Talbahnlinie: Schranke schließt kürzer

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Bis zu dreieinhalb Minuten lang müssen Fahrzeuge warten, ehe sich die Schranke an der Euregiobahn hebt. Experten fanden nun heraus: Es geht wesentlich kürzer! Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Vier Minuten können ganz schön lang sein. Zum Beispiel, wenn man als Notarzt zu einem Herzinfarkt gerufen wird und vor einer geschlossenen Bahnschranke steht.

Bis zu viereinhalb Minuten lang bleiben die Schranken der Talbahnlinie in Eschweiler unten, seitdem die Strecke bis Langerwehe verlängert worden ist. Weil der Bahnbetreiber EVS sich trotz der Bürger-Beschwerden nicht rührte, hat jetzt die Stadtverwaltung mit einem Gutachten nachgewiesen: Es geht auch kürzer!

„Durch technische Änderungen wäre eine deutliche Verringerung der Wartezeiten möglich”, fasste Baudezernent Hermann Gödde in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses das Gutachten zusammen. Die vor zwei Wochen verfasste Untersuchung weist nach, dass die Schranken derzeit dreieinhalb Minuten geschlossen sind, wenn der Zug aus einer Richtung kommt, wo er nicht vorher hält - beispielsweise am Bahnübergang Langwahn, wenn die Euregiobahn aus Stolberg kommt.

In der Gegenrichtung, also wenn der Zug vorher hält, dauert es viereinhalb Minuten. Die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), die für die Bahnlinie zuständig ist, hatte Wartezeiten von drei Minuten angegeben.

Bereits im Sommer habe die Stadt Kontakt mit der EVS aufgenommen, berichtete der Baudezernent. Weil von dort keine Antwort kam, habe man das Gutachten in Auftrag gegeben. Nach diesem Gutachten ist es technisch möglich, die Schließungszeiten der Schranken an der Talbahnlinie auf 60 bis 90 Sekunden zu verkürzen. Diese technische Machbarkeit habe auch die EVS jetzt zugegeben, so Hermann Gödde, und zwar bei einem Gespräch vor einer Woche mit der Stadt und weiteren Beteiligten wie der Feuerwehr, die ein großes Interesse an kurzen Wartezeiten hat.

Allerdings wird von der EVS ein weiteres Hindernis angeführt. Die Schrankensteuerung hängt mit den Ein- und Ausfahrzeiten der Züge an den Endpunkten in Langerwehe und Stolberg zusammen. Bei den weiteren Gespräche wird es darum gehen, wie genau die Züge in diesem Zeitfenster abfahren und ankommen.
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