Tafel: Kundenzahl hat sich in zehn Jahren verzwanzigfacht

Von: ran
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Am 17. Februar 2000 fand die Gründungsversammlung der Eschweiler Tafel statt. Beheimatet war die Organisation, die bedürftigen Menschen Lebensmittel zu äußerst geringen Preisen anbietet, zunächst in einem Ladenlokal an der Indestraße.

Im Juni 2001 folgte der Umzug in das jetzige Domizil, Dürener Straße 58. „Damals betreuten wir rund 100 Familien”, blickt die Vorsitzende Anneliese Küpper zurück.

Und genau dort liegt das Problem. Im November 2010 wies die Statistik nämlich sage und schreibe 1993 Kunden aus. Folge: Das aktuelle Ladenlokal hält dem Ansturm der Menschen kaum noch stand.

Und so beschäftigen sich die Verantwortlichen der Eschweiler Tafel seit einigen Monaten mit dem Gedanken, eine neue, größere Bleibe zu suchen.

Jeden Tag bis zu 100 Personen

„Eigentlich ist die Lage an der Dürener Straße optimal. Doch in den vergangenen eineinhalb Jahren ist der Zuwachs an Kunden enorm. Inzwischen kommen täglich bis zu 100 Personen zu uns. Das führt dazu, dass es nicht selten zu Drängeleien im Ladenlokal kommt, oder die Kunden draußen stehen. Das hat in wenigen Einzelfällen auch schon zu aggressivem Verhalten geführt”, schildert Anneliese Küpper die momentane Situation, die nicht mehr mit den Anfängen der Tafel in der Indestadt zu vergleichen sei.

Die Suche nach einem neuen Ladenlokal hat bereits begonnen, doch bislang erfolglos. „Es hat einige Absagen gegeben”, erklärt die Vorsitzende, der bewusst ist, dass die Institution auch von der Toleranz der Nachbarschaft abhängig ist.

Natürlich sind auch die finanziellen Mittel in Sachen Miete nicht unerschöpflich. „Unsere neue Bleibe sollte möglichst zentral, dass heißt in der Innenstadt, liegen und größer sein als unser jetziges Domizil, dass rund 120 Quadratmeter misst. Sie soll Platz für ein Ladenlokal mit Wasseranschluss, einen Aufenthaltsraum, ein kleines Büro und eine Toilette bieten. Ideal wäre, wenn noch ein Raum als Lager benutzt werden könnte”, beschreibt Anneliese Küpper ihre Vorstellungen. Und hofft, in möglichst naher Zukunft fündig zu werden. Denn die Situation an der Dürener Straße dürfte sich auch in nächster Zeit nicht entspannen.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der bedürftigen Menschen weiterhin steigt”, so Anneliese Küpper, die an die Toleranz der möglichen zukünftigen Nachbarn appelliert.

„Die Tafel ist in Eschweiler etabliert, ihre Existenz ist aber auch leider bitter nötig. Das müsste heute jeder wissen und auch akzeptieren”, fordert sie Verständnis. Und weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Neben der Unterstützung bedürftiger Menschen bewahren wir auch Lebensmittel vor dem Verderben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert