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„Tante Klara O‘Hara“: Turbulente Familienbande

Von: se
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Hat Tante Klara ihnen vielleicht doch einen Schatz vererbt? Familie Trümpelmann gibt die Hoffnung nicht auf. Foto: Sonja Essers

Eschweiler-Bergrath. Glücklich wandert Alfred Trümpelmanns Blick gen Himmel. Er faltet die Hände zum Gebet und bringt hervor: „Danke Klara. Ruhe in Frieden!“ Dann geht das Licht auf der Bühne aus. Mit tosendem Beifall wurde die Theatergesellschaft Fröhlichkeit 1902 am Wochenende belohnt.

Am Freitag und Samstag führten die Schauspieler um ihren Spielleiter Sascha Krauß das Stück „Tante Klara O´Hara“ im Bergrather Pfarrsaal auf. Bereits vor Beginn des Stücks meinte Krauß: „So eine Aufführung ist nur mit disziplinierten Schauspielern, Helfern und Sponsoren möglich“ und fragte das Publikum: „Wer träumt nicht von einer reichen Tante in Amerika?“

Das trifft auch auf die Trümpelmanns aus Bergrath zu. Die fiktive Eschweiler Familie beerdigte erst vor wenigen Tagen ihre schwerreiche Tante. Als junge Frau verließ Klara in den Kriegsjahren ihre Heimat und hoffte gemeinsam mit einem amerikanischen Soldat in Amerika ein besseres leben führen zu können. In vollen Zügen genoss sie ihren neuen Reichtum, bis sie im hohen Alter plötzlich Sehnsucht nach ihrer Familie bekam. So kehrte sie zurück nach Eschweiler und lebte bei ihrem Neffen Alfred (gespielt von Udo Jouhsen) und dessen Frau Bärbel (Kirsten Zinner). Die Familie, zu der auch Alfreds Schwester Billa Bollersbach (Petra Grün), ihr Mann Fremo (René Claer) sowie Schwester Regina Trümpelmann (Angelika Bergrath) und ihr Verlobter Karl der Dritte (Sven Kucharz) gehören, schmiedet schon bald Pläne, was man mit dem Erbe anfangen könne. Dazu muss der „Schatz“ jedoch erst einmal gefunden werden. Gespannt wartet die Familie auf den Besuch von Notarin Dr. Grubenschnitzler (Charlotte Grüttgen), die die Erwartungen der Familie jedoch nicht erfüllen kann. Doch dazu später mehr.

Seit 15 Jahren am Regiepult

Seit 15 Jahren führt Sascha Krauß bei der Theatergesellschaft bereits die Regie. Die Komödie „Tante Klara O´Hara“ war das erste Stück, das aus der Feder des Regisseurs stammte. Bereits nach wenigen Minuten war es den Schauspielern gelungen, die vielen Zuschauer komplett in ihren Bann zu ziehen. Schließlich verkörperten sie die typische Eschweiler Familie, die sich streitet und wieder verträgt, lacht und weint und Hochdeutsch und Eischwiele Platt spricht. Mehrere Male blieb den Zuschauern bei dem Zweiakter vor lauter Lachen die Luft weg und auch das eine oder andere Lachtränchen kullerte die Wangen herunter. Ein besonderer Abend war es auch für Kirsten Zinner und René Claer. Die beiden Schauspieler feierten ihr Debüt und ließen sich für ihre Leistung vom Publikum feiern. Viel Applaus erhielten auch die anderen Darsteller sowie Arne Bergrath, der für Bühnenbau und Technik zuständig war sowie Claudia Kucharz und Iris Claer, die sich um die Kostüme und die Maske kümmerten.

Doch was war nun mit dem Erbe von Tante Klara? Die spannende Testamentsverkündung, bei der die Notarin zunächst ihre Unterlagen vergessen hatte, fesselte das Publikum. Dann war es endlich soweit. Doch das Ergebnis war alles andere als vielversprechend. Klara hinterließ ihren Nachkommen lediglich einen Brief und einen Koffer. Ihr Erbe spendete sie der Organisation „Weltfrieden“. Auch die Schatzkiste, die sich neben Kleidungsstücken und Bildern im Koffer befand, versprach zunächst nicht viel. Schließlich befanden sich in dieser nur alte Briefe. Erst ein zweiter Blick war nötig um festzustellen, dass es sich bei den Briefmarken um seltene Exemplare handelte. Darunter auch die erste Briefmarke, die es in Deutschland jemals gab.

So kamen die Trümpelmanns doch noch an ihr Erbe, auch wenn sie dafür zunächst feststellen mussten, dass Geld nicht alles im Leben ist, sondern, dass eine Familie viel mehr wert ist.

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