Eschweiler - Sublimierte Natur: Ausstellung ausgezeichneter Künstlerinnen

Sublimierte Natur: Ausstellung ausgezeichneter Künstlerinnen

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Sie stehen für Eitelkeit, Schönheit, Reichtum, Leidenschaft bis hin zu für Unsterblichkeit: Pfauen. Sie sind auch das bestimmende Motiv in den Bildern von Annemarie Laner, die ihre Werke gemeinsam mit Antje Seeman ab dem 14. März bis Ende April in der Eschweiler Galerie art Engert an der Wilhelmstraße ausstellt.

Eschweiler. „Sublimierte Natur“ so nennen die Künstlerinnen Antje Seemann und Annemarie Laner, die Ausstellung ihrer Arbeiten, die in der Galerie Art Engert vom 14. März bis zum 26. April zu sehen sind.

Sublimierte Natur: durch die Kunst wird die Natur verfeinert, sie wird überhöht, ihre Bedeutung für den Menschen wird auf Wesentliches reduziert.

Annemarie Laner, geboren in Sand in Taufers / Südtirol/Italien, studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Arbeitsstipendien der Künstlerhäuser Worpswede, und Lukas, Ahrenshoop, sie ist bei Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in zahlreichen Museen, Kunstvereinen und Galerien des In- und Auslandes vertreten. Im öffentlichen Raum sind ihre Arbeiten international präsent. Antje Seemann, geboren 1967 in Braunschweig, studierte freie Kunst von 1988 – 1989 an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, und 1989 - 1995 an der Hochschule der Bildenden Künste in Braunschweig. Dort war sie 1995 Meisterschülerin.

Filigrane Linolschnitte

Antje Seemann erhielt Arbeitsstipendien und Kunstpreise, darunter den renommierten Douglas-Swan Preis. Ihre Arbeiten finden sich in privatem und öffentlichem Besitz sowie im öffentlichen Raum. Die Galerie stellt Arbeiten der beiden Künstlerinnen vor, die mit Drucktechniken erstellt wurden, die heute selten sind und hohe künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten erfordern.

Antje Seemann arbeitet mit Linolschnitten. Ihre Arbeiten sind filigran, mit eleganter Linienführung, wie ein Musikstück komponiert. Sie beherrscht diese Technik meisterhaft. Man wird sofort von dem immerwährenden Zeugen der Natur eingefangen: dem Wald.

Unverwundete Natur

Ihre Arbeiten besingen den Wald in seinen vielfältigen Formen, alles ist uns sehr vertraut. Die Zweige filigran, fein, einladend und doch auch distanzierend. Die Bäume elegant himmelwärts strebend, die Majestät der Geschöpfe Gottes zeigend. Sofort erfaßt uns der Gedanke: Das alles hast Du schon gesehen, gar nicht so weit von hier. Die Natur als Gegenentwurf zur Zivilisation aber auch als ein komplementäres Wesen. Harmonisch, nicht von Menschen malträtiert, nicht verwundet von der Technik, von dem industriellen Fortschritt, von dem menschlichen Abfall.

Im Dialog, nicht im Gegensatz hierzu stehen die Pfauen von Annemarie Laner. Der Wald als das Symbol für Kraft, Schutz, Natur, der Pfau mit seiner ambivalenten Symbolik von Eitelkeit, Schönheit, Reichtum, Leidenschaft bis hin zum Sinnbild für Unsterblichkeit. Auch Annemarie Laner setzt eine heute seltenes Druckverfahren ein: Fotoprint/Flachdruck auf Bleifolie. Der Pfau, ein Tier, das für sich selbst steht, das immer alleine auftritt, das sich nicht in eine Gruppe, in ein Umfeld einordnet. Ein Tier, das seine Schönheit stolz zur Schau stellt und der Schönheit verbunden ist. Für die Künstlerin impliziert die Mehrdeutigkeit des Pfauenbildes das Reale wie das Imaginäre, die prekäre Schönheit, das Mysteriöse wie das existentielle Bewusstsein.

Texte von Paul Celan

Das Bildmotiv ist oft mit gestanzter Schrift überlagert: Lyrische Texte von Paul Celan, der einer der großen deutschen Lyriker des 20. Jahrhunderts war. Auch Paul Celan bedient sich einer Sprache, die Mehrdeutigkeit zum Ziel hat. Zum Teil nur sehr schwer interpretierbar, verwendet er Begriffe deren Aussagen mysteriös sind. Durch diese Texte von Celan wird die Ambivalenz des Pfauenmotivs noch verstärkt. Der Pfau, ein edler Vogel, ein Produkt der Natur, der nicht für die Natur steht, sondern ein Symbol für Edles, Feines, der Natur Entferntes darstellt.

Sublimierte Natur – in einer Zeit des ökologischen Hype, des hysterischen Umweltschutzes, aber auch des unverminderten Raubbaus an der natürlichen Umwelt wollen uns beide Künstlerinnen ihren unverstellten Traum von der Natur zeigen.

Mit einer Vernissage wird die Ausstellung am Freitag, den 14. März 2014, 19.00 Uhr eröffnet. Die Galerie ist geöffnet dienstags bis freitags von 14.00 – 19.00 Uhr, samstags nach Vereinbarung.

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