Tag des Denkmals: Wandmalereien als Blickfang

Von: ran
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Aufwendige Außenfassade, der sich innen zarte Blumen- und Landschaftsbilder anschließen: das Haus Rosenallee 18. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Heute ein Hort der Kultur war der Eschweiler Talbahnhof einst als Teil des neuen technischen Wunderwerks „Eisenbahn“ ein Repräsentant des Fortschritts. Und einen solchen galt es zu schmücken.

Unter anderem mit einer Stuckdecke, die im Jahr 1994 während der Umgestaltung des Bauwerks zum Kulturzentrum zum Vorschein kam. Grund genug, am „Tag des offenen Denkmals“, der am Sonntag unter dem Motto „Farbe“ stand, noch einmal auf die nicht ganz einfachen Restaurierungsarbeiten an der Stuckdecke, die heute das Bistro des Kulturzentrums ziert, zurückzublicken.

Informationen aus erster Hand gab es dazu am Sonntagvormittag im Talbahnhof von Dieter Philipp, und zwar nicht in seiner Funktion als Präsident der Handwerkskammer Aachen, sondern als selbstständiger Handwerksmeister, dessen Firma die Restaurierungsarbeiten vor nunmehr zwei Jahrzehnten vornahm. Darüber hinaus hielt im Anschluss die Restauratorin Elisabeth Dorn-Schwägerl einen Vortrag über Wand- und Deckenmalereien in Eschweiler Gebäuden anhand der Beispiele Rosenallee 18, Amtsgericht sowie der Pfarrkirchen St. Antonius Bergrath und St. Peter und Paul.

„So manches Kleinod“

„Wer sich in dieser Stadt auf die Suche begibt, kann so manches Kleinod finden“, begrüßte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde die Gäste im Talbahnhof. Die Geschichte des Talbahnhofs als Kulturzentrum sei eine Erfolgsgeschichte. „Am heutigen Tag des Denkmals widmen wir uns nun einem weiteren Erfolg, nämlich dem Erhalt einer wunderschönen Stuckdecke“, leitete er an Dieter Philipp weiter.

„Ein Restaurator hat niemals ausgelernt. Jedes Objekt bedeutet eine neue Herausforderung“, so der Ehrenpräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Dies habe auch für den Talbahnhof gegolten. „Ein ehemals repräsentatives Gebäude, kein Zweckbau, bei dem die Malerei einen beachtlichen Teil der Architektur ausmachte.“ Bei der Bestandsaufnahme seien Risse, Löcher sowie ein Schmutzbelag zu Tage getreten. „Nicht wenige waren der Meinung, dass sich eine Restaurierung nicht lohne.“ Durch die akribische Arbeit sei die Wiederherstellung des Ursprungszustands gelungen.

Elisabeth Dorn-Schwägerl entführte ihre Zuhörer zunächst in weit zurückliegende Zeiten, bevor sie auf Wand- und Deckenmalereien in Eschweiler Baudenkmälern einging. Den Anfang machte das Haus Rosenallee 18. „1898 von einem Kölner Architekten errichtet, steht es in der langen Tradition der Bürgerhäuser, die den Aufstieg der Städte seit dem 12. Jahrhundert dokumentierten“, sagte sie. Das im Jahr 1907 durch den Eschweiler Bauherren Josef Rosen fertiggestellte Amtsgericht sei mit seinem damaligen Giebel und der Glockenhaube am Dach der Hoch-Renaissance nachempfunden. Zu den Details der Malereien zähle das Motiv des preußischen Adlers, als Symbol der Zugehörigkeit Eschweilers zu Preußen seit 1815.

Weitere Beispiele für Wandmalereien: Das Innere der in den Jahren 1905 bis 1907 erbauten Basilika St. Antonius von Padua in Bergrath wurde zwischen 1987 und 1990 saniert, wobei noch vorhandenen Wandmalereien freigelegt und restauriert, sowie die fehlenden Teile rekonstruiert werden konnten. Das im Jahre 1962 von der Künstlerin Marianne van der Heijden (1922-1998) in Sgraffito-Technik gemalte oder verputzte 100 Quadratmeter große Altarbild der Kirche St. Peter und Paul, das den auferstandenen Christus mit zwei Engeln abbildet, zeige, im Gegensatz zur Kirche in Bergrath, streng wirkende Figuren.

Nach den Vorträgen widmeten sich die Gäste der Ausstellung im Talbahnhof.

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