 erhöht. Eine solche Menge, dass die Eschweiler Kräfte trotz inzwischen ausgelösten Gesamtwehralarms allein kaum in der Lage waren, alle Einsätze in der gebotenen Kürze der Zeit abzuarbeiten. Aus Baesweiler rückten Kameraden mit einer Drehleiter zur Unterstützung an – Baesweiler selbst war vom Sturm weitgehend verschont geblieben.

Ein Sturm, der erhebliche Schäden anrichtete. So entwurzelte „Burglind“ im Stadtwald gleich reihenweise große Fichten, knickte andere einfach ab – Bäume mit einem Stammumfang von mehr als einen Meter. Ein großes Waldareal nahe dem Duffenter bot ein Bild völliger Verwüstung. Die Männer der Wehr, die den ganzen Tag über von Kräften des Technischen Hilfswerks unterstützt wurden, hatten alle Hände voll zu tun, die Straße wieder passierbar zu machen. Während die Waldstraßen Wilhelminenstraße und Duffenter noch am Vormittag wieder für den Verkehr freigegeben werden konnten, blieben die Birkengangstraße und die Bohler Heide gesperrt.

Große Schäden gab es auch Im Hag. Dort wurde ein Anwohner kurz nach 5 Uhr früh von einem lauten Krachen geweckt, als die massive Krone einer gewaltigen Kiefer in seine Einfahrt stürzte und einen Pkw erheblich demolierte. Einen zweiten dort geparkten Wagen verfehlte der Stamm um wenige Zentimeter.

Auch der nahe Kinderspielplatz Im Hag wurde am Morgen gesperrt: Auch hier waren massive Äste aus großen Kiefern zu Boden abgerissen und zu Boden gestürzt. Ein Bild der Zerstörung bot sich auch an der Burgstraße: Hier hatte der Sturm einen jahrzehntealten Baum entwurzelt, der ins Dach eines alten Gemäuers der Röthgener Burg stürzte und dort Dachstuhl wie Mauerwerk zerschlug.

Stundenlang für den Verkehr gesperrt wurde auch der Sticher Berg, Teil der Hauptverbindungsstrecke zwischen Stolberg und Eschweiler. Hier hatten sich große Teile des Wellblech-Hallendaches der Firma F.A. Neuman gelöst und waren davongesegelt – teils auf das Dach eines auf der anderen Straßenseite stehenden Gebäudes. Im Hallendach klafften riesige Lücken. Die galt es zu schließen und den Rest der Dachverkleidung zu sichern, ehe Passanten und Autofahrer den Bereich wieder nutzen durften.

Mit 130 Kräften waren Wehr und THW bis in den Abend im Einsatz, mussten weit über 100 Einsätze bewältigen. Dass es nicht deutlich mehr waren, lag daran, dass auch Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe und des Forstamtes mit zupackten und Gefahrenstellen im Wald, auf Nebenstraßen und Feldwegen beseitigten.

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